#4 berufsvorbereitende Bildungsmassnahme

Freitag, 22. Februar 2008

Tag 73

Das Frühstück der Champions:
Frisches Brot mit Gurke+Dill-Streich und eingelegten Tomaten vom Markt.
Und das beste daran:
Es ist halb elf! Wohooo! Und ich sitze zu Hause.
Und das sogar semilegal. Denn ich war schon für den ersten Block im BZ und da ich Montag ein Vorstellungsgespräch habe - habe ich das schon erwähnt? - musste ich da ja heute einmal hinfahren um zu testen wo das ist und ob ich das finde. Und da ich ja Montag von zu Hause aus fahre - denn Termin um 12 Uhr bedeutet, dass ich die Zeit vorher brauche um mich "mental vorzubereiten" wie es meine Bildungsbegleiterin ausdrückte - bringt es mir ja herzlich wenig, wenn ich nur den Weg vom Bildungszentrum aus kenne. Also musste ich logischerweise auf dem Rückweg den Weg zu mir nach Hause einschlagen. Tja und nun sitze ich hier. Mein Knoblauchgeruch wird mich allerdings meiner Bildungsbegleiterin, die noch sagte ich solle "im Laufe des Tages" auf jeden Fall wieder ins BZ kommen, verraten. Verdammte eingelegte Tomaten.
Die ganze Aktion mit dem Rumgefahre war jedoch auf zwingend notwendig.
Ich hatte einmal ein Vorstellungsgespräch als Leuchtreklamemacher(?) in einer Nachbarstadt. Habe mir also eine Wegbeschreibung und Karte besorgt und bin zeitig losgefahren. Habe aber nicht einmal die Strasse gefunden. Also wieder zurück, angerufen und einen neuen Termin für dne nächsten Tag ausgehandelt. Neue Wegbeschreibung gesucht, ganzen Tag Kartenmaterial gewälzt und noch zeitiger losgefahren. Diesmal habe ich die Strasse gefunden. Als ich dann jedoch vor der gesuchten Hausnummer 140 stand, war ich ein wenig verdutzt.
Ein Leuchtreklamebetrieb.
In einem Abbruchhaus.
Ohne Leuchtreklame dran.
Und es war definit die richtige Nummer und die richtige Strasse.
Also wieder nach Hause und noch einmal angerufen. Habe mich dann mit der Chefin gefetzt weil sie mich einen "schmarotzenden Zeitdieb" nannte und meinte sie müsse das "sofort dem Arbeitsamt" melden.
Um mich von aller aus meinem familiären Umfeld vorgebrachten Schuld freizusprechen fuhr ich also noch einmal hin, um zu demonstrieren, dass es sich wirklich um dieses Abrisshaus handelte.
Tjaha! Aber die Rechnung ohne das Strassenverkehrsamt (oder das Tiefbauamt?) gemacht:
Der Trick war nämlich der, dass die gesuchte Strasse in Stadteil A von Stadt A anfangt mit Hausnummer 1. Dann bis etwa Hausnummer 160 in gewohnter Manier verläuft. Bei Hausnummer 160 endet dann jedoch Stadtteil A von Stadt A und es fängt Stadtteil B von Stadt B an. Und logischerweise folgt dann auf Hausnummer 160 Hausnummer 159, bis die Strasse in Stadtteil B in Stadt B wieder bei Nummer 1 endet.
Logischerweise! Das ich nicht lache!
So ein Unsinn ist mir selten begegnet, aber im Nachhinein behaupteten alle Menschen die ich um Absolution ersuchte, das sie doch völlig normal und sowas wisse mensch doch und so weiter.
Naja mein Vorstellunggespräch hätte also in dem riesigen hochmodernen Betrieb voller Leuchtreklame und hinweisenden Schilden 40 Hausnummern weiter stattfinden sollen.
Manches soll einfach nicht sein, schätze ich.
Aber dem Montag sehe ich beruhigt entgegen: Ich muss fast nur geradeausfahren und schliesslich wohnte ein Freund von mir einst nur zwei Strassen weiter.
Was mich dann schon eher beunruhigt ist die Frage wie ich da reinkomme. Und wo ich überhaupt rein soll.
Denn da ich um einen Praktikumsplatz als Bauzeichner* vorsprechen werde, bewerbe ich mich in einem Architektenbüro.
Nun sieht dieses Architektenbüro auch tatsächlich so aus.
Sowas kann ja nicht in einem normalen Haus sein, dessen Funtktionsweise (Klingel, Eingangstür) mit geläufig ist.
Ich sags mal so: Wenn die Zombies kommen wäre ich gern in diesem Komplex.
Etwa 40 Meter zurückversetzt hinter einer massiven Betonmauer mit schmiedeeisernem Stahltor, sichtgeschützt durch allerlei Vegetation, steht da ein Bastard aus Festung und Herrenhaus. Da lob ich mir doch den Chef eines Webdesignerbüros, bei welchem ich einst vorstellig war (und welches mich dann ziemlich niederträchtig verarscht hat), der die hauseigene unglaublich schlechte Internetseite lapidar mit "Sie kennen das ja: Der Schuster und die schlechten Schuhe!" entschuldigte. Aber so ArchitektInnen scheinen da anders drauf zu sein. Die können nicht in einem Reihenhaus residieren, da müssen es immer abgedrehte Prunkbauten sein.


