#4 berufsvorbereitende Bildungsmassnahme: April 2008

Dienstag, 29. April 2008

Tag 11 (Krankenschein)

Heute habe ich meine erste Onlinebewerbung als pdf per mail verschickt.
Erst kurz vorm Versenden fiel mir auf, dass keine einzige meiner etwa sieben Mailaddressen angebracht wäre um darüber eine Bewerbung zu versenden. Wer stellt schon jemanden ein, dessen/deren Bewerbung via "penis@mailprovider.de" oder "Karl-Marx-45@mailprovider.de" kam? Also zum ersten Mal im Leben meinen richtigen Namen für eine Mailaddresse benutzt. Das Einige, was jetzt noch komisch wirken könnte, ist dass die Bewerbung um 22:37 Uhr raus ging. Habe extra viel Arbeit darein gesteckt, die vorherigen losen Dateien, die alle nacheinander ausgedrukt wurden, zu einem pdf zusammenzupacken und auch noch Anlagen einzuscannen. Hab extra noch etwa 30 Unterschriften geprobt, bis eine dabei war, die einerseits ordentlich und andererseits auch noch dynamisch genug aussah, die ich dann scannen, freistellen und als gif in das Anschreiben einfügen konnte, so dass ich die Unterschrift quer über das "Mit freundlichen Grüßen" ziehen konnte. Allerdings ist wohl zu bezweifeln, dass meine Bewerbung als Mediengestalter derart gemustert wird, dass dann die Tatsache, dass ich unverhältnissmässig viel Zeit in das faken einer unachtsam über den Text geschmierten Unterschrift investiert habe. Aber ich finde es hat so mehr Stil, als plumpe Aufzählungen von beherrschten Computerprogrammen. Morgen bringe ich noch ein paar andere Bewerbungen zur Post.

Montag, 28. April 2008

Tag 10 (mit neuem Krankenschein und etwas gewaschenen Haaren)

Hatte heut morgen einen Arzttermin. Er meinte er müsse mich auf jeden Fall noch bis zum nächsten Krankenhaustermin in der zweiten Maiwoche krankschreiben. Dann wollte er wissen, was ich den mache und fing an mich zum Job des Bauzeichners auszufragen und erzählte von seiner Zeit als er Bauzeichner gelernt hatte.
Mein Arzt ist also gelernter Bauzeichner.
Scheisse. Ich hoffe er ist auch ausgebildeter Arzt.
Dafür habe ich dann heute, entgegen ärztlicher Anweisung, meine Haare gewaschen. Zumindest so gut es geht. Aber ist schon eine deutliche Verbesserung. Und solang ich Krankenschein habe, rasier ich mich auch nicht. Zumindest im Gesicht. Nun bin ich allerdings auch nicht so mit Testosteron vollgestopft, dass ich einen regelmässigen oder dichten Bartwuchs habe. Aber da ich ja nun schon mehr als eine Woche ausser Gefecht bin und es noch länger bleiben werde, versuch ichs mal. Seh schon ganz schön bescheuert aus im Moment.

Donnerstag, 24. April 2008

Tag 8 (ohne Haarwasche und mit Krankenschein)

Ja! Trotz Krankenschein und allem bin ich um 5:30 Uhr aufgestanden. Gut, als ich dann um kurz nach sechs vorm Rechner sass, eingehüllt in orangene Kuscheldecke und nach frischer Schmerztablettendröhnung fand, es sei eine gute Idee mir Videos über Synthesizer anzusehen. Selbstverständlich bin ich dann wieder weggepennt. Mit dem Kopf aufm Tisch, orangen bedeckt und auf einem der unbequemsten Stühle der Welt.
Mein Traum war ein bisschen zu lang und strange um ihn hier zu beschreiben. Ausserdem gehts euch gar nichts an. Also noch weniger als der Rest den ich hier über mein Privat- und "Berufs"leben schreibe.
Aber es war kein Sextraum. Nein.
Es ging um die Hölle, ihre Gemüse- und Obstabteilung und (unsexuelles) Bondage.

Passen hier YouTube-Videos überhaupt rein? Falls nicht verlink ich es nachher nur. Falls doch:

Mittwoch, 23. April 2008

Tag 7 (ohne Haarwäsche und mit Krankenschein)

Das mit der Haarwäsche habe ich hoffentlich vorher erwähnt, dass das nicht meine eigene fixe Idee war, zu gucken, wie runtergekommen ich nach drei Wochen ohne Shampoo aussehe, sondern natürlich ärztlich verordnet ist. Ich arbeite im Moment an einer Lösung die ein Wasserglas, einen Waschlappen und eineN AssistentIn beinhaltet. Bin jedoch noch im Planungsstadium. Fünf Tabletten zum Frühstück nehmen zu müssen ist uncool.

