#4 berufsvorbereitende Bildungsmassnahme

Donnerstag, 31. Januar 2008

Tag 57

Donnerstag, also Berufsschule.
Was mir ganz gut in den Kram passte, da ich in der Gruppe bin, die heute nur drei Stunden hat und ich immernoch alles andere als frisch und gesund durchs Leben gehe. Werde also gleich die sorgfältg geplante Tour durch die diversen Praxen antreten, um mir eine Überweisung zu holen um nicht schon zum dritten mal dieses Quartal die Praxisgebühr zahlen zu dürfen.

War mal wieder ein recht ambivalenter Schultag.
Die Freude darüber, dass wir heute die letzte Stunde mit Herrn Heßling hatten wurde durch den neuen Stundenplan schnell wieder getrübt. Denn anscheinend ist der Winter vorbei und daher ist es uns nun zuzumuten, bereits um halb Acht den Dienst anzutreten.
Sehr amusant fanden die Meisten im Raum die Tatsache, dass wir von nun an in der sechsten Stunde Religion haben sollen.
Der Packen mit den Abmeldungen wurde noch in dieser Stunde dem Klassenlehrer eingereicht.
Bei der Menge ist davon auszugehen, dass wir ein Ersatzfach - sowas wie Ethik oder Philosophie - bekommen werden. Ist mir nur recht. Der Rest wollte grösstenteils aber wohl einfach frei haben.
Beim Schreiben meiner Ameldung musste ich ob der Anrede herzlich lachen:
"Sehr geehrter Herr Wiksa,"
Nein, das habe ich mir nicht ausgedacht. Der arme Herr Religionslehrer heisst tatsächlich so.

Alles richtig gemacht:
Heut morgen hiess es noch von anderen Schülern, es sei völlig unmöglich, dass ich mir eine Arbeitsunfähigskeitsbescheinigung für den gestrigen Tag ausstellen lasse.
Aber hin und wieder habe selbst ich Glück, und so hing grad eben an der Arztpraxis eine Notiz, die darauf hinwies, dass an einigen Tagen - Gestern eingeschlossen - die Praxis ganztägig geschlossen sei. Habe dann also dem Arzt meine Story erzählt und als er fragte, ob es nötig sei, dass ich krankgeschrieben würde mit "Ja eigentlich sogar noch rückwirkend für gestern, da war ich hier aber da hatten Sie ja den ganzen Tag geschlossen...".
Ich war so stolz auf meine Raffinesse, dass ich schon etwas enttäuscht war, als er es einfach überging, mich fragte ob ich morgen ausschlafen will und mir dann eine AU von gestern bis morgen ausstellte. Super Typ. Und direkt hintendran noch Blut abgenommen für ein grosses Blutbild. Muss auch mal wieder sein.

Mittwoch, 30. Januar 2008

Tag 56

Ich bin krank.
Und sowas heisst bei mir nicht einfach nur dass es mir nicht so gut geht. Sowas heisst bei mir, dass meine Welt untergeht und ich eigentlich zu gar nichts mehr zu gebrauchen bin.
Und das sogar schon bei diesem - wohl verhältnissmässig leichtem - grippalen Anflug von Hals- und Kopfschmerz. Aber sobald ich solche Symptome bemerke, schaltet der restliche Organismus automatisch in den Nahtod-Modus und ich fühle mich schlapp, fasele etwas davon dass meine Haut weh tut und brauche Menschen die mir Flaschendeckel aufschrauben, weil das meiner Hand schmerzt. Kurzgefasst: ich bin wohl ein recht erbärmlicher Anblick.