*Ich glaube das ist so wie Mediengestalter in monochrom und monoton.

Donnerstag, 21. Februar 2008

Tag 72

Halb acht Uhr morgens Berufsschulbeginn zu haben, bedeutet in der Theorie um 6:30 Uhr aufzustehen. In der Realität schält mensch sich dann jedoch erst um 7:20 Uhr aus dem Bett und darf sich dann in der Pause auf der Schultoilette rasieren und hübsch machen.

Heute stellte sich heraus, dass wir anscheinend doch irgendwann Klausuren in BWL schreiben dürfen. Was ein wenig unsinnig ist, da wir keine Zeugnisse oder Noten von der Berufsschule bekommen werden. Und da nun alle bis auf eine Person, die mit der Kruzifixbrosche an ihrer Strickjacke, Religion abgewählt haben, hatten wir heute nun als Ersatz Ethik.
Bei der gleichen Pastorin.
Mit den gleichen Unterrichtsinhalten.
Im gleichen Raum mit dem freakigen Jesusbild an der Wand.
War auf jeden Fall eine unschöne Stunde. Die Pastorin gab sich mittelmässig eingeschnappt davon, dass wir alle abgewählt hatten und wiederholt "christliche Kirche" riefen auf ihre Frage welche verschiedenen Sekten wir kennen.

Mittwoch, 20. Februar 2008

Tag 71

Ich wollte heut soviel schreiben, aber meine verdammte Migräne macht mir da wohl einen Strich durch die Rechnung. Ich versuchs soweit wie möglich.