Dienstag, 22. April 2008

Tag 6 (ohne Haarwäsche und mit Krankenschein)

Habe es heute endlich geschafft innerhalb der Arbeitszeit beim Praktikum anzurufen und einen Statusbericht abzugeben. Bald läuft der Praktikumsvertrag aus und einen unterschriebenen Ausbildungsvertrag habe ich bisher nicht an Land ziehen können. Lediglich die Zusage des Chefs auf ein weiteres Praktikum und der Perspektive, dass wir "das mit dem Ausbildungsvertrag dann im zweiten Praktikum klären".
Werde daher meinen Krankenschein nun einmal nutzen und mich nach weiteren Angeboten umzusehen. Habe schon lange keine Bewerbungen mehr geschrieben und falls die mich entgegen ihrer - teils widersprüchlichen - Aussagen nach Ablauf eines zweiten Praktikums soch ohne Ausbildung dastehen lassen, dann ist es jetzt ja auch schon fast zu spät um neue Bewerbungen zu schreiben. Allerdings ist es jetzt so, dass ich einige andere Städte zur Auwahl habe. Vielleicht finde ich ja etwas.

Montag, 21. April 2008

Tag 110

Nach überstandenem ÄrztInnenmarathon heut morgen, konnte ich noch einen Abstecher beim Bildungszentrum machen, um meiner Bildungsbegleiterin mitzuteilen, dass ich den Rest der Woche krankgeschrieben bin und Montag direkt den nächsten Arzttermin habe. Leider ist nichts mit "ruhige Kugel" und so, da ich noch viel zu tun zu tun habe an Sachen von denen ich viel zu wenig Ahnung habe. Morgen werde ich noch im Praktikum anrufen und denen mitteilen wann ich wieder am Start bin. Wenn nichts dazwischen kommt, schaue ich hier also erst in einer Woche wieder rein.

Sonntag, 20. April 2008

Krankenhaustag 4

Die Nacht war schlimm. Ich konnte trotz Ohrenstöpsel kaum schlafen dank der Schmerzen und des Lärms vom Bett nebenan. Bin also mit einer Flasche Wasser unterm Arm durchs Haus gewandert. Erst einmal rauf in den siebten Stock und die Aussicht geniessen. Leider bestand die Aussicht nur aus einer dunklen Baustelle. Wundert mich aber, dass nicht viel mehr Menschen nachts im Krankenhaus unterwegs sind. Dachte die Schmerztablette, die ich mir abends noch geholt hatte, würde mich gut schlafen lassen. Obwohl ich mich ja schon sehr geärgert habe, da direkt nach mir eine Frau keine Schmerztablette sondern ein Wassereis haben wollte. Verdammt. Ich hätte auch gern ein Wassereis genommen. Woher soll ich denn wissen, dass Krankenschwestern Wassereis verteilen?
Wohooo! Gleich gehts raus hier!
Eigentlich sollte ich doch erst morgen rauskommen, aber durch ein bisschen Rumjammern liess sich es sich doch noch einrichten. Leider musste ich dazu mit der Ärztin verhandeln, die ich vorher versuchte in mein Krankenbett zu bekommen. Oh Gott, es ist immernoch peinlich. So jetzt Sachen packen, so viel wie möglich an beweglichem Kleinkram (Handschuhe, steril verpackte Dinger, Reste und Besteck vom Frühstück) mitnehmen und dann weg hier.

Samstag, 19. April 2008

Krankenhaustag 3

Ich weiss, dass diese Tage eigentlich nicht in die Statistik gehören, aber was soll ich hier im Krankenhaus schon gross machen? Grad war ich mit Notebook unterm Arm hier in der Gegend unterwegs und hab nach einer Überschneidung von Sonne, Bank und offenem WLAN gesucht. Bin auch fündig geworden. Nach dem Mittagessen gehts ersteinmal mit der U-Bahn zum Pizzaessen.
Den Rest des Tages verbrachte ich mit Filmegucken auf dem Notebook. Es ist unglaublich, wie ich es schaffen konnte, innerhalb so kurzer Zeit meinen Nachtschrank derart zuzumüllen, dass bei jedem Öffnen mindestens zwei leere Bionadeflaschen zusammen mit sonstigem Müll zu Boden poltern.
Eventuell komme ich morgen schon raus.