Daher ist es ja wohl auch verständlich, dass ich heut morgen nicht, wie eigentlich vorgesehen, im Bildungszentrum anrufen konnte um mich abzumelden, da ich mir eingebildet habe, ich könne vor Halsschmerz nicht sprechen. Obwohl ich die ganze Nacht einen Schal trug.
Profi-Strassencafé-Blogger der ich bin, bediente ich mich dann jedoch neuer Medien und mailte meiner Bildungsbegleiterin den Stand der Dinge.
Eigentlich wollte ich heute im BZ Bewerbungen ausdrucken lassen. "Lassen", weil der Farbdrucker kaputt ist und nur noch der im Büro funktioniert und dazu jede Bewerbung an eineN BildungsbegleiterIn geschickt werden muss, der/die diese dann dort ausdruckt.
Dachte mir nun, dass es ja nicht so dramatisch sei und ich die Bewerbungen ja auch von hier aus mailen kann. Doch alles was schiefgehen kann geht ja auch schief und nach nun mehr als einer Stunde Ringen mit Microsoft Word sah jetzt mein Mailprogramm seine Chance gekommen und zickt rum.
Wenn ich krank bin, dann richtig. Dann geht gar nix mehr. Nichtmal ne dämliche Mail versenden.

Die gute Nachricht:
Die Toiletten werden wieder unter Verschluss gehalten. Endlich habe ich meinen panic room zurück.

Dienstag, 29. Januar 2008

Tag 55

Heute war irgendwie alles ein wenig zu durcheinander.
Wir bekamen erst ganz viele Menschen aus der Ori-Gruppe 2 zu uns gesteckt - es wurde anscheinend nach "nervige WichserInnen" und "erträgliche Menschen" sortiert, wovon wir natürlich Erstere bekamen - dann waren die Räume überbelegt. Das hätten wir eigentlich gar nicht gemerkt, da wir ab dem dritten Block in einem anderen Gebäude gehabt hätten. Allerdings wurde ebendieser dritte Block dann in EDV umgewandelt und zwar erst nachdem beide EDV-Räume mehr als vollständig besetzt waren.
Es war heute also rein gar nichts los und auch rein gar nichts möglich um sich die Zeit zu vertreiben.

Montag, 28. Januar 2008

Tag 54

Der letzte Montag hatte seine Vor- und Nachteile.
Ein Nachteil war, dass wir nichts zu tun hatten und uns zu Tode langweilten. Allerdings war genau das auch sein Vorteil.
Denn heute haben wir wieder eine Aufsicht und sollen sogar wirklich arbeiten. Leider sind wir derart stark dezimiert, dass es ein Leichtes ist, uns ständig im Auge zu behalten. Und dafür habe ich mir morgens noch diverse Spielfilme und Serien auf den USB-Stick gezogen. Nur kann ich jetzt die Kopfhörer nicht hinten am Rechner anschliessen, ohne dass es auffällt. Wenn ich die so verlege, dass sie nicht sofort ins Auge fallen, dann reicht das Kabel nicht, um mich aus einer lächerlich unbequemen Sitzhaltung zu befreien.

Es plagen mich immer noch Gewissensbisse wegen des Todes meines Knautschbuddys. Allerdings fand ich nun ein neues Objekt meiner Zuneigung:
Ich habe mir gerade einen Cyborg gebastelt.
Der ist total cool und kann alles! Er hört gern Gangsta-Rap von der WestCoast (Beachtet seine rechte Hand!)und ist unter seiner Hartplastikschale ein herzensguter Typ. Ausserdem hat er meine Hände. Und Mütze. Und seine coole Roboter-BlingBling-Kette ist ja wohl der Kracher! Ich sag euch, in einem halben Jahr laufen ALLE damit rum!

Freitag, 25. Januar 2008

Tag 53

Sehr, sehr schlecht geschlafen heute Nacht und dementsprechend auch 20 Minuten zu spät gekommen. War aber insofern kein Problem, als dass wir bei einem Lehrer hatten, der mich mag und er, wie sich dann herausstellte, ebenfalls erst wenige Minuten vor mir in den Raum kam.

Heute bekam ich in der Mittagspause einen sehr netten Besuch, der mich dann völlig entgeistert an der nächsten Strassenecke empfing mit den Worten:
"Oh Mann! Da kannst du doch nicht wieder reingehen! Das sah ja aus wie der offene Vollzug im Jugendknast als die hier grad alle vorbeikamen!"

Recht hat er/sie.

Genug gebloggt. Jetzt ist Wochenende.