#4 berufsvorbereitende Bildungsmassnahme

Sonntag, 20. April 2008

Krankenhaustag 4

Die Nacht war schlimm. Ich konnte trotz Ohrenstöpsel kaum schlafen dank der Schmerzen und des Lärms vom Bett nebenan. Bin also mit einer Flasche Wasser unterm Arm durchs Haus gewandert. Erst einmal rauf in den siebten Stock und die Aussicht geniessen. Leider bestand die Aussicht nur aus einer dunklen Baustelle. Wundert mich aber, dass nicht viel mehr Menschen nachts im Krankenhaus unterwegs sind. Dachte die Schmerztablette, die ich mir abends noch geholt hatte, würde mich gut schlafen lassen. Obwohl ich mich ja schon sehr geärgert habe, da direkt nach mir eine Frau keine Schmerztablette sondern ein Wassereis haben wollte. Verdammt. Ich hätte auch gern ein Wassereis genommen. Woher soll ich denn wissen, dass Krankenschwestern Wassereis verteilen?
Wohooo! Gleich gehts raus hier!
Eigentlich sollte ich doch erst morgen rauskommen, aber durch ein bisschen Rumjammern liess sich es sich doch noch einrichten. Leider musste ich dazu mit der Ärztin verhandeln, die ich vorher versuchte in mein Krankenbett zu bekommen. Oh Gott, es ist immernoch peinlich. So jetzt Sachen packen, so viel wie möglich an beweglichem Kleinkram (Handschuhe, steril verpackte Dinger, Reste und Besteck vom Frühstück) mitnehmen und dann weg hier.

Samstag, 19. April 2008

Krankenhaustag 3

Ich weiss, dass diese Tage eigentlich nicht in die Statistik gehören, aber was soll ich hier im Krankenhaus schon gross machen? Grad war ich mit Notebook unterm Arm hier in der Gegend unterwegs und hab nach einer Überschneidung von Sonne, Bank und offenem WLAN gesucht. Bin auch fündig geworden. Nach dem Mittagessen gehts ersteinmal mit der U-Bahn zum Pizzaessen.
Den Rest des Tages verbrachte ich mit Filmegucken auf dem Notebook. Es ist unglaublich, wie ich es schaffen konnte, innerhalb so kurzer Zeit meinen Nachtschrank derart zuzumüllen, dass bei jedem Öffnen mindestens zwei leere Bionadeflaschen zusammen mit sonstigem Müll zu Boden poltern.
Eventuell komme ich morgen schon raus.

Freitag, 18. April 2008

Krankenhaustag 2

Heute morgen wurde ich operiert. Um 10 Uhr gings los und um 10:30 Uhr bekam ich dann meine Narkose. Was ich cool fand, war, dass meine letzten Worte „Gute Nacht!“ waren. Nicht so cool war allerdings wohl mein Verhalten nach dem Aufwachen. Angeblich kam irgendeine Ärztin zu mir und wollte mir in mein linkes Ohr schauen. Statt mich einfach zu ihr zu drehen, kapierte ich wohl nicht, was sie von mit wollte und drehte mich irgendwann ersteinmal zur anderen Seite. Als sie dann sagte, sie hätte keine Lust sich auf mich zu legen und ich solle jetzt endlich mitspielen, nahm ich dies zum Anlass sie anzubaggern. Zum Glück kann ich mich an gar nichts davon erinnern, aber angeblich habe ich auch ausführlich über Penisse geredet. Hoffentlich laufe ich der nicht noch einmal über den Weg. Danach gefragt, ob solch ein Verhalten nach der Narkose normal sei, oder ob ich ein Sonderfall sei, meinte sie wohl, dass ich schon ziemlich aus dem Standart herausfalle. Oh Gott war das peinlich. Zum Glück hab ichs nur vom Hörensagen mitbekommen.
Habe heute übrigens einen neuen Zimmergenossen Zimmerkameraden* bekommen. Den Shirts die er trägt nach zu urteilen, lese ich die JungleWorld ab jetzt wohl am besten im Foyer. Immerhin hat er die Nase zermatscht bekommen. Die Genugtuung lässt mich dann trotz seines Schnorchelns gut schlafen.


*StudiVZ ist so super... Was ihr alle, die ihr da ein Profil habt, da ohne Sinn und Verstand an Infos raushaut... priceless!

Donnerstag, 17. April 2008

Krankenhaustag 1

Tja, statt gestern um 17 Uhr ins Krankenhaus zu kommen, um dann heute Morgen operiert zu werden, wurde ich gestern angerufen und sollte erst heut Morgen um sieben Uhr nüchtern auflaufen. Nach dem ich dann einige Male hin und her geschickt wurde, bekam ich mein Bett zugewiesen und sollte mir mein OP-Hemdchen anziehen und danach die Beruhigungstablette nehmen. Hab ich auch gemacht. Nur blöd dass ich dann, als ich grad weggepennt war, von meinem Arzt geweckt wurde, der mir sagte, es sei heute irgendwie nicht möglich mich zu operieren und ich müsse bis Morgen warten und ob das denn für mich okay sei. Völlig benebelt war ich natürlich mit allem einverstanden. Dann folgte eine mit schwerer Zunge vorgetragene Diskussion über meine Essenswünsche, die angeblich kein Problem seien. Und tatsächlich bekam ich ein veganes und sogar leckeres Mittagessen. Danach bin ich dann einfach gegangen. Mit der U-Bahn schwarz in die Innenstadt gefahren und habe mir erst einmal eine Mütze gekauft,um meinen teilrasierten Schädel zu verstecken. Seitdem irre ich nun immernoch leicht unter Einfluss von Tranxilium durch die Innenstadt. Wenn ich gleich auf der Karte dieses Bistros da vorne etwas geniessbares finde, steige ich endlich in den Status des Strassencafébloggers auf, da die dort einen T-OnlineHotspot haben und ich keine Lust habe hier inder FussgängerInnenzone nach offenen Netzen zu suchen. Wenn ich mit dem Teil hier in der Hand rumrenne, würde es mir eh sofort abgezogen schätze ich.

Mittwoch, 16. April 2008

Tag 109

Heute habe ich nur drei Blöcke Bildungszentrum abgerissen, bevor ich ging. Musste ja noch Krankenhaussachen packen.
Kaum war ich dann zu hause, kam der Anruf, dass heute kein Bett frei sei und ich erst morgen früh komme solle und dann direkt operiert werde.

Dienstag, 15. April 2008

Tag 108

Wenn ich mir von hier arbeitenden älteren Damen anhören darf, ich sei "auf dem Stand von 1986", dann habe ich wohl wirklich etwas verpennt. Konkret ging es darum, dass meine Supvervisorin (die nicht diese ältere Dame ist) mir gezeigt hat wie ich die von mir endlich fertiggestellten Teileinzugsgebiete ausplotte. Ich wollte doch nur wissen, ob das Ding da unterm Dach, das die ganzen Pläne ausspuckt, auch tatsächlich ein Plotter oder nur ein grosser Drucker ist und wurde dann verlacht als ich darauf bestand, dass der Unterschied darin bestünde, dass ein Plotter nun einmal naturgemäss nur Linien zeichnen kann und das Papier vor und zurück bewegen kann. Es handelt sich also lediglich um einen grossen Drucker. Kann ich meine Pläne mir da die weltgrössten Schablonen der Welt ausschneiden zu lassen also wieder abblasen. Schade.

Montag, 14. April 2008

Tag 107

Sauber! Die Menschen vor deren Haus ich immer parke haben tatsächlich ihr WLAN nicht gesichert. Und da ich mir am Wochenende ein neues Notebook gekauft habe, ist meine Mittagspause in ihrer Sinnhaftigkeit gerade deutlich gestärkt worden. Gut der Nachteil ist natürlich zumindest für den Anfang, dass ich erstmal mit dem Keyboard klarkommen muss. Ich tendiere irgendwie dazu die Leertaste zu verpassen. Werdet ihr schon merken.
Na klasse, jetzt habe ich es irgendwie geschafft mein aus einem Q-tip gefertigtes Platzhalternasenpiercing zu verlieren. Damit einige der schlimmsten Schmerzen meines Lebens nicht umsonst gewesen sind, renne ich jetzt den ganzen Tag mit einem Stück Druckbleistiftmine im Septum rum. Grossartig.

Also im Ernst, aber die dreissigminütige Mittagspause auf dem Beifahrendensitz mit Lunchpaket zu verbringen und dabei auf erwähntem Notebook Family Guy zu gucken, während der Sound dank FM-Transmitter über die Autoanlage läuft, ist schon eine ziemliche Aufwertung. Allerdings ist jetzt die Pause zu kurz. Sind solche zwar gross genug gewesen um stoisch in den Regen blickend WDR5 zu hören, so wird es nun, angesichts des neuen Entertainmentprogramms, knapp.