Freitag, 18. April 2008

Krankenhaustag 2

Heute morgen wurde ich operiert. Um 10 Uhr gings los und um 10:30 Uhr bekam ich dann meine Narkose. Was ich cool fand, war, dass meine letzten Worte „Gute Nacht!“ waren. Nicht so cool war allerdings wohl mein Verhalten nach dem Aufwachen. Angeblich kam irgendeine Ärztin zu mir und wollte mir in mein linkes Ohr schauen. Statt mich einfach zu ihr zu drehen, kapierte ich wohl nicht, was sie von mit wollte und drehte mich irgendwann ersteinmal zur anderen Seite. Als sie dann sagte, sie hätte keine Lust sich auf mich zu legen und ich solle jetzt endlich mitspielen, nahm ich dies zum Anlass sie anzubaggern. Zum Glück kann ich mich an gar nichts davon erinnern, aber angeblich habe ich auch ausführlich über Penisse geredet. Hoffentlich laufe ich der nicht noch einmal über den Weg. Danach gefragt, ob solch ein Verhalten nach der Narkose normal sei, oder ob ich ein Sonderfall sei, meinte sie wohl, dass ich schon ziemlich aus dem Standart herausfalle. Oh Gott war das peinlich. Zum Glück hab ichs nur vom Hörensagen mitbekommen.
Habe heute übrigens einen neuen Zimmergenossen Zimmerkameraden* bekommen. Den Shirts die er trägt nach zu urteilen, lese ich die JungleWorld ab jetzt wohl am besten im Foyer. Immerhin hat er die Nase zermatscht bekommen. Die Genugtuung lässt mich dann trotz seines Schnorchelns gut schlafen.


*StudiVZ ist so super... Was ihr alle, die ihr da ein Profil habt, da ohne Sinn und Verstand an Infos raushaut... priceless!

Donnerstag, 17. April 2008

Krankenhaustag 1

Tja, statt gestern um 17 Uhr ins Krankenhaus zu kommen, um dann heute Morgen operiert zu werden, wurde ich gestern angerufen und sollte erst heut Morgen um sieben Uhr nüchtern auflaufen. Nach dem ich dann einige Male hin und her geschickt wurde, bekam ich mein Bett zugewiesen und sollte mir mein OP-Hemdchen anziehen und danach die Beruhigungstablette nehmen. Hab ich auch gemacht. Nur blöd dass ich dann, als ich grad weggepennt war, von meinem Arzt geweckt wurde, der mir sagte, es sei heute irgendwie nicht möglich mich zu operieren und ich müsse bis Morgen warten und ob das denn für mich okay sei. Völlig benebelt war ich natürlich mit allem einverstanden. Dann folgte eine mit schwerer Zunge vorgetragene Diskussion über meine Essenswünsche, die angeblich kein Problem seien. Und tatsächlich bekam ich ein veganes und sogar leckeres Mittagessen. Danach bin ich dann einfach gegangen. Mit der U-Bahn schwarz in die Innenstadt gefahren und habe mir erst einmal eine Mütze gekauft,um meinen teilrasierten Schädel zu verstecken. Seitdem irre ich nun immernoch leicht unter Einfluss von Tranxilium durch die Innenstadt. Wenn ich gleich auf der Karte dieses Bistros da vorne etwas geniessbares finde, steige ich endlich in den Status des Strassencafébloggers auf, da die dort einen T-OnlineHotspot haben und ich keine Lust habe hier inder FussgängerInnenzone nach offenen Netzen zu suchen. Wenn ich mit dem Teil hier in der Hand rumrenne, würde es mir eh sofort abgezogen schätze ich.

Mittwoch, 16. April 2008

Tag 109

Heute habe ich nur drei Blöcke Bildungszentrum abgerissen, bevor ich ging. Musste ja noch Krankenhaussachen packen.
Kaum war ich dann zu hause, kam der Anruf, dass heute kein Bett frei sei und ich erst morgen früh komme solle und dann direkt operiert werde.