Ich muss kurz einen Teilnehmer beschreiben. Ich dachte eigentlich, ich hätte das schon früher getan aber dem ist wohl nicht so. Er trägt immer ein und dieselbe Lederhose, hat lange Locken, trägt Brille, redet nie, redet NIE und will Programmierer werden. In einem Kurs haben wir einmal Körpersprache behandelt und sollten uns mit geschlossenen Beinen hinstellen. Er war der festen Überzeugung er würde sofort hinfallen wenn er seine Beine weniger als 30 Zentimeter zusammenführt. Er hat auch immer konsequent jede Aufgabe verweigert.
Der typische Proto-Nerd halt.
Tja, das hier ist die erste und letzte Erwähnung von ihm. Er wird nicht mehr kommen. Hoffentlich.
Er ist diese Woche aus der Massnahme geflogen. Er kam ohne zu klopfen (Obwohl an jeder Bürotür ein Zettel, teilweise noch eingerahmt von farbigen Pfeilen, hängt mit der Aufschrift: "Ich klopfe an bevor ich hereinkomme auch wenn die Tür auf ist!") in das Gemeinschaftsbüro seines Bildungsbegleiters. Dieser bat ihn dann noch einmal rauszugehen und wieder hereinzukommen. Was ich persönlich für eine völlig unnötige Machoscheisse halte aber gut. Er hat einfach nicht verstanden was von ihm gewollt wurde oder hat auch diesen Auftrag einmal mehr ignoriert. So wurde es ihm dann etwa fünfmal gesagt, bis auch eine andere Bildungsbegleiterin dazukam und es ihm noch einmal erklärte. Aus irgendeinem Grund rastete unser Protagonist dann aus und warnte seinen Bildungsbegleiter mit den Worten: "Wenn du dein Leben noch weiterleben willst, dann lass mich besser in Ruhe!".
Und das wars dann auch für ihn.
Hoffentlich kommt der nicht wieder.
Seine Mama arbeitet in einer JVA, wahrscheinlich kommt der irgendwie auch an scharfe Waffen und er ist genau der Typ von dem es dann nachher heisst:
"Ja ich kann das gar nicht verstehen! Der war immer so ein ganz ruhigen. Hat nie viel geredet aber der war halt unauffällig. Gut viele Freunde hatte der auch nicht und das der immer vorm Computer sass, bei all den Killerspielen heutzutage..."
Normalerweise sass ich immer nah an der Tür. Damit ich schnell draussen bin, falls einer der Leute im Raum austickt. Aber die Taktik werde ich nun wohl besser ändern und mich in Zukunft immer an den schwersten Tisch setzen der da ist. Wahrscheinlich bekomm er jetzt Ärger von seiner JVA-Mama, will das lieber vermeiden und geht daher morgens aus dem Haus und tut so als ginge er zum BZ. Hängt in irgendeinem Internet-Café rum. Und in ein, zwei Tagen ist es dann soweit.

Da mein Kopf wirklich schmerzt, werde ich den Rest abkürzen:
Totales Chaos heute. Insgesamt vier verschiedene Stundenpläne bis ich den richtigen in Händen hielt. Auch danach noch chaotisch da die Räume falsch waren. Morgen um halb Acht. Oh nein.

Dienstag, 19. Februar 2008

Tag 70

Fing scheisse an, ging aber gut weiter:
Die ersten beiden Blöcke waren im EDV-Raum. Irgendwer hat zwischen gestern und heute die Vorhänge abgerissen, beziehungsweise es versucht. Tat der Raumästhetik aber keinen weiteren Abbruch. Dann setzte sich der Brusthaartyp auch noch direkt neben mich und glotzte mir auf den Bildschrim.
Das positive war dann jedoch, dass im zweiten Block unser Lehrer zeitgleich in drei Klassen à eta 20-25 Menschen sein sollte und dann einsah, dass das heutige Kollegium heillos unterbesetzt war. Es wurde dann entschieden die ORI-Gruppe 1 - meine - auf Akquise zu schicken: "Macht eine Bewerbung fertig, zeigt die eurem Bildungsbegleiter und dann geht auf Stellensuche und kommt nicht wieder!".
Da ich mich schon bei so ziemlich allen in Frage kommendne Betrieben in der Gegend beworben habe, wusste ich nicht wohin eine Bewerbung schicken und zog los um mit meiner Bildungsbegleiterin zu verhandeln.
Wurde ein kurzer Schlagabtausch:
"Ralf! Sie kommen um mir zu sagen dass sie eine Ausbildung haben!"
"Äh nein."
"Sondern?"
"Wir sollen eine Bewerbung fertig machen und dann auf Akquise gehen heisst es."
"Und sie haben jetzt keine Adresse? Wissen wie was, hier haben sie die Gelben Seiten von [einer Nachbarstadt]. Damit gehen sie jetzt nach Hause und blättern die beim zweiten Frühstück durch."

Der Rest der Klasse, der noch bleiben musste um zuerst eine Adresse zu finden, dann die Bewerbung anzupassen, sich dann um den einzigen Farbdrucker zu prügeln, nannte mein Abkommen lächerlich und unseriös.