Freitag, 11. April 2008

Tag 106

Verdammt! Es hat geklappt und keineR hat es gesehen!
Prolog:
Es geht quasi um genau das gleiche wie beim Kickern. Da reisse ich die blödesten Angebersprüche. Ständig. Ich gehe damit allen Leuten auf die Nerven. Also so Sachen wie "Geh da lieber weg! Ich hab da schon Bälle durchgeknallt!" (gerichtet an einen Menschen der sich vor Kopf am gegnerischen Tor hinstellt und zusieht), oder einfach nur so ständig wiederholtes wie "Butterweich!", "Unhaltbar!", "Mit Ansage!" oder "Der ist angedreht! Der kommt noch!".
Klingt jetzt erstmal reichlich arrogant. Was mir dann jedoch trotzdem meine GegnerInnen sichert, ist die Tatsache, dass ich dabei weniger arrogant als traurig wirke, da es trotz meiner grosskotzigen Sprüche in etwa 80% der Fälle einfach nicht klappt. Seien wir ehrlich. In 90%.
Aber ganz, ganz selten kommt es dann doch vor, dass alles zusammenpasst. Das sind dann so epische Situationen wie:
Mein Team macht durch mich ein Tor aus der Verteidigung heraus. An die GegnerInnen gewandt: "Habt ihr gesehen? So geht das. Ah, war zu schnell, ne? Na gut, komm, ich zeigs nochmal."
Die andere Seite nimmt den Ball aus der entsprechenden Luke. Wirft ihn ein. Das gegnerische Mittelfeld spielt ihn zu meiner Verteidung. Stoppen. Kontrollieren. Kurz in die richtige Position schieben. Und dann ohne irgendeinen weiteren Kontakt schnurgerade ins Tor. Das sind selbst für mich als erklärten Unsportler, der sich höchstens für Minigolf und Curling begeistern kann, grosse Momente. Ja, wenn ich es jetzt hier erzähle, geht ein Wenig der Dramatik abhanden, das gebe ich zu.

Warum das alles?
Weil der Kicker im Gegensatz zu meinem Arbeitsplatz einen entscheidenden Vorteil hat:
Wenn sich solche denkwürdigen Momente, in denen Zufall und ich gemeinsam für die Theatralik streiten, ereignen, dann sind unter Garantie mindestens drei Menschen zugegen, um Publikum zu sein.
Normalerweise schätze ich die Tatsache, dass ich hier zwar völlig ungeschützt und für alle sich in Bewegung Befindlichen, gut überwachbar, jedoch durch geschickt platzierte Trennwände und Mauerwerk solange allen Blicken entzogen bin, wie der Rest der Arbeitenden an ihren entsprechenden Tischen sitzt, sehr. Doch wenn ich es dann wider Erwarten schaffe, den Lochverstärkungsringspender dergestalt auf den Büroinstrumentenbeistelltisch zu werfen, dass er nicht nur auf seiner schmalen Seite, mit der Ausgabe nach vorn stehenbleibt, sondern sich dabei auch noch exakt parallel an Tischkante und Büroklammernkiste ausrichtet, dann fehlt mir mein Applaus schon ein wenig.

Allerdings wurde ich durch den Auftrag, meinen Chef vom Autohaus abzuholen aus meiner Trauer gerüttelt. Nun ist es so, dass der Fahrstil des Chefs anscheinend MitarbeiterInnenintern einen gewissen Ruf hat und sich Menschen schon zu weigern versuchten, sollten sie weiterhin mit ihm fahren müssen. Einen Vorgeschmack darauf bekam ich, als ich ihn vor einigen Tagen schon einmal zu diesem Autohaus fahren durfte, beziehungsweise den Firmenwagen wieder zurückbringen durfte, nachdem Chef ausgestiegen und den Fahrersitz geräumt hatte.
Zum Glück scheint meine Position in der Hackordnung weit genug unten zu liegen, als dass ich auf dem Fahrersitz für ihn keine Bedrohung in seiner Position als Firmenchef und Besitzer des zu fahrenden Wagens darstelle. Daher war mein kühner Versuch, einfach demonstrativ mit der BeifahrerInnenseite neben ihm zu halten, auch von Erfolg gekrönt und er liess sich von mir chauffieren.

Donnerstag, 10. April 2008

Tag 105

Wie erwähnt bin ich kommende Woche einige Tage im Krankenhaus. Daher war ich heute statt in der Berufsschule in eben diesem Hospital zur prästationären Untersuchung.
Das hat zwar wenig mit berufsvorbereitenden Bildungsmassnahmen zu tun, aber dennoch ein, zwei Sätze dazu.
Das war kein Krankenhaus. Das war das "Haus das Verrückte macht". Kurversion meiner Odyssee:

- Festgestellt dass der Parkplatz Geld kostet
- Gefühlte fünf Strassen weiter geparkt
- Zu spät im Foyer angekommen
- In die entsprechende Ambulanz geschickt worden
- Von dort ins Foyer
- Von dort in ein Aufnahmeantragausfüllbüro
- Von dort rauf in den zweiten Stock
- Weiss nicht genau was ich dort oben sollte ausser im Wartezimmer zu sitzen
- Wieder runter in den Keller zur Ambulanz
- Erster Kontakt mit einem Arzt:
Als er sagte "So und nun schau ich mir noch kurz Nase, Mund und Kehlkopf an..." wurde ich schon etwas stutzig. Doch bevor ich mir noch mehr Gedanken über das "Kehlkopf" machen konnte, hatte ich schon diese Chirurgenstahllanze im Hals und sollte "Hiiiiiie!" sagen. Ging aber nicht. Raus kam nur ein ersticktes "Bhöööööö!". Mein Respekt vor deepthroat-skillz ist heute noch grösser geworden als er ohnehin schon war.
- Zur Anästhesieberatung geschickt worden
- "Das kann noch etwa eine bis anderthalb Stunden dauern..."
- Eine Tüte Salzstangen aus dem Automaten gefrühstückt. Den Rest der Wartezeit im Auto gesessen
- Vierminütiges Informationsgespräch zur Narkose
- Irgendwelche Zettel zur Ambulanz gebracht und ohne weiteres Gespräch entlassen worden

Jetzt sind natürlich meine Fragen betreffend des Krankenhausalltags noch unbeantwortet, aber mir hat es einfach gereicht. Nochmal irgendwen suchen der/die mir weiterhelfen hätte können wollte ich nicht riskieren. Schliesslich war es schon der mittlere Nachmittag.
Tja und die Bescheinigung dass ich im Krankenhaus war habe ich natürlich auch vergessen.

Mittwoch, 9. April 2008

Tag 104

Es gibt bei uns im Bildungszentrum ja zwei Orientierungsgruppen: Ori1 und Ori2
In Ori1 sind die cooleren Menschen, während Ori2 aus den ganzen Freaks besteht.
Jetzt wurde mir heut zugetragen, dass in Ori2 einige Leute über mich lästern. Ich trage dort nur den Namen "der Homotyp". Und zwar nicht aufgrund meiner Drohungen gegen Leute die "scheiss Schwule" sagen, oder meiner Gespräche über Bisexualität. Nein. Wörtlich überliefert ist mir folgender Satz:
"Dieser Homotyp! Der isst ja nur Nüsse und so!"
Ich finde es lustig. Ausserdem kenne ich die betreffenden Leute ja nicht einmal.

Ich habe mir überlegt, dass ich am Ende meiner Massnahme einigen Leuten, inklusive meiner Bildungsbegleiterin, den Link hierhin schicken werde. Bei den TeilnehmerInnen mache ich mir da keine Sorgen. Die werden das ja alles dann erst erfahren wenn sie ohnehin schon weg sind. Ursprünglich hatte ich vor, die URL dann Bildungszentrumnah zu veröffentlichen, halte das jedoch angesichts der Tatsache, dass ich ja viel über die LeherInnen geschrieben habe, was sich dann aus dem Kontext bestimmt auch zuordnen lässt für eine schlechte Idee, da ich ja die LehrerInnen denen ich das Geschreibsel gern zeigen würde tendenziell eher mag und dann vor dem Rest der TeilnehmerInnen nicht outen möchte. Also werde ich den Link wohl nur an meine Bildungsbegleiterin schicken mit dem Vermerk, sie möge es nach Gutdünken weiterleiten und einer kurzen Liste meiner FavoritInnen.
Und ich hoffe die Lesenden werden dann auch immer verstehen, dass ich zwar über sie schreibe, es jedoch mit der Realität nicht allzugenau nehme und daher auch hin und wieder Sachen überspitze wenn es mir grad gut ins Konzept passt. Also nicht böse sein. Ihr habt alle guten Stoff geliefert.
Habe heute angefangen die nötigen Mailaddressen der TeilnehmerInnen zu sammeln. Es sind zwar nicht viele, denen ich dieses "Abschiedsüberraschung", wie ich es zur Begründung nannte, machen will, aber da ich ja nur noch einen Tag in der Woche am BZ bin und Teile dieser zukünftigen LeserInnenschaft auch nicht mehr an der Berufsschule auftauchen, ist es wohl besser damit jetzt schon anzufangen.