Dienstag, 15. April 2008

Tag 108

Wenn ich mir von hier arbeitenden älteren Damen anhören darf, ich sei "auf dem Stand von 1986", dann habe ich wohl wirklich etwas verpennt. Konkret ging es darum, dass meine Supvervisorin (die nicht diese ältere Dame ist) mir gezeigt hat wie ich die von mir endlich fertiggestellten Teileinzugsgebiete ausplotte. Ich wollte doch nur wissen, ob das Ding da unterm Dach, das die ganzen Pläne ausspuckt, auch tatsächlich ein Plotter oder nur ein grosser Drucker ist und wurde dann verlacht als ich darauf bestand, dass der Unterschied darin bestünde, dass ein Plotter nun einmal naturgemäss nur Linien zeichnen kann und das Papier vor und zurück bewegen kann. Es handelt sich also lediglich um einen grossen Drucker. Kann ich meine Pläne mir da die weltgrössten Schablonen der Welt ausschneiden zu lassen also wieder abblasen. Schade.

Montag, 14. April 2008

Tag 107

Sauber! Die Menschen vor deren Haus ich immer parke haben tatsächlich ihr WLAN nicht gesichert. Und da ich mir am Wochenende ein neues Notebook gekauft habe, ist meine Mittagspause in ihrer Sinnhaftigkeit gerade deutlich gestärkt worden. Gut der Nachteil ist natürlich zumindest für den Anfang, dass ich erstmal mit dem Keyboard klarkommen muss. Ich tendiere irgendwie dazu die Leertaste zu verpassen. Werdet ihr schon merken.
Na klasse, jetzt habe ich es irgendwie geschafft mein aus einem Q-tip gefertigtes Platzhalternasenpiercing zu verlieren. Damit einige der schlimmsten Schmerzen meines Lebens nicht umsonst gewesen sind, renne ich jetzt den ganzen Tag mit einem Stück Druckbleistiftmine im Septum rum. Grossartig.

Also im Ernst, aber die dreissigminütige Mittagspause auf dem Beifahrendensitz mit Lunchpaket zu verbringen und dabei auf erwähntem Notebook Family Guy zu gucken, während der Sound dank FM-Transmitter über die Autoanlage läuft, ist schon eine ziemliche Aufwertung. Allerdings ist jetzt die Pause zu kurz. Sind solche zwar gross genug gewesen um stoisch in den Regen blickend WDR5 zu hören, so wird es nun, angesichts des neuen Entertainmentprogramms, knapp.

Freitag, 11. April 2008

Tag 106

Verdammt! Es hat geklappt und keineR hat es gesehen!
Prolog:
Es geht quasi um genau das gleiche wie beim Kickern. Da reisse ich die blödesten Angebersprüche. Ständig. Ich gehe damit allen Leuten auf die Nerven. Also so Sachen wie "Geh da lieber weg! Ich hab da schon Bälle durchgeknallt!" (gerichtet an einen Menschen der sich vor Kopf am gegnerischen Tor hinstellt und zusieht), oder einfach nur so ständig wiederholtes wie "Butterweich!", "Unhaltbar!", "Mit Ansage!" oder "Der ist angedreht! Der kommt noch!".
Klingt jetzt erstmal reichlich arrogant. Was mir dann jedoch trotzdem meine GegnerInnen sichert, ist die Tatsache, dass ich dabei weniger arrogant als traurig wirke, da es trotz meiner grosskotzigen Sprüche in etwa 80% der Fälle einfach nicht klappt. Seien wir ehrlich. In 90%.
Aber ganz, ganz selten kommt es dann doch vor, dass alles zusammenpasst. Das sind dann so epische Situationen wie:
Mein Team macht durch mich ein Tor aus der Verteidigung heraus. An die GegnerInnen gewandt: "Habt ihr gesehen? So geht das. Ah, war zu schnell, ne? Na gut, komm, ich zeigs nochmal."
Die andere Seite nimmt den Ball aus der entsprechenden Luke. Wirft ihn ein. Das gegnerische Mittelfeld spielt ihn zu meiner Verteidung. Stoppen. Kontrollieren. Kurz in die richtige Position schieben. Und dann ohne irgendeinen weiteren Kontakt schnurgerade ins Tor. Das sind selbst für mich als erklärten Unsportler, der sich höchstens für Minigolf und Curling begeistern kann, grosse Momente. Ja, wenn ich es jetzt hier erzähle, geht ein Wenig der Dramatik abhanden, das gebe ich zu.