Montag, 18. Februar 2008

Tag 69

Oh mein Gott noch so einen Montag überstehe ich nicht.
Ich habe den ganzen Tagim EDV-Raum rumgehangen. Zugegeben: ein paar neue features von MS Word habe ich gelernt, aber das wäre auch in 30 Minuten abzuhandeln gewesen. Stattdessen von 8 bis halb 5 da gesessen. Einmal bin ich in meinem Sessel (Ja! Sessel! Naja fast: die Armlehnen fehlten aber trotzdem) eingenickt und den Rest des Tages habe ich versucht heimlich Family Guy zu gucken. Es war so langweilig. Schon nach zwanzig Minuten hatte ich zuviel. Dabei fing der Tag so gut an: endlich fuhr einmal ein schön bemalter Zug vor den Fenstern des EDV-Raumes vorbei, mein Frühstück war auch in Ordnung und gut geschlafen hatte ich eigentlich auch.
Aber so ein Stundenplan zieht einfach alles runter.

Freitag, 15. Februar 2008

Tag 68

Ich bin so schreibfaul im Moment. Es passiert aber auch einfach nichts.
Das Beste war noch der Typ, der mich anstarrte, als sässe ich hinter Glas oder Gittern und er hätte Eintritt bezahlt um mich sehen zu dürfen, und dann völlig ohne jede Satire oder sonstigen Humor rausplatzte mit: "Ich hab noch ne nen Veganer gesehen...".
Und zwischen den Zeilen stand in Kapitälchen und Fettschrift:
"DU FREAK! EIN WUNDER, DASS DU NOCH LEBST!"
Ich habe mich mehrere Minuten nicht mehr eingekriegt vor Lachen und konnte ihn auch den Rest des Blockes nicht mehr ansehen ohne wieder anzufangen.
Seit mehreren Tagen will ich mal in mich gehen und ein Zwischenfazit abliefern. Tja, an diesem Wochenende war es nicht so weit. Kommt also demnächst. Es gibt einfach nichts zu erzählen im Moment.

Donnerstag, 14. Februar 2008

Tag 67

Die gesamte Klasse kam heut zu spät. Denn offensichtlich sollte heute der Unterricht tatsächlich einmal um halb Acht beginnen.
Und da die gesamte Klasse dann auch noch Religion abwählte, war der heutige Tag ziemlich kurz.
Allerdings bekamen wir erneut einen neuen Stundenplan. Ich habe es aufgegeben ihn mitzuschreiben. Nächste Woche wird er ohnehin ersetzt werden schätze ich.
Das Beste heute war das 30x25cm grosse, weisse G aus Holz, das wohl von irgendeinem Schild abgefallen war und in der Pause im Gebüsch lag.
Da jedoch kein Schild oder Ähnliches in der Nähe war, nahm ich es an mich und lief den Rest der Pause mit einem G unter der Jacke durch die Gegend. Worauf natürlich kam, was kommen musste:
Ich laberte alle Menschen an ob sie ein G kaufen wollen. KeineR hats kapiert. Ich hatte meinen Spass. Was ich mit dem Ding tatsächlich machen werde steht noch in den Sternen, aber an solch einem G ist einfach kein Vorübergehen.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Tag 66