Dienstag, 8. April 2008

Tag 103

Krankenschein.
Wer mich kennt und weiss warum wird mich jetzt auslachen. Zu recht.
Allerdings kommt mit ein freier Tag (also zusätzlich zu dem freien Tag den ich Donnerstag haben werde, da ich zur Voruntersuchung ins Krankenhaus darf) ganz gelegen. Einerseits um mich von den gestrigen Strapazen zu erholen, andererseits um an einigen Sachen zu arbeiten, die demnächst fertig sein müssen. Also nix mit faul rumliegen und so.

Montag, 7. April 2008

Tag 102

Ich muss unbedingt zum/zur Augenarzt/-ärztin. Meine Augen fangen nach nur ein paar Minuten lesen (Zum Glück fast nur bei Printmedien. Bin halt im digitalen Zeitalter angekommen und warte nun auf das papierlose Büro.) an fies zu brennen und zu tränen. Ursprünglich dachte ich ja es käme von der Luft im Bildungszentrum aber nachdem dies ausgeschlossen und auch meine Blutwerte perfekt waren bleibt ja nun wohl nicht mehr viel übrig. Und da ich kommende Woche einen OP-Termin habe, muss ich das vorher noch geregelt bekommen. Sonst ists Essig mit dem Lesen im Krankenbett. Wird es ohnehin sein, da ich mein Glück kenne und wie letztes Mal in einem Vierbettzimmer voller Greise liegen darf, von denen einer regelmässig sein hinten offenes Leibchen nach vorn kehrt, um so durch die Gegend rennend das Zimmer mit Urin zu besprenkeln.
Na gut, ganz so arg wars nicht aber ich nahm es so wahr.
Und um mal die aktuelle "KassenpatientInnen warten zwanzigmal länger auf alles!"-Diskussion zu eskalieren:
Ich bin im Moment ja nicht einmal versichert!
Denn bei meinem letzten Besuch im Arbeitsamt stellte sich dann heraus, dass ich zwar grundsätzlich das nötige Geld vom Staat bekomme, mich jedoch erst selber versichern muss und danach erst mit der Bestätigung der Krankenkasse - nachdem ich das also von dem Geld dass ich erst danach überwiesen bekommen werde bezahlt habe - zur Arge um dann erst das Geld - welches ich, wie schon im vorherigen Gedankenstricheinschub erwähnt, zu diesem Zeitpunkt bereits überwiesen haben muss - zu bekommen.
Wobei wenn ich jetzt recht nachdenke gab es da wohl einen Trick. Jemand der Menschen die mit mir unter einem Dach wohnen sagte mir, die Kasse hätte für mich angerufen und gesagt das ginge schon irgendwie. Mal nachfragen.

Die Teileinzugsgebieteberechnung an der ich nun seit Gott weiss wann sitze ging heute in die nächste Runde. Nun bin ich daran, die von mir ermittelten Gebiete ("Hmm ja wird schon stimmen... mach das einfach mal so... sieht gut aus... jaja...") mit AutoCAD in den Plan zu übertragen. Mal eben so.
Werde daran nach meinem jetzigen Botendienst noch den Rest des Tages wenn nicht länger zu tun haben.

So. Nach beinahe 90 Minuten, in welchen ich zwei Umschläge voller Ausfertigungen zu Umweltamt und irgendeinem Architekten gebracht habe (Immer eine akteulle Titanic auf Tour mitnehmen!), bin ich nun wieder vor Ort und darf noch geschlagene 37 Minuten arbeiten.

Freitag, 4. April 2008

Tag 101

Ich plage mich ja seit längerem an der Fertigstellung der Teileinzugsgebiete eines Plans einer Wohnsiedlung ab. Es hiess ja, die sei schon fertig und ich hätte nur versehentlich den falschen Plan bekommen, so dass ich das nicht habe lösen können, da da wichtige Informationen einfach nicht eingezeichnet waren. Jetzt bekam ich den richtigen Plan auf den Tisch gelegt und es stellte sich heraus, dass der zuständige Ingenieur eben noch nicht, wie angekündigt, diese Teileinzugsgebiete bereits fertig hat, sondern dass das was ich jetzt da fabriziere die offizielle Version sein wird und ich sollte doch bitte nicht wieder so viele falsche Linien in den Plan kritzeln.
Habe die betreffende Fläche folglich grosszügig mir teurem Transparentpapier abgeklebt bevor ich anfing zu malen. Der besseren Übersicht halber habe ich die einzelnen Felder dann auch jeweils farblich unterschiedlich ausgefüllt. Was reichlich schwierig ist, mit nur drei Textmarkern. Habe alle erdenklichen Mischungen und Schraffuren zur Anwendung bringen müssen. Das Mistding von Plan war 1,4m x 0,9m gross.
Aber ich glaube ich habe meine Sache gut gemacht. Habe es entgegen der an mich gestellten Erwartungen heute fertig bekommen. Habe dann dem zuständigen Ingenieur gesagt, dass ich soweit wäre und er es sich ansehen könne, bevor ich anfange die Linien vom Transparentpapier auf den Plan zu übertragen.
"Ja alles klar. Ich komme sofort."
Sprachs, zog sich seine Jacke an und ging.

Und das da rechts ist nur ein winziger Teil des grossen Ganzen!
Nur um einmal die Komplexität und Unübersichtlichkeit anzudeuten.

Mit etwas Übung lässt sich das Umblättern der Titanic beinah so anhören wie das Falzen eines Plans. Konnte also, optisch hinter einem Raumteiler verborgen, mehr oder minder ungestört lesen, während die drei Damen im Raum mich für arbeitend hielten.

Donnerstag, 3. April 2008

Tag 100

Einhundert Tage.

Die Berufsschule mit ihrem frühen Schluss ist ziemlich angenehm im Vergleich zum restlichen Prakitkumsalltag. Obwohl ich morgen ja auch schon um kurz nach 13 Uhr Schluss habe.

Da in der Berufsschule nicht viel los war, notiere ich hier nur kurz, worüber ich mich den ganzen heutigen Friseurbesuch über amüsieren konnte:

Friseurin: "Ja, man trägt ja wieder Pony!"*




*Ich finde es auch immer wieder witzig wenn es heisst "Der DAX ist gefallen" und denk dabei an einen stolpernden Dachs. Sonst kann da keineR aus meinem Umfeld drüber lachen. BanausInnen.

Mittwoch, 2. April 2008

Tag 99

Stammtag.
War ganz amüsant mal wieder all diese Menschen zu sehen. Waren auch tatsächlich fast nur die Netten zugegen. Die Restlichen nahm ich nur am Rande wahr.
Morgen in der Berufsschule sind ja auch grösstenteils coole Leute. Und besser als echte Arbeit ohne echten Lohn ist es allemal.
Habe auch bis auf Unterhaltungen führen heute nicht viel geschafft. Sogar nur knappe drei Seiten Titanic lesen können.

Dienstag, 1. April 2008

Tag 98

Das erste Mal, dass ich embedded von der Arbeit blogge.
Aber auch nur weil ich seit gestern daran sitze für einen der hiesigen Ingenieure vier Seiten handschriftlicher Notiz abzutippen. Gut das Abtippen war nach einigen Minuten getan, aber seitdem kämpfe ich damit, das Geschreibsel in das hiesige corporate design zu formatieren.
Naja und wenn ich dann so Infor bekomme wie: "Schrift Ariel 11 od. 12", die Schrift jedoch weder Ariel noch Arial, sondern Univers ist, die Seitenränder im jeweils +1cm korrigiert werden müssen und die Vorlage auch nicht dort zu finden war, wie es auf dem Zettel steht, der mir gegeben wurde, dann, so finde ich, darf ich mir dafür auch mal ein wenig mehr Zeit nehmen.
An dieser Stelle ein Dank und eine Richtigstellung:
Die ganzen vermeintlich sinnlosen Stunden EDV-Unterricht im Bildungszentrum haben mir tatsächlich eine Menge im Umgang mit MS Office beigebracht. Daher meinen Dank an den dafür zuständigen Lehrer und meine Entschuldigung für die ganzen Jammereien.
Schliesslich konnte ich dadurch gestern damit protzen, dass ich meinte, mensch müsse ja nicht immer vier Leerzeichen hinter die Tabulatortaste klatschen, sondern könne den Tabstopp auch einfach dezimal definieren. Wohooo!
Da hamse aber geguckt.
Zum Glück meinten die dann, ich solle das lieber so machen wie sonst auch immer, schliesslich wäre das dann einheitlicher, auch wenn ich damit wohl besser umgehen könne als der Rest hier.
Glück gehabt. Wusste nämlich nicht mehr wie das geht. EDV-Poker*.

So und nun weiss ich auch, dass ich es theoretisch schaffe in der Mittagspause nach Hause zu fahren und wieder zurück. Und wenn ich beide Strecken die Autobahn genommen hätte, wäre ich auch nicht zehn Minuten zu spät gekommen. Aber das hat keineR gemerkt. Und ist ja auch nicht so, dass ich in den letzten vier Tagen insgesamt fünfmal auf Reserve gefahren bin. Hauptsache beinahe sinnfrei durch die Gegend heizen in der Pause.
Und falls der Chef jetzt mit dem Firmenwagen weg muss um sein Privatauto aus der Werkstatt zu holen, soll ich mit meinem (Mamas) Privatwagen die Post wegbringen. Schreit nach Arbeitskampf.