Warum das alles?
Weil der Kicker im Gegensatz zu meinem Arbeitsplatz einen entscheidenden Vorteil hat:
Wenn sich solche denkwürdigen Momente, in denen Zufall und ich gemeinsam für die Theatralik streiten, ereignen, dann sind unter Garantie mindestens drei Menschen zugegen, um Publikum zu sein.
Normalerweise schätze ich die Tatsache, dass ich hier zwar völlig ungeschützt und für alle sich in Bewegung Befindlichen, gut überwachbar, jedoch durch geschickt platzierte Trennwände und Mauerwerk solange allen Blicken entzogen bin, wie der Rest der Arbeitenden an ihren entsprechenden Tischen sitzt, sehr. Doch wenn ich es dann wider Erwarten schaffe, den Lochverstärkungsringspender dergestalt auf den Büroinstrumentenbeistelltisch zu werfen, dass er nicht nur auf seiner schmalen Seite, mit der Ausgabe nach vorn stehenbleibt, sondern sich dabei auch noch exakt parallel an Tischkante und Büroklammernkiste ausrichtet, dann fehlt mir mein Applaus schon ein wenig.

Allerdings wurde ich durch den Auftrag, meinen Chef vom Autohaus abzuholen aus meiner Trauer gerüttelt. Nun ist es so, dass der Fahrstil des Chefs anscheinend MitarbeiterInnenintern einen gewissen Ruf hat und sich Menschen schon zu weigern versuchten, sollten sie weiterhin mit ihm fahren müssen. Einen Vorgeschmack darauf bekam ich, als ich ihn vor einigen Tagen schon einmal zu diesem Autohaus fahren durfte, beziehungsweise den Firmenwagen wieder zurückbringen durfte, nachdem Chef ausgestiegen und den Fahrersitz geräumt hatte.
Zum Glück scheint meine Position in der Hackordnung weit genug unten zu liegen, als dass ich auf dem Fahrersitz für ihn keine Bedrohung in seiner Position als Firmenchef und Besitzer des zu fahrenden Wagens darstelle. Daher war mein kühner Versuch, einfach demonstrativ mit der BeifahrerInnenseite neben ihm zu halten, auch von Erfolg gekrönt und er liess sich von mir chauffieren.

Donnerstag, 10. April 2008

Tag 105

Wie erwähnt bin ich kommende Woche einige Tage im Krankenhaus. Daher war ich heute statt in der Berufsschule in eben diesem Hospital zur prästationären Untersuchung.
Das hat zwar wenig mit berufsvorbereitenden Bildungsmassnahmen zu tun, aber dennoch ein, zwei Sätze dazu.
Das war kein Krankenhaus. Das war das "Haus das Verrückte macht". Kurversion meiner Odyssee:

- Festgestellt dass der Parkplatz Geld kostet
- Gefühlte fünf Strassen weiter geparkt
- Zu spät im Foyer angekommen
- In die entsprechende Ambulanz geschickt worden
- Von dort ins Foyer
- Von dort in ein Aufnahmeantragausfüllbüro
- Von dort rauf in den zweiten Stock
- Weiss nicht genau was ich dort oben sollte ausser im Wartezimmer zu sitzen
- Wieder runter in den Keller zur Ambulanz
- Erster Kontakt mit einem Arzt:
Als er sagte "So und nun schau ich mir noch kurz Nase, Mund und Kehlkopf an..." wurde ich schon etwas stutzig. Doch bevor ich mir noch mehr Gedanken über das "Kehlkopf" machen konnte, hatte ich schon diese Chirurgenstahllanze im Hals und sollte "Hiiiiiie!" sagen. Ging aber nicht. Raus kam nur ein ersticktes "Bhöööööö!". Mein Respekt vor deepthroat-skillz ist heute noch grösser geworden als er ohnehin schon war.
- Zur Anästhesieberatung geschickt worden
- "Das kann noch etwa eine bis anderthalb Stunden dauern..."
- Eine Tüte Salzstangen aus dem Automaten gefrühstückt. Den Rest der Wartezeit im Auto gesessen
- Vierminütiges Informationsgespräch zur Narkose
- Irgendwelche Zettel zur Ambulanz gebracht und ohne weiteres Gespräch entlassen worden

Jetzt sind natürlich meine Fragen betreffend des Krankenhausalltags noch unbeantwortet, aber mir hat es einfach gereicht. Nochmal irgendwen suchen der/die mir weiterhelfen hätte können wollte ich nicht riskieren. Schliesslich war es schon der mittlere Nachmittag.
Tja und die Bescheinigung dass ich im Krankenhaus war habe ich natürlich auch vergessen.