Ich bin ja noch den Eintrag zu Gestern schuldig.
Habe mir gestern mal so richtig FreundInnen gemacht in Deutsch im vierten Block.
Der Lehrer meinte zu uns er würde zu spät kommen und hätte uns Aufgabenzettel hingelegt. Wer am weitesten kommt, bekommt einen Büchergutschein geschenkt. Tja und wie angekündigt kam er auch wirklich zu spät. Etwa 40 Minuten. Währenddessen sass die ganze Klasse auf der Treppe zur Strasse und stritt sich darüber, ob sie nun gehen solle oder nicht.
Ich hockte derweil eifrig über den Aufgaben. Als sie sich genügend hochgeschaukelt hatten, kamen sie dann zu mir und den wenigen die ebenfalls drinnen sassen und forderten uns auf mit ihnen gemeinsam nach Hause zu gehen. Schliesslich könne es ja nicht sein, dass wir so lange unbeschäftigt auf unseren Lehrer warten müssen. Ich wollte dann gerade anfangen ihren Sinn für Solidarität und Gemeinschaft zu loben, da wurde ich von einem unterbrochen, da meine Meinung eh keinen interessiere! Musste ihn dann zurechtweisen und ihm erklären, dass meine Meinung ihn anscheinend doch brennend interessiert, wenn er nur gehen will, wenn wir geschlossen abhauen. Hat er dann eingesehen und ich konnte ausreden. Habe ihnen dann erklärt, dass ich die Grundidee super finde, es jedoch der bescheuertste Plan der Welt ist. Schliesslich hatte sich der Lehrer entschuldigt, hatte uns umfangreiche Aufgaben gegeben und alle wissen, dass wir zum Hauptgebäude kommen sollen, wenn solche Fälle eintreten und darüber hinaus hat die Hälfte der Menschen die Durchwahl ihrer BildungsbegleiterInnen im Handy, so dass sie nur hätten anrufen müssen.
Als Alternative habe ich ihnen angeboten, dass sie mir doch einfach einen Büchergutschein schenken, beziehungsweise mir das Buch kaufen, dass ich gestern beim amerikanischen Amazon fand und das es bisher nur dort zu kaufen gibt. Fehlstunden, Nachsitzen, Kürzung des Geldes: alles egal.
Aber ich riskier doch nicht einen Büchergutschein nur um knappe 60 Minuten unbeschäftigt in der Innenstadt rumzulatschen!
Als der Lehrer dann irgendwann kam, ich hatte die AbweichlerInnen in ellenlange Diskussionen verstrickt um sie aufzuhalten, erntete ich mehr als nur einige böse Blicke und habe versucht den Paintball-Waffennarr neben mir als Personenschutz zu engagieren.

Das Verrückteste des Tages war dieses Mädchen neben mir, welches etwa zwanzig Minuten des Deutschunterrichtes mit ihrem Handy ein Videotelephonat mit ihrem in einer Schule sitzenden Freund führte: Beide mussten sich ihre Nachrichten immer erst auf ein Stück Papier schreiben, dieses dann vor ihre Handykamera halten, dann warten während der/die jeweils andere etwas schrieb, es vor die jeweils andere Kamera hielt und wieder von vorne. Eigentlich bestand die ganze Konversation nur aus verstohlenem Winken.

Der heutige Tag war ähnlich unspektakulär. Der Höhepunkt war der letzte Block, in welchem wir den von mir mitgebrachten Film "Persepolis" sahen. Diesmal bin ich nicht eingeschlafen.

Ach ja: Der doofe Lehrer hat mir den Büchergutschein (noch?) gar nicht gegeben. Mistkerl.

Dienstag, 12. Februar 2008

Tag 65

Ich bin einfach nur ausgebrannt.
Ehrlich. Ich bin heute das erste mal im Unterricht eingeschlafen. Aber eine langweilige Doku im fünften Block zu zeigen, ist auch wirklich unfair.
Ich wollte doch noch etwas erzählen. Aber habe es erstens vergessen und bin einfach zu sehr im Arsch. Meine Augen tun weh, mein Kopf tut weh, ich bin müde.
Scheiss Lohnarbeit!
Und das obwohl es nichtmal Lohnarbeit ist.

Montag, 11. Februar 2008

Tag 64

Es hat nicht gerade etwas mit berufsvorbereitenden Bildungsmassnahmen oder ähnlichem zu tun, aber da es gestern keineR lustig fand, ausser den Menschen, von denen ich weiss, dass ihr Humor kein Massstab ist, muss ich es noch einmal hier loswerden.
Es gibt einen Grund warum ich gern Pornodarsteller wäre.
Damit ich nämlich auf Cocktailparties, wenn ich gefragt werde „Und? Was machen Sie?“ antworten kann mit „Mein Genital ist mein Kapital.“.
Ja, ich finde das lustig.
Okay, das wäre raus, jetzt können wir uns wieder dem eigentlichen Thema widmen.