Nebenbei: Es ist doch völlig blödsinnig einen Warnstreik am ersten April zu machen.

Nun gut, die Sache mit dem Privatwagen hat sich erledigt. Ich soll den Chef in einer halben Stunde zu seiner Werkstatt fahren und auf dem Rückweg bei der Post halten. Bin mal gespannt ob ich es dann schaffe pünktlich um 16 Uhr Schicht zu machen. Naja, ansonsten ist es wohl angesichts der vertrödelten zehn Minuten heute auch nicht so gravierend.

Und ganz im Ernst: Ich bekomme gerade meinen zweiten Betriebsunfall!
Denn durch das viele Falzen tut mir mein Daumen jetzt ganz doll weh. Könnte eine Blase werden. Zum Glück bin ich morgen im Bildungszentrum und Donnerstag in der Berufsschule, da kann ich mich dann erholen. Aber es ist schon ernst. Ich werde mir Handschuhe besorgen müssen. Knochenjob.


*Wenn Wikipedia nicht nur noch mit Anmeldung funtkionieren würde, würde ich jetzt folgenden Artikel anlegen: "EDV-Poker, der
Unter EDV-Poker versteht mensch das gekonnte Vorspiegeln fundierter EDV-Kenntnisse, die wie ein klassischer Bluff im Pokern funktionieren und eine derart überbordende Kompetenz vermitteln sollen, dass dem/der Bluffenden die tatsächliche Anwendung seiner/ihrer möglicherweise trotz Ankündigung nicht vorhandenen Fähigkeiten erspart bleibt."

Montag, 31. März 2008

Tag 97

Es gibt hier fünf Kasten in der Hierarchie.
Ganz oben natürlich der Chef.
Dann die vier IngenieurInnen.
Dann die vier, teilweise halbtags arbeitenden, Bauzeichnerinnen.
Dann die zwei wechselnden Sekretärinnen.
Dann ich.
Eigentlich sind alle versucht, mir Aufgaben zu geben, die mir auch etwas beibringen und schanzen mir zwischen den repetitiven Schneiden-Falzen-Kopieren-Aufgaben auch Sachen zu, die nicht notwendig für den Ablauf des Betriebes (Wie haben die nur ohne PraktikantIn ihren Kleinkram erledigen können? Die kommen ja jetzt schon kaum klar, wo ich das alles machen muss.) sind und mir einen Einblick in ihren jeweiligen Beruf vermitteln sollen.
Ausser der Chef.
Der Chef meint - und das meint er noch nicht einmal böse - PraktikantInnen seien zu typischen PraktikantInnenaufgaben da. Also so Sachen wie letztens das Schneeschippen.
Oder als er mir gestern das instruction manual und den quick start guide seines neuen Handys auf den Tisch legte und meinte ich solle das doch mal grösser kopieren, schliesslich könne er es so schlecht lesen. Ich war ja nur grad dabei eine Aufertigung vierfach zu sortieren und fertig zu stellen, damit sie am gleichen Tag noch zum zuständigen Bauamt gebracht werden kann.
Aber das Blödeste an der Geschichte ist, dass ich dann wirklich versuchte diese zwei verdammten Heftchen, die vom Format her genau so gewählt waren, dass nicht zwei Seiten auf ein A3-Blatt passen, zu kopieren. Nachdem ich also eine Viertelstunde mit dem Kopierer gefochten (und kläglich verloren) hatte, fiel mir endlich ein, die verdammten Anleitungen einfach als pdf runterzuladen und auszudrucken.
Gut, dass ich dann aus Versehen fünfzig mal die falsche Datei gedruckt habe, mag ich mir durchgehen lassen. Davon ab war meine Lösung sehr elegant. Zwar erst im vierten Anlauf, aber trotzdem.
Ansonsten war ich heute mal wieder so unproduktiv und schlaff wie selten. Habe versucht auf der Herrentoilette einige Minuten zu schlafen. Hat nicht geklappt. Habe versucht einige Minuten an meinem Schreibtisch zu schlafen und dabei auszusehen als arbeite ich gerade an der Einzugsgebieteberechnung eines Plans eines Wohngebietes. Hat auch nicht geklappt.
An dieser Einzugsgebieteberechnung sitze ich übrigens schon seit über einer Woche. Das sollte ich einfach mal machen, um zu sehen wie es funktioniert. War auch extra ein leichter Plan. Tja, leider hat der zuständige Ingenieur dabei einige Fehler gemacht, die mich dann verzweifeln liessen. Solch eine Einzugsgebieteberechnung dient dazu, zu wissen, wieviel Regenwasser von einem jeweiligen Grundstück in das jeweilige Kanalnetz fliessen wird um die Auslastung des Kanals zu planen. Dazu werden dann in einem relativ frühen Stadium der Planung die ganzen unterschiedlichen Einzugsgebiete festgelegt und ausgerechnet. Ich sollte sie nur festlegen und entsprechend ihrer zugehörigen Kanalabläufe durchnummerieren. Blöderweise hatte der Ingenieur, der die Berechnung für diese Massnahme schon fertig hat und mich halt nur üben lassen wollte, seine Berechnung gemacht, als die Strassen und die Strassenabläufe (das was ich "Gulli" nennen würde) noch nicht im Plan waren. Bedeutet er hat mir sehr schwierige Informationen dazu gepackt - so dass ich nun auch berechnen musste, zu welchem Strassenablauf das jeweilige Wasser auf der Strasse fliessen wird - und mir sehr wichtige Informationen versehtenlich beim Plotten ausgeblendet - nämlich die Höhen- und Gefälleangaben ohne die ich ja überhaupt keine Ahnung habe, welcher Gulli denn nun tiefer liegt als welcher andere und zu welchem Tiefpunkt in der Strasse das Wasser fliessen wird.
Dementsprechend stand ich dann auch wie der Ochs vorm Berge vor dem Plan, als er mir, dabei an seine leichte Version denkend, erklärte, das sei ja alles ganz einfach und ich solle das mal eben so machen. Habe es dann eine Woche lang versucht, bis es mir heute reichte und ich ihm sagte ich käme nicht weiter. Als er mir helfen wollte und feststelle, dass er auch nicht weiterkäme sah er es ein und liess mir einen neuen Plan mit den nötigen Informationen ausplotten.
Da jedoch noch ungefär eintausend andere Pläne geplottet wurden heute, wird es wohl bis Morgen dauern, bis ich diesen einen aus dem Haufen da oben gefischt und den Rest geschnitten und gefalzt habe.

Freitag, 28. März 2008

Tag 96

"Anders als andere Meditationstechniken gibt es hier nichts zu tun, als einfach nur in bewusster Aufmerksamkeit zu sitzen. Dabei soll nicht über das Sitzen selbst nachgedacht werden, sondern es soll sich ein Eins-Werden mit dem Da-Sitzen einstellen. Zu diesem Zweck müssen die schon bald schier endlos auf den Übenden einstürmenden Gedanken losgelassen werden, bis sie sich nach und nach immer seltener ausbilden."
Ich habe heute NIX gemacht. Naja eigentlich schon, aber ich habe Arbeit für etwa 2,5 Stunden auf 6 Stunden zu strecken. Denn heute war ja nur bis 13:15Uhr arbeiten. Aber trotzdem.
Los ging es mit dem klassischen "Wieviel verdiene ich in einer Stunde/Minute/Sekunde?"-Spiel. Nachdem ich dann jedoch alle möglichen Werte ausgerechnet hatte die sich für all die unterschiedlichen Feiertagskonstellationen ergeben kam ein anderer Klassiker. Das Starren.
Einfach nur ausm Fenster. Das Tolle daran war, dass ich vor einem Fenster vor einem kleinen Wald sitze. Daraus resultiert auch meine neue Bestimmung: mir wieder ein kleines Fernglas kaufen und rauskriegen was da für komische Tiere langgelatscht sind. Vom Tempo her hätten es Hühner sein können. Sahen aber nicht danach aus. Crazy.
Gegen Ende des Arbeitstages habe ich dann angefangen Pläne diverser Grundstücke zu zeichnen, um sie als Grundlage für meine taktischen Überlegungen, die nun, da der Tag an dem wir endlich bestellen werden näher rückt, unabdingbar sind. Oder sowas in der Art.
Auf jeden Fall endete ich mit mehreren zusammengeklebten (Ja verdammt, das Blatt war zu kurz und mein Plan ist ein wenig ausgeufert.) buntbemalten Zetteln, die ich dann erst kopieren musste, da ich meine diversen Taktiken ja nicht in das Original malen konnte - mein Team muss ja flexibel bleiben und so.
Meine Güte war mir heute langweilig!
Ich habe einen Reader und eine Kurzgeschichte gelesen. Alles heimlich versteht sich. Und dann brach mein Wille vollends, als ich im 13 Uhr mit geschultertem Rucksack und Jacke an der Rezeption stand und mir sagen lassen musste, dass ich fünfzehn Minuten zu früh sei.