Mittwoch, 9. April 2008

Tag 104

Es gibt bei uns im Bildungszentrum ja zwei Orientierungsgruppen: Ori1 und Ori2
In Ori1 sind die cooleren Menschen, während Ori2 aus den ganzen Freaks besteht.
Jetzt wurde mir heut zugetragen, dass in Ori2 einige Leute über mich lästern. Ich trage dort nur den Namen "der Homotyp". Und zwar nicht aufgrund meiner Drohungen gegen Leute die "scheiss Schwule" sagen, oder meiner Gespräche über Bisexualität. Nein. Wörtlich überliefert ist mir folgender Satz:
"Dieser Homotyp! Der isst ja nur Nüsse und so!"
Ich finde es lustig. Ausserdem kenne ich die betreffenden Leute ja nicht einmal.

Ich habe mir überlegt, dass ich am Ende meiner Massnahme einigen Leuten, inklusive meiner Bildungsbegleiterin, den Link hierhin schicken werde. Bei den TeilnehmerInnen mache ich mir da keine Sorgen. Die werden das ja alles dann erst erfahren wenn sie ohnehin schon weg sind. Ursprünglich hatte ich vor, die URL dann Bildungszentrumnah zu veröffentlichen, halte das jedoch angesichts der Tatsache, dass ich ja viel über die LeherInnen geschrieben habe, was sich dann aus dem Kontext bestimmt auch zuordnen lässt für eine schlechte Idee, da ich ja die LehrerInnen denen ich das Geschreibsel gern zeigen würde tendenziell eher mag und dann vor dem Rest der TeilnehmerInnen nicht outen möchte. Also werde ich den Link wohl nur an meine Bildungsbegleiterin schicken mit dem Vermerk, sie möge es nach Gutdünken weiterleiten und einer kurzen Liste meiner FavoritInnen.
Und ich hoffe die Lesenden werden dann auch immer verstehen, dass ich zwar über sie schreibe, es jedoch mit der Realität nicht allzugenau nehme und daher auch hin und wieder Sachen überspitze wenn es mir grad gut ins Konzept passt. Also nicht böse sein. Ihr habt alle guten Stoff geliefert.
Habe heute angefangen die nötigen Mailaddressen der TeilnehmerInnen zu sammeln. Es sind zwar nicht viele, denen ich dieses "Abschiedsüberraschung", wie ich es zur Begründung nannte, machen will, aber da ich ja nur noch einen Tag in der Woche am BZ bin und Teile dieser zukünftigen LeserInnenschaft auch nicht mehr an der Berufsschule auftauchen, ist es wohl besser damit jetzt schon anzufangen.

Dienstag, 8. April 2008

Tag 103

Krankenschein.
Wer mich kennt und weiss warum wird mich jetzt auslachen. Zu recht.
Allerdings kommt mit ein freier Tag (also zusätzlich zu dem freien Tag den ich Donnerstag haben werde, da ich zur Voruntersuchung ins Krankenhaus darf) ganz gelegen. Einerseits um mich von den gestrigen Strapazen zu erholen, andererseits um an einigen Sachen zu arbeiten, die demnächst fertig sein müssen. Also nix mit faul rumliegen und so.

Montag, 7. April 2008

Tag 102

Ich muss unbedingt zum/zur Augenarzt/-ärztin. Meine Augen fangen nach nur ein paar Minuten lesen (Zum Glück fast nur bei Printmedien. Bin halt im digitalen Zeitalter angekommen und warte nun auf das papierlose Büro.) an fies zu brennen und zu tränen. Ursprünglich dachte ich ja es käme von der Luft im Bildungszentrum aber nachdem dies ausgeschlossen und auch meine Blutwerte perfekt waren bleibt ja nun wohl nicht mehr viel übrig. Und da ich kommende Woche einen OP-Termin habe, muss ich das vorher noch geregelt bekommen. Sonst ists Essig mit dem Lesen im Krankenbett. Wird es ohnehin sein, da ich mein Glück kenne und wie letztes Mal in einem Vierbettzimmer voller Greise liegen darf, von denen einer regelmässig sein hinten offenes Leibchen nach vorn kehrt, um so durch die Gegend rennend das Zimmer mit Urin zu besprenkeln.
Na gut, ganz so arg wars nicht aber ich nahm es so wahr.
Und um mal die aktuelle "KassenpatientInnen warten zwanzigmal länger auf alles!"-Diskussion zu eskalieren:
Ich bin im Moment ja nicht einmal versichert!
Denn bei meinem letzten Besuch im Arbeitsamt stellte sich dann heraus, dass ich zwar grundsätzlich das nötige Geld vom Staat bekomme, mich jedoch erst selber versichern muss und danach erst mit der Bestätigung der Krankenkasse - nachdem ich das also von dem Geld dass ich erst danach überwiesen bekommen werde bezahlt habe - zur Arge um dann erst das Geld - welches ich, wie schon im vorherigen Gedankenstricheinschub erwähnt, zu diesem Zeitpunkt bereits überwiesen haben muss - zu bekommen.
Wobei wenn ich jetzt recht nachdenke gab es da wohl einen Trick. Jemand der Menschen die mit mir unter einem Dach wohnen sagte mir, die Kasse hätte für mich angerufen und gesagt das ginge schon irgendwie. Mal nachfragen.