Nachdem der erste Schock des Tages (Gruppenarbeit) überwunden war, da sich herausstellte, dass ich in den falschen Raum geschickt wurde, hatte ich nun Zeit genug mal wieder ICQ-Protokolle zu durchforsten. Ich weiss nicht genau, wass ich von den heutigen Fundstücken halten soll.

]]]Julie[[[(12:48:23 27/12/2007)
sorry wegen gestern ich war bei ner freundin der ging es gar nicht gut naja und haben dann bin inne nacht geredet..
jau und die bilder konnte ich leider nicht machen aber versprech dir mach ich heute :-)

€€OlPatschino€€(12:49:16 27/12/2007)
sitzte grad noch im bildungszentrum ahben aber heute schon um 13 uhr schluss das heisst ich bin gegen 14 uhr at home
dann amch die mal bis 14 uhr k.?

]]]Julie[[[(12:49:51 27/12/2007)
weiß nicht ob ich das schaffe...

€€OlPatschino€€(12:50:21 27/12/2007)
ja natürlich für mich schaffste das schin ;-)
bekommstd ann auch nch welche wenne willst

]]]Julie[[[(12:50:51 27/12/2007)
hast noch welche gemacht?

€€OlPatschino€€(12:51:11 27/12/2007)
hmm mache dann gleich welche wenn ich at home bin
so wie du es willst
sag was du willst und wie du es sehn willst so bekommst du es

]]]Julie[[[(12:52:20 27/12/2007)
wie hab iich das verdiient?

€€OlPatschino€€(12:54:10 27/12/2007)
weisste nich wie ich es gerne hätte und wenne s geht mehrere;-)
also einmal so breitbeinig ne ;-)
udn wäre geilw enn du bei einem dene finger mit ins spiel bringen würdest also drin ahben würdest das wäre mein aller aller leibster gefallen ;-)
:-*
sag was du von mir willst und du bekommst es auch ..

]]]Julie[[[(12:55:45 27/12/2007)
oh mein gott.. =-O ich weiß nicht ob ich das mache aber mal schauen

€€OlPatschino€€(12:55:57 27/12/2007)
hmm bitte bitte nur für mich bitte :-*
bekommst doch danna uch von mir welche
Unser heutiges Quiz heisst übrigens „Rate das Geburtsdatum!“.
Los geht’s: Wann wurde ]]]Julie[[[ geboren?
Richtig!
Am 28. Juli 1991.

Runde 2:

€€OlPatschino€€(12:00:30 27/12/2007)
bin um 14 uhr at home schicke dir dann paar pics okay

playbunny94 (12:00:41 27/12/2007)
oki

€€OlPatschino€€(12:01:10 27/12/2007)
schickste mir dann auch welche..?

playbunny94 (12:01:21 27/12/2007)
ja mach ich

€€OlPatschino€€(12:02:15 27/12/2007)
gut
siehste denn gut aus ..?

playbunny94 (12:02:55 27/12/2007)
jup, glaub schon

€€OlPatschino€€(12:06:57 27/12/2007)
hmm was heisstb glubbs chon

playbunny94 (12:07:44 27/12/2007)
sagen alle

€€OlPatschino€€(12:09:32 27/12/2007)
hmm okay hört sich ja gut an
Zugegeben, diese Runde war etwas zu leicht. Aber als Bonus gibt es noch ein Zitat aus ihrer Videoliebesbotschaft „Beste Person in meinem Leben“:
"Diese Video ist für mein Schatz.
Ich liebe dich so übels dolle!!!“

Okay weiter geht’s. Runde 3.
Diesmal etwas länger, aber ich bringe es einfach nicht fertig, da noch etwas zu kürzen.

kuschelhasi (12:16:09 27/12/2007)
kanns du am pic schiken?

€€OlPatschino€€(12:16:21 27/12/2007)
hmm ja wenn ich um 14 uhr zuhasue bin k..?

kuschelhasi (12:17:36 27/12/2007)
wieso um 14.00```??
wo bist du dnen jetz??

€€OlPatschino€€(12:18:21 27/12/2007)
inner schule

kuschelhasi (12:18:59 27/12/2007)
wie schule?

€€OlPatschino€