Donnerstag, 27. März 2008

Tag 95

Mit Nierengurt um die Brustwirbelsäule geschnürt und dick angezogen liess sich der heutige Tag überstehen. Sehr nett war, dass der Chef irgendwann zu mir kam und meinte er hätte da was für mich, ich solle doch mal mitkommen. Er hat mir dann im Erdgeschoss einen Schreibtischstuhl gezeigt, den ich haben könne, da seine Rückenlehne höher und besser sei. Tat mir tatsächlich gut auf diesem statt auf den anderen Stühlen, deren Lehnen nur bis knapp an die Nieren reichen zu sitzen. Nicht so gut tat mir, dass ich den Sessel dann ersteinmal in den zweiten Stock hoch, und den anderen aus dem zweiten Stock runtertragen durfte.
Naja "guter Wille" und so.
Ich habe den ganzen Tag damit verbracht Akten zu sortieren. Naja nicht nur zu sortieren, sondern zu vervielfältigen, um sie danach ins Bauamt zu bringen.
Und dort habe ich dann etwas gelernt!

Und zwar:
Gestern habe ich einem befreundetem Dreijährigen das Buch "Der Aufzug" vorgelesen. Auf sein Nachfragen, wofür denn die dreieckigen Knöpfe aussen neben der Tür seien, sagte ich ihm die

Wahrheit:
Das weiss niemand.
Einfach niemand.
Entweder heissen die "Ich will nach oben" oder "der Fahrstuhl soll hochkommen". Darum drückt mensch immer auf beide Knöpfe. So erklärte ich es ihm und so sah ich das auch.


Aber:
In dem Bauamt gab es einen Fahrstuhl, dessen Aussentür mit zwei rechteckigen Knöpfen versehen war. Das ganze Ding war etwa aus den 60ern nach Stil und gefühlter Sicherheit während der Fahrt zu urteilen. Und diese beiden Knöpfe zierten nicht etwa Piktogramme die einfach nur nach oben oder unten deuten. Nein.
Diese Knöpfe waren beschriftet mit "Ich möchte nach oben" und "Ich möchte nach unten"!
Wie konnten wir diese überragende Technik aus den 60ern nur vergessen?
All ihr fahrstuhlfahrenden Unwissenden: Verkündet es! Die Knöpfe müssen entsprechend der gewünschten Fahrtrichtung gedrückt werden!
Naja, nur um ihrem Sinn zu entsprechen. Denn wenn trotzdem beide gedrückt werden, kommt ja der Fahrstuhl schneller. Möglicherweise fährt er dann länger, aber das Argument kann ja auch auf der "pro"-Seite stehen.
Irgendwann hatte ich dann in diesem Bauamt den Herrn gefunden, dem ich den riesigen Stoss Akten bringen sollte, die ich den ganzen Tag fertig gemacht hatte und wollte extra freundlich sein und so. Kam aber nur bis "Hier..." als ich von einem Menschen unterbrochen wurde, der ins Büro kam und den armen Glatzkopf den ich aufzusuchen hatte anfing anzuschreien. Hielt es für das beste einfach zu gehen.

Mittwoch, 26. März 2008

Tag 94

Hexenschuss!
Blöderweise ist heut Mittwoch und ich habe es nicht geschafft zum Arzt zu gehen um meine AU verlängern zu lassen.

Dienstag, 25. März 2008

Tag 93

War ein kurzer Arbeitstag heute. Um 7:10Uhr, als ich mich gerade daran machen wollte die geschnittenen Pläne von letzter Woche zu falzen, bekam ich einen Hexenschuss. Hab dann noch eine gute Stunde versucht durch Jacke und Bewegung die Schmerzen zu mildern, aber hat nichts gebracht. Als ich dann gerade verkünden wollte dass ich zum Arzt gehen werde, kam der Chef an und sagte ich solle doch vorher noch Schnee schippen. Ja grossartig. Beste Therapie.
Naja, zwei Stunden später hatte ich dann die AU in Händen. Und das, wo ich doch im Moment immernoch nicht krankenversichert bin. Denn als ich letzte Woche am Arbeitstamt war, hiess es, ich müsse mich erst selber versichern und nachdem ich dann ein Bescheid der Krankenkasse bekommen habe solle ich nochmal wiederkommen.

Freitag, 21. März 2008

Tag 92

Tja scheisse. Der erste Tag, für den zu bloggen ich es nicht geschafft habe.

Mittwoch, 19. März 2008

Tag 91

Um dafür zu sorgen, dass ich mich auch in Zukunft noch an Kartons schneiden kann, hatte ich ja heute einen Termin mit der besten Bildungsbegleiterin von allen ausgemacht. Habe also vorher dreieinhalb Stunden geschuftet. Die meiste Zeit ging dafür drauf, einige, teils grösserformatige, Pläne zestückelt auf A3-Blätter zu kopieren und dann möglichst genau und elegant zusammenzukleben. Dass ich die ganze Zettelwirtschaft dann an die grosse Panoramafrontscheibe klebte, um die einzelnen Seiten durch das durchscheinende Licht besser ausrichten zu können, stiftete ein bisschen Verwirrung bei allen Vorbeikommenden. Hat aber ganz gut geklappt. Und als verhinderter Mediengestalter musste ich da ja auch mal ranklotzen und zusehen, dass es ansehlich wird. Ist es auch geworden.
Den grössten Fehler machte aber dann meine Supervisorin als sie mich fragte, ob ich denn nach meinem Termin nochmal wiederkäme. Obowhl ich es pflichtbewusst bejahte, wusste ich doch nun, dass sie keine Ahnung hat, wie lange ich wohl brauchen würde.
Die beste Bildungsbegleiterin von allen tat dann ihr übriges, als sie fragte ob sie beim Betrieb anrufen solle um zu sagen es dauere länger oder ich schaffe es gar nicht mehr heute. Denn schliesslich hatte ich ja auch den Schrieb, der der Auslöser für meine krankenversicherungliche Verwirrung verantwortlich ist, zu Hause vergessen (Aber extra an die Krankenkarte gedacht! Für mich hat das irgendwie Sinn gemacht.) und sollte ihn holen, um danach beim Arbeitsamt vorstellig zu werden.
Tja, den Zettel habe ich natürlich vor Arbeitsagenturschluss nicht auffinden können. Habe aber der besten Bildungsbegleiterin von allen telephonisch gesagt, ich würde gleich wieder zur Maloche fahren. Werde ich auch nach einem kleinem Imbiß und dann morgen, wenn die Arge länger aufhat als ich ackern muss, weiter gegen die Krankenversicherungswindmühlen angehen.

Verdammt ich kann doch nicht wieder zur Arbeit fahren, bevor das Paketauto nicht kam und mir mein Ebayersteigertes gebracht hat. Sonst schmeissen die mir nur einen Zettel rein und ich darf das dann morgen holen. Und das schaff ich dann bestimmt zeitlich nicht und so weiter und dabei brauch ich das Paket doch Freitag und da ist Feiertag also wenn das nicht jetzt gleich kommt, ist schlecht.
Wobei... jetzt gibts ja hier in der Gegend irgendwo solch eine Paketstation. Ich weiss ja nicht wie das läuft und so, aber vielleicht packen die das ja auch da rein. Und schmeissen es nicht, wie es eine Zeit Usus war, das Paket wenn keineR die Tür öffnet einfach vors Haus.
Danke Post.

Oh nein. Es fand eine Person hierhin, die bei Google nach "neger wichsen" suchte. Ich will nicht unter den ersten zehn Treffern sein für "neger wichsen". Na klasse. Da waren mir die anderen Googletreffer lieber.

Dienstag, 18. März 2008

Tag 90

Okay alles klar. Das Arbeitsamt bezahlt meine Versicherung. Und ich hatte meinen zerschnittenen Finger schon fast abgeschrieben. Habe ind er Frühstückspause meine Bildungsbegleiterin angerufen. Jetzt muss ich nur noch morgen hin und irgendetwas unterschreiben.
Die beste Bildungsbegleiterin von allen sagte mir also nun ich solle mir eine Uhrzeit aussuchen. Damit ich Frühstücks- sowie Mittagspause nicht verpasse, entschied ich mich also für 11 Uhr. Die beste Bildungsbegleiterin von allen sagte mir also ich solle meinem Betrieb sagen, sie könne diese Woche nur morgen zwischen 10 und 12 und sie können ja ruhig bei ihr anrufen und sich den Termin bestätigen lassen.
War dann aber doch nicht nötig.

Ich habe heute den ganzen bekloppten, langen, endlosen Tag damit zugebracht, Einladungsschreiben zum jährlichen Grünkohlessen der Baumeister-Clique zu falzen, in Kuverts
und danach zur Post zu bringen. Und ich habe das "-Innen" nicht vergessen. Die weibliche Form kommt in deren Namen natürlich nicht vor, und von all den verpackten Einladungen gingen auch nur zwei an Frauen. Erschien mir bei dem riesigen Stapel Post auf meinem Schreibtich doch sehr unterrepräsentiert.