Die Teileinzugsgebieteberechnung an der ich nun seit Gott weiss wann sitze ging heute in die nächste Runde. Nun bin ich daran, die von mir ermittelten Gebiete ("Hmm ja wird schon stimmen... mach das einfach mal so... sieht gut aus... jaja...") mit AutoCAD in den Plan zu übertragen. Mal eben so.
Werde daran nach meinem jetzigen Botendienst noch den Rest des Tages wenn nicht länger zu tun haben.

So. Nach beinahe 90 Minuten, in welchen ich zwei Umschläge voller Ausfertigungen zu Umweltamt und irgendeinem Architekten gebracht habe (Immer eine akteulle Titanic auf Tour mitnehmen!), bin ich nun wieder vor Ort und darf noch geschlagene 37 Minuten arbeiten.

Freitag, 4. April 2008

Tag 101

Ich plage mich ja seit längerem an der Fertigstellung der Teileinzugsgebiete eines Plans einer Wohnsiedlung ab. Es hiess ja, die sei schon fertig und ich hätte nur versehentlich den falschen Plan bekommen, so dass ich das nicht habe lösen können, da da wichtige Informationen einfach nicht eingezeichnet waren. Jetzt bekam ich den richtigen Plan auf den Tisch gelegt und es stellte sich heraus, dass der zuständige Ingenieur eben noch nicht, wie angekündigt, diese Teileinzugsgebiete bereits fertig hat, sondern dass das was ich jetzt da fabriziere die offizielle Version sein wird und ich sollte doch bitte nicht wieder so viele falsche Linien in den Plan kritzeln.
Habe die betreffende Fläche folglich grosszügig mir teurem Transparentpapier abgeklebt bevor ich anfing zu malen. Der besseren Übersicht halber habe ich die einzelnen Felder dann auch jeweils farblich unterschiedlich ausgefüllt. Was reichlich schwierig ist, mit nur drei Textmarkern. Habe alle erdenklichen Mischungen und Schraffuren zur Anwendung bringen müssen. Das Mistding von Plan war 1,4m x 0,9m gross.
Aber ich glaube ich habe meine Sache gut gemacht. Habe es entgegen der an mich gestellten Erwartungen heute fertig bekommen. Habe dann dem zuständigen Ingenieur gesagt, dass ich soweit wäre und er es sich ansehen könne, bevor ich anfange die Linien vom Transparentpapier auf den Plan zu übertragen.
"Ja alles klar. Ich komme sofort."
Sprachs, zog sich seine Jacke an und ging.

Und das da rechts ist nur ein winziger Teil des grossen Ganzen!
Nur um einmal die Komplexität und Unübersichtlichkeit anzudeuten.

Mit etwas Übung lässt sich das Umblättern der Titanic beinah so anhören wie das Falzen eines Plans. Konnte also, optisch hinter einem Raumteiler verborgen, mehr oder minder ungestört lesen, während die drei Damen im Raum mich für arbeitend hielten.

Donnerstag, 3. April 2008

Tag 100

Einhundert Tage.

Die Berufsschule mit ihrem frühen Schluss ist ziemlich angenehm im Vergleich zum restlichen Prakitkumsalltag. Obwohl ich morgen ja auch schon um kurz nach 13 Uhr Schluss habe.

Da in der Berufsschule nicht viel los war, notiere ich hier nur kurz, worüber ich mich den ganzen heutigen Friseurbesuch über amüsieren konnte:

Friseurin: "Ja, man trägt ja wieder Pony!"*




*Ich finde es auch immer wieder witzig wenn es heisst "Der DAX ist gefallen" und denk dabei an einen stolpernden Dachs. Sonst kann da keineR aus meinem Umfeld drüber lachen. BanausInnen.