Montag, 17. März 2008

Tag 89

First blood! Erster Betriebsunfall heute.
Habe mich an einem dämlichen Karton geschnitten.
Und als wäre das nicht genug, flatterte ein Schrieb ins Haus, dass ich nicht mehr krankenversichert bin. Jetzt muss(sic) ich mich "freiwillig versichern". Ich werde mal morgen meine Bildungsbegleiterin anrufen und das klären. In meiner Logik müsste das Arbeitsamt das zahlen. Mal sehen.

Die letzten beiden Arbeitstage habe ich hauptsächlich damit verbracht, eine drei Jahre alte Akte achtfach zu verfielfältigen. Bedeutet insgesamt 71 Pläne schneiden, falzen, lochen, mit Lochverstärkern versehen, richtig sortieren und abheften zusammen mit ner Menge anderem Zeug.
Naja und wie es nun einmal so läuft, hiess es heute ich solle alles ausheften und wegschmeissen, da sich der Name der Baumassnahme geändert habe. Achso und die Sachen müssen bis heute Nachmittag fertig sein. Nicht gerade entspannend.

Freitag, 14. März 2008

Tag 88

Tief in mir habe ich immer auf einer gewissen Ebene gewusst, dass sich irgendwer um die ganze Logistik und Planung hinter der Welt kümmert. Aber wenn mensch dann realisiert, dass es tatsächlich für so ziemlich jeden Quadratmeter des Erdenrunds Pläne gibt, die anzeigen wo, wie, in welcher Höhe und mit welchem Gefälle irgendwelche Rohre laufen soll.
Und wenn ich dann daran gesetzt werde, diese Pläne zu vermessen mit einem Programm, von dem ich keine Ahnung habe (aber grosse Fleisspunkte sammeln konnte weil ich mir aus der Bibliothek "Jetzt lerne ich CAD - OHNE VORKENNTNISSE!" geliehen habe), dann ist das ersteinmal ein grosser Schock. Habe meinen Job aber recht gut gemacht glaube ich. Trotzdem vermisse ich meine Bézierkurven. Irgendwie machen die doch einiges einfacher als die Polygonlinie aus AutoCAD.
Und bisher bestanden die einzigen Pläne, die in meinem Leben eine Relevanz hatten entweder aus Umrissen kleiner Inseln mit Totenköpfen und einem grossen roten X oder fanden sich in Büchern die Titel trugen wie "Instruktionen für den Aufstand".
Und jetzt sitze ich da vor völlig wirren Zeichnungen am Rechner und soll die Höhenwerte einiger ausgesuchter Punkte verändern. Also bis ich mit dem Ding wirklich umgehen kann wird es wohl noch etwas dauern. Im Moment stolpere ich eher so durch.

Donnerstag, 13. März 2008

Tag 87

Berufsschule um halb Acht? Das kann einfach nicht klappen. Aber irgendwie interessiert es wohl auch die Person die die erste Stunde macht nicht sonderlich wenn ich immer erst zur zweiten komme. Aber es war wirklich rein gar nichts los heute. Zwischendurch eine Freistunde gehabt, in der ich nach Hause zum frühstücken fuhr. So müssen Donnerstage sein.

Mittwoch, 12. März 2008

Tag 86

Endlich habe ich es geschafft meine Unterlagen für mein Rechnungswesenreferat über die "Entstehung des Geldes" mitzunehmen. Ich fand mich ganz gut aber hat natürlich keineR zugehört.
Wie auch immer.
Der Rest des Tages ging schnell vorbei. Zwei Blöcke Englisch fand ich ganz okay und danach wurden wir auch direkt nach Hause geschickt. Kann ich gut mit leben.

Dienstag, 11. März 2008

Tag 85

Heute sind wie tatsächlich endlich zur Baustelle gefahren.
Den Sinn dahinter habe ich jedoch nicht ganz verstanden, da mein Begleiter mir die ganze Zeit erzählte dass er zu seinem nächsten Termin zu spät käme und hat mir dabei ungefähr vier verschiedene teils schon fertige Baustellen gezeigt. Und zwar ohne dass wir dort irgendwas gemacht oder mit irgendjemandem geredet hätten. Naja aber war ganz lustig.
Danach wurd mirn Laptop aufn Tisch geknallt und ich sollte mich in AutoCAD einarbeiten. Denn Freitag bekomme ich eine Zeichnung dazu und ich soll dann tatsächliche Arbeit daran leisten. Na klasse.
Illustrator, Photoshop oder Corel sind nix dagegen.
Völlig verrückt.

Montag, 10. März 2008

Tag 84

Zu Anfang durfte ich erst einmal die 14(?) Müllsäcke, die ich Freitag schon zurechtgeschleppt hatte, mit dem Firmenwagen zum Containerhof bringen. Als ich irgendwann raushatte, wie das mit dme Rückwärtsgang funktioniert waren es angenehme zwei Stunden. Ja, zwei Stunden. Denn um zum Mülldings im anderen Stadtteil zu kommen, wurde ich erst einmal in eine völlig andere Stadt geschickt, um von dort aus dann den direkten Weg zu nehmen. Mir solls recht sein.
Eigentlich wollten wir ja heute zur Baustelle fahren. Das hat sich dann den ganzen Tag immer wieder hingezogen. Letztendlich werden wir es erst morgen machen, aber zur Einstimmung wurde mir dann ein dicker Aktenordner vorgelegt zu dem Bauvorhaben den ich mal durchblättern sollte, um mich "einzustimmen".
Meinen ersten Schock bekam ich, als ich "Kleingartenverein" las. Nachdem ich mich dann durch die seit 1991 andauernde Korrespondenz mit Ämtern und KleingärtnerInnen* gewühlt hatte (Wenn jemand diese Briefe als Roman verfasst hätte, er oder sie wäre von den KritikerInnen in der Luft zerrisen worden, weil sein/ihr Roman viel zu klischeebeladen, vorhersehbar und in Details verloren wäre. Hätte er/sie es jedoch als Satire auf die kleingeistige Deutsche Gartenzwergmentalität vermarktet: Bestseller!), kam ich zu den Plänen. Und diese sahen tatsächlich ganz gut aus. Also wirklich.
Tja, danach kamen jedoch die Photos der ersten Begehung. Knaller.
Zu dem Zeitpunkt kam dann der zuständige Ingenieur vorbei:
"Ja ja. So sieht das da jetzt aber auch nicht mehr aus. Das war letztes Jahr. Alles total runtergekommen. Hier [deutet auf das Photo einer nur noch halb erhaltenen Betonlaube], das Ding ist da vor vier Jahren explodiert und dann lagen die Trümmer da in den anderen Gärten und dann hat sich da einfach niemand mehr drum gekümmert."

Und es sah auch genauso aus. Ich habe bisher erfolglos versucht die Story zu verifizieren aber selbst wenn sie nicht stimmen sollte finde ich sie super. Es passt halt einfach.
Eigentlich habe ich den ganzen Tag heute auf den Plotter wartend verbracht, da ich ganz viele Pläne zu schneiden und zu falzen hatte. Nun war aber meine Frequenz höher als die des Plotters und so habe ich zwischendurch wenigstens eine Menge lesen können. Nur als der Chef vorbeikam musste ich mein Buch unter den Tisch schleudern.

*Grossartig auch die Protokolle der jeweiligen Sitzungen:
"Herr Bla fragt wie das Geld für die Dings wieder reinkommen soll.
Herr Blub antwortet: "Wir können doch ein Wasserfest machen mit Tombola."
Herr Bla: "Ja das finde ich gut.""

Freitag, 7. März 2008

Tag 83

Meine Überpünktlichkeit scheint eher Erstaunen als Bewunderung auszulösen. Naja, tut sie ehrlich gesagt bei mir selber wohl am meisten. Aber es ist schon hart, wenn der Praktikant morgens vor verschlossener Tür steht, weil er der zweite ist, der ankommt, und Nummer 1 vergesssen hat die Tür aufzumachen und auf nichts reagiert und Praktikant dann auf Nummer 3 warten muss.
Dafür begann der Tag danach dann aber auch direkt mit einem Lob.
"Der Macho" kam an, legte mir die Hand auf den Rücken (wortloses, stummes Schreien!) und sagte mir, dass ich die Massenberechnungen die ich für ihn gemacht habe erstaunlich gut gemacht habe. Er hätte es nochmal mit seinem CAD-Programm gemacht und festgestellt, dass ich maximal 100m² daneben lag, was bei einem 1:500 Plan anscheinend ziemlich gut ist. Und die Zahlen die er bekommen hat waren meine gerundeten Versionen! Ich habe die vage Ahnung, dass es einen Unterschied gibt zwischen "Karte" und "Plan". Muss ihn aber erst noch rausfinden.
Der restliche Tag bestand aus diversen kleinen PraktikantInnenaufgaben. Zwar nicht sowas wie Kaffee kochen aber immerhin sollte ich den Müll rausbringen.
Das der Müll allerdings in Form von 13 bis an den Rand mit Papier gefüllten Säcken daherkommt hatte ich nicht gedacht. 13 plus der eine dreimal so grosse Sack, der da nur ausversehen stand und in den dann alle angefangen haben ihr Zeug zu werfen über einen wohl etwas längeren Zeitraum. War viel zu schwer um ihn zu heben oder ähnliches, also durfte ich ihn erstmal umpacken. Ich fand es zugegeben wirklich faszinierend. Was die alles wegschmeissen. Noch dazu in einen explizit als Papiermüll sich verstehenden Sack.
Tja, und dann war ich irgendwann mit allem fertig und es hiess ich arbeite zu schnell und es gäbe nichts mehr zu tun, ich solle mir einen der alten Ordner schnappen die mit "Prüfungsaufgaben 1990/1991" beschriftet sind und blättern. Hab ich auch getan und aus Jux und Tollerei mal einen Prüfungsfragebogen gemacht. 8 von 40. Und irgendwie halte ich dieses Ergebnis noch für ganz gut! Schliesslich habe ich ja nun keine Ahnung davon.
Es ward mir aber schnell langweilig und so habe ich lieber heimlich die Titanic gelesen. Das ist so cool dass die Tische unter der eigentlichen Tischplatte noch eine zweite haben mit nur wenigen Zentimetern Abstand zu einander. Wie geschaffen zum heimlichen Lesen.
Ich soll mir Stiefel besorgen, denn Montag werde ich mitgenommen zum Vermessen einer Baustelle. Na super. Mir war schon das Rumtragen der Müllsäcke heute viel zu körperlich.

Donnerstag, 6. März 2008

Tag 82

Bevor das im Asiagrossmarktshoppingmarathon erstandene Kilopaket Glutamat mich dahinrafft, schreibe ich noch ein paar Zeilen.
Ich mag die Berufsschule eigentlich: früh Feierabend und zwar nicht mehr nette Leute, dafür aber weniger von den schlimmen ausm BZ.
Und es hat sich nun so eingebürgert, dass ich die Nicht-Praktikums-Tage Mittwoch und Donnerstag dann meist mit einer Person aus der schon beschriebenen Clique verbringe, weil der Rest ständig fehlt. Find ich ganz gut so. Wir kommen gut aus und der Rest der nervigen Bekloppten lässt sich im Team einfach besser ertragen.
Die bisherige Arbeitswoche und besonders der Ausblick auf den morgigen Tag voller Bauzeichnerischer Schinderei wirft mir ein Problem auf, an das ich vorher nie gedacht hatte:
Ich habe nichts anzuziehen.
Also grundsätzlich ja schon und ich achte eigentlich auch auf meine Kleidung und meinen Stil. Aber an wirklich schicken Sachen die eben keine Abendgarderobe sind habe ich nur eine handvoll Teile. Und ehrlich gesagt habe ich mit diesen schon fast alle Kombinationen durch. Aber mich da in Fred-Perry-Sportjacke, so schick ich sie auch finden mag, an den Schreibtisch zu setzen halte ich für eine blöde Idee. Na vielleicht haben die in den zwei Tagen die ich jetzt nicht da war vergessen was ich zuletzt anhatte.

Nachtrag zu Dienstag:
Ich musste diverse Rundungen berechnen ohne dass ich Zirkel oder Winkelmesser gehabt hätte. Irgendwann erbarmte sich die nette Vollzeitbauzeichnerin vom anderen Schreibtisch und gab mir ihr völlig verrücktes Kreislineal.
"Hier. Damit kannst du die Radien besser ausmessen."
"Woah! Und wenn mir langweilig ist kann ich damit auch völlig verrückte Formen zeichnen!"
"Äh?"
"Naja wenn ich nix zu tun habe oder so!"
"Äh ich habe hier immer etwas zu tun..."
"Ja stimmt. Ich auch."

Direkt am zweiten Tag klargemacht was Sache ist. Danach musste ich dann immer meinen Zettel verstecken wenn jemand vorbeikam. Und nachdem ich auch noch entdeckt hatte, dass der Querschnitt des Dreikantmasstabslineals aussieht wie ein Propeller war es um meine Produktivität endgültig geschehen.

Mittwoch, 5. März 2008

Tag 81

Stammtag im Bildungszentrum.
Es war einfach nichts los. Es war derart nichts los, dass wir in den zwei Blöcken Englisch die wir hatten beschlossen meine unglaublich leckere Zombietorte zu essen, deren Reste ich noch im Auto hatte. Wie nicht anders zu erwarten war, haben sie alle abgefeiert. Zu Recht. Mit den Resten der Reste der Torte versuchte ich dann im fünften Block unseren Vertretungslehrer zu bestechen, auf dass er uns gehen liesse. Hat nicht geklappt. Da er aber nichts vorbereitet hatte versuchte er eine Podiumsdiskussion zum Thema "Wann sind Streiks gerechtfertigt?" auf die Beine zu stellen. Ich vertrat natürlich die "Immer!"-Position und habe dann letztenendes gegen die ganze Klasse argumentiert, da die beiden anderen Parteien auf unserem Podium nicht gerade viel zu sagen hatten. Hat aber Spass gemacht. Und am Ende kam der Lehrer an und meinte er sähe das ja eigentlich genauso.
Morgen ist Berufsschule und ich habe mal sowas von keine Lust da um HALB ACHT! auf der Matte zu stehen. Na aber dafür ist der Tag dann auch schnell vorbei und Freitags darf ich wieder ins Praktikum und bei denen endet der Freitag auch irgendwann gegen 13 Uhr. Ich werds ertragen.

Dienstag, 4. März 2008

Tag 80

Tja mein Plan heut morgen mit dem Überbringen des Pakets schlug natürlich fehl. Aber dazu konnte ich nicht viel, denn der verdammte Betrieb hatte einfach keinen Briefkasten. Kam dann eine Viertelstunde zu spät aber war nicht schlimm.
Was ich wirklich gut finde, ist die Art und Weise wie ich arbeiten soll. Ich bekomme gesagt was alles zu tun ist, und meist sind das Aufgaben die auch mal wirklich länger dauern, und bin dann auf mich allein gestellt und kanns mir mehr oder minder selber einteilen. Gut, die Aufgaben als solche sind mitunter stupide as fuck, aber ich habe wenigstens meine Ruhe.
Was mich ein wenig wundert, ist das es so gut wie keine Kommunikation zwischen den Angestellten gibt. Es gibt im Betrieb drei männliche Bauzeichner, zwei weibliche von denen eine sich um mich kümmert und noch zwei weitere weibliche die zusammen mit der Sekretärin halbtags arbeiten.
Die drei Kerle charakterisieren sich wie folgt:

Der Junge.
Sieht genauso aus die Bürgermeister einer Nachbarstadt. Auf den ersten Blick ganz nett. Auf den zweiten Blick bisschen zu nett. Irgendwoher kenne ich den. Ausser von seinem Bürgermeisteramt meine ich.

Der arrogante Alte.
Grüsst mich nicht. Redet nicht mit mir. Istn Arschloch.

Der nette Alte.
Freundlicher älterer Herr, der zwischendurch auch mal ankam und wissen wollte ob ich klarkomme und so weiter.

Tja, jetzt begab es sich aber, dass ich mit der mir zur Einweisung zugeteilten jüngeren BauzeichnerIn am Kopierer stand und sie mir erzählte, ich könne ja demnächst mal mit zur Baustelle fahren, das sei nicht so langweilig. Habe ihr dann erklärt, dass mich so Sachen wie "draussen", "Dreck" und "körperliche Arbeit" mal gar nicht reizen. Sie machte es mir dann ein wenig schmackhafter, indem sie sagte sie versuche mich zu dem netten Alten zu packen damit der mir das zeigt. Da dacht ich mir, dass das vielleicht noch ganz in Ordnung gehen könnte.
Dann kam der nette Alte vorbei. Sie sagte ihm, dass sie mich mit ihm zur Baustelle schicken will. Er sagte "Gut.". Klatschte ihr mit dem Schnellhefter, den er in der Hand hielt, voll auf den Arsch und ging.
Ich ändere die Personenübersicht in "der Machowichser".

Wenn ich da Ausbildung mache bekomme ich irgendwann unkontrollierten Zugang zu dem riesigen Plotter... und ich habe heute den Schrank voller Copics gefunden!
Wenn die mich da mal allein lassen gehts ab.