Mittwoch, 2. April 2008

Tag 99

Stammtag.
War ganz amüsant mal wieder all diese Menschen zu sehen. Waren auch tatsächlich fast nur die Netten zugegen. Die Restlichen nahm ich nur am Rande wahr.
Morgen in der Berufsschule sind ja auch grösstenteils coole Leute. Und besser als echte Arbeit ohne echten Lohn ist es allemal.
Habe auch bis auf Unterhaltungen führen heute nicht viel geschafft. Sogar nur knappe drei Seiten Titanic lesen können.

Dienstag, 1. April 2008

Tag 98

Das erste Mal, dass ich embedded von der Arbeit blogge.
Aber auch nur weil ich seit gestern daran sitze für einen der hiesigen Ingenieure vier Seiten handschriftlicher Notiz abzutippen. Gut das Abtippen war nach einigen Minuten getan, aber seitdem kämpfe ich damit, das Geschreibsel in das hiesige corporate design zu formatieren.
Naja und wenn ich dann so Infor bekomme wie: "Schrift Ariel 11 od. 12", die Schrift jedoch weder Ariel noch Arial, sondern Univers ist, die Seitenränder im jeweils +1cm korrigiert werden müssen und die Vorlage auch nicht dort zu finden war, wie es auf dem Zettel steht, der mir gegeben wurde, dann, so finde ich, darf ich mir dafür auch mal ein wenig mehr Zeit nehmen.
An dieser Stelle ein Dank und eine Richtigstellung:
Die ganzen vermeintlich sinnlosen Stunden EDV-Unterricht im Bildungszentrum haben mir tatsächlich eine Menge im Umgang mit MS Office beigebracht. Daher meinen Dank an den dafür zuständigen Lehrer und meine Entschuldigung für die ganzen Jammereien.
Schliesslich konnte ich dadurch gestern damit protzen, dass ich meinte, mensch müsse ja nicht immer vier Leerzeichen hinter die Tabulatortaste klatschen, sondern könne den Tabstopp auch einfach dezimal definieren. Wohooo!
Da hamse aber geguckt.
Zum Glück meinten die dann, ich solle das lieber so machen wie sonst auch immer, schliesslich wäre das dann einheitlicher, auch wenn ich damit wohl besser umgehen könne als der Rest hier.
Glück gehabt. Wusste nämlich nicht mehr wie das geht. EDV-Poker*.

So und nun weiss ich auch, dass ich es theoretisch schaffe in der Mittagspause nach Hause zu fahren und wieder zurück. Und wenn ich beide Strecken die Autobahn genommen hätte, wäre ich auch nicht zehn Minuten zu spät gekommen. Aber das hat keineR gemerkt. Und ist ja auch nicht so, dass ich in den letzten vier Tagen insgesamt fünfmal auf Reserve gefahren bin. Hauptsache beinahe sinnfrei durch die Gegend heizen in der Pause.
Und falls der Chef jetzt mit dem Firmenwagen weg muss um sein Privatauto aus der Werkstatt zu holen, soll ich mit meinem (Mamas) Privatwagen die Post wegbringen. Schreit nach Arbeitskampf.

Nebenbei: Es ist doch völlig blödsinnig einen Warnstreik am ersten April zu machen.

Nun gut, die Sache mit dem Privatwagen hat sich erledigt. Ich soll den Chef in einer halben Stunde zu seiner Werkstatt fahren und auf dem Rückweg bei der Post halten. Bin mal gespannt ob ich es dann schaffe pünktlich um 16 Uhr Schicht zu machen. Naja, ansonsten ist es wohl angesichts der vertrödelten zehn Minuten heute auch nicht so gravierend.

Und ganz im Ernst: Ich bekomme gerade meinen zweiten Betriebsunfall!
Denn durch das viele Falzen tut mir mein Daumen jetzt ganz doll weh. Könnte eine Blase werden. Zum Glück bin ich morgen im Bildungszentrum und Donnerstag in der Berufsschule, da kann ich mich dann erholen. Aber es ist schon ernst. Ich werde mir Handschuhe besorgen müssen. Knochenjob.


*Wenn Wikipedia nicht nur noch mit Anmeldung funtkionieren würde, würde ich jetzt folgenden Artikel anlegen: "EDV-Poker, der
Unter EDV-Poker versteht mensch das gekonnte Vorspiegeln fundierter EDV-Kenntnisse, die wie ein klassischer Bluff im Pokern funktionieren und eine derart überbordende Kompetenz vermitteln sollen, dass dem/der Bluffenden die tatsächliche Anwendung seiner/ihrer möglicherweise trotz Ankündigung nicht vorhandenen Fähigkeiten erspart bleibt."