Montag, 3. März 2008

Tag 79

In jedem Betrieb scheint es einen "PraktikantInnenschreck" zu geben.
In diesem Fall war es ein etwa 2x1m grosser Plan einer Strassensituation samt mehreren Abzweigungen und Kreuzungen. Ich durfte bewaffnet mit Formelsammlung, Rechner und Massstabslinal die Flächen der verschiedenen farbig markierten Bodenbeläge ausrechnen.
Grossartig. Erster Tag und direkt wird mit Mathe auf den Tisch geknallt. Habe die ganze Zeit überlegt, ob ich nicht die Anzeige aus der aktuellen Titanic an die Magnetwand die vor mir als Raumteiler diente pinnen soll. Hab mich natürlich nicht getraut.
Aber ich glaube ich habe schon bescheuert genug gewirkt für den ersten Tag, als ich in der Pause an meinem Schreibtisch sass und den "Zombie Survival Guide" (Englische Version. Das deutsche Cover ist einfach zu scheisse.) las.
Aber insgesamt war es okay. Die Leute sind nett und ich hatte mal wirklich viele verschiedene Aufgaben zu erledigen: das blöde Ausrechnen, Pläne zuschneiden und danach nach verrückten Mustern falzen, einem riesigen Stapel Zettel ("Wenn da was durcheinander kommt oder fehlt kann das Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe nach sich ziehen!") erst die Seitenzahlen weg TippExen und ihn dann kopieren und dabei neue Seitenzahlen einfügen lassen.
Und morgen muss ich um sieben Uhr anfangen.
Aaaber ich habe ja direkt einen Trick ausgehandelt: Ich bringe morgen erstmal ein Paket hier in der Gegend weg und komme daher später.
Sieht schon geil aus, wenn der Chef, der eh schon nach einer Mischung aus Pavarotti und Castro aussieht, mit der Zigarre im Mundwinkel durch den Laden läuft um nach dem Rechten zu sehen. War aber nicht angezündet.
So nett die KollegInnen ja auch sind und so wenig schlimm die Arbeit bisher war:
Lohnarbeit ohne Lohn ist noch beschissener als normal.


Liebe Titanic, bitte nicht für den Scan verklagen. Eine einfache Mail reicht. Muss keine Abmahnung sein.

Freitag, 29. Februar 2008

Tag 78

Ich habe einfach zu viel zu tun.
Und leider zeigte sich meine Bildungsbegleiterin nicht offen für die Macht des besseren Arguments.
Folglich musste ich wohl oder übel Urlaub nehmen, um alle meine Besorgungen heute zu erledigen. Das mit der Ganztagsakquise hielt sie für keine so gute Idee.
Wenn ich die Zeit finde schreibe ich vielleicht nachher noch etwas.

Donnerstag, 28. Februar 2008

Tag 77

Heute war mal wieder Berufsschule.
Und ja, auch heute war es mal wieder unglaulich langweilig.
Das Beste war in der letzten Stunde in "Ethik". Unsere Lehrerin/Pfarrerin versuchte die selbsternannte Rastafari in meiner Clique anzuprollen und hatte sich dafür irgendwelche Fakten aus dem Internet gezoge. Als sie dann ankam mit "Ja und echte Rastafaris dürfen auch nicht rauchen und tierische Nahrung zu sich nehmen! Na? Sind sie denn auch vegetarisch?", platzte es aus einem Menschen aus der anderen Ecke des Raumes hervor:
"Der da! Der ist Veganer!"
Zugegeben, der Rest der Stunde war gar nicht so schlimm. Zumindest konnte ich einen mehrminütigen Monolog - in dessem Verlauf ich die Pfarrerin (Pastorin?) zwei mal scharf unterbrechen musste, damit sie mich ausreden lässt - über Homophobie und Sexismus unterbringen.
Als in einer vorherigen Stunde die eine Hälfte der Klasse in den EDV-Raum geführt wurde und wir kläglicher Rest sitzen blieben, fingen die wohl einzige ehemalige Studentin in unserer Massnahme und ich an, den Raum im Zuge eines Zielwerfens gen Mülleimer komplett mit Apfelschrapnellen einzusauen. Aber wir haben ihn auch wieder gereinigt.
Und eine neue Erstazbirne für meinen OHP konnte ich auch noch aftreiben. War also ganz in Ordnung der Tag.

Mittwoch, 27. Februar 2008

Tag 76

Ich habe ja schon einmal Napoleons Toilettenverhalten angerissen.
Heute kam ich in den zweifelhaften Genuss eines direkten Kontaktes. Wir hatten im anderen Gebäude Unterricht und er kam rein, als ich gerad im Bad war um mich frisch zu machen.
Ich rede grundsätzlich nicht mit Menschen wenn ich im Bad bin. Das Schlimmste ist ja, wenn menschen versuchen mit mir zu reden, wenn ich in einer geschlossenen Kabine bin. Einfach ignorieren. Und obwohl ich nur am Waschbecken stand, ignorierte ich auch Napoleon. Na gut, das tue ich auch wenn ich nicht im Bad bin.
Er kommt also herein, begrüsst mich und stellt sich neben die Minitrennwand neben mir ans Pissoir.
Und fängt an Geräusche zu machen.
Und zwar richtig laute.
So ein unglaublich peinliches gequetschtes Stöhnen, das Menschen machen, die sich über Menschen lustig machen wollen, die grad auf der Toilette sitzen. Normalerweise denken wir dann, die überspitzte Darstellung dieser Geräuche sei völlig übertrieben. Tja, aber Napoleon hat noch einen draufgesetzt.
Die Geräuschkulisse bestand insgesamt aus drei Teilen die sich rhythmisch wiederholten:
Gequetschtes Stöhnen.
Flatulenz.
Ein paar porzellane Plätschergeräuche.
Ich habe davon dann nur etwa drei Durchgänge durchgehalten, bevor ich meine Kosmetikaktion abbrechen und den Raum verlassen musste.
Wie es so seine Art ist hatte Napoleon natürlich auch die Tür zum Flur offen gelassen. Immerhin war ich somit nicht der einzige, der/die seine Geräusche mitbekommen musste.

Dienstag, 26. Februar 2008

Tag 75

Ich hab jetzt schon keine Lust mehr auf ehrliche Arbeit.
Und dabei fange ich erst nächste Woche an.
Jetzt steht da im Praktikumsvertrag ein Passus, dass ich „betriebliche Vorgänge“ verschwiegen behandeln werde. Na, aber ich denke, da ich es bisher vermieden habe Städte- oder Firmennamen zu nennen, geht das schon irgendwie in Ordnung. Oder?
Wenn es hart auf hart kommt:
blogger credibility < Ausbildungsplatz

Es ist eine sehr stressige Woche für mich, daher kommt mein täglicher Output möglicherweise etwas zu kurz. Und hätte ich meinen Rucksack nicht vergessen, würde ich jetzt hier eine Zahlensequenz beifügen, deren Muster zu erkennen mir bisher völlig unmöglich war. Ich hole es morgen nach.
Nachdem ich früher aufgestanden und einen Umweg gefahren bin um meinen Rucksack zu holen mit meinen Sachen fürs BZ drin.

Montag, 25. Februar 2008

Tag 74

Die Kurzfassung vorweg:
Nächste Woche fange ich mit meinem Praktikum an und sollte ich mich nicht anders entscheiden werde ich dort auch eine Ausbildung zum Bauzeichner machen.

Nun die Details:
Ich wollte hier eigentlich eine Passage aus irgendeinem Scheibenweltroman zitieren. Die, in der die Uhr im Wartezimmer des Büros des Patriziers beschrieben wird. Leider finde ich die entsprechende Stelle nicht. Der Trick an der Uhr ist jedoch der, dass sie absichtlich unregelmässig tickt und so alle Wartenden zermürben soll.
Ich kam also nun, überpünktlich und gekleidet wie eine Mischund aus Croupier und Kellner, an, fand den Eingang und nahm in genau diesem Wartezimmer Platz. Denn direkt vor mir stand eine etwa 1,90 Meter grosse alte Pendeluhr, die sowas von schief stand, dass ich nirgends anders hinsehen konnte. Und dann stand die auch noch direkt neben der Türzarge, so dass ich eine Vertikale als Massstab hatte, die das ganze noch schlimmer machte. Schiefe Bilder versuche ich dann immer gerade zu hängen, aber beim ersten Besuch direkt die antike Standuhr umschmeissen kommt wohl nicht so gut. Wenn ich den Ausbildungsvertrag in der Tasche habe versuch ich die auszurichten.
Derartig in die Mangel genommen kam ich dann ins Büro des Chefs. Das Gespräch verlief ganz gut, er machte einen netten Eindruck und er schien mir die Ausbildung regelrecht aufdrängen zu wollen. Mir solls recht sein. Danach wurde ich noch von einer ausgebildeten Bauzeichnerin durchs Gebäude geführt und durfte mir von der Sekretärin anhören, ich sehe ja aus wie Costa Cordalis.
Nächste Woche gehts also los. Der Welpenschutz besteht darin, dass ich Montag dann erst um acht anfangen muss. Sonst gehts immer von sieben bis 16 Uhr, ausser Freitags, da nur bis 13:15Uhr.
Auf der Garage gegenüber steht mit krakeliger Dose geschrieben:
Gegen jeden Antisemitismus!
Nieder mit D-Lland![sic]

Das wiegt die ganzen Nazisticker in der Gegend dann wieder ein bisschen auf.
Meine Bildungsbegleiterin, zu der ich nach meinem Gespräch noch kommen sollte, bescheinigte mir dann, dass ich bestimmt derart erschöpft sei von diesem Gespräch, dass ich aufs Sofa müsse.
Recht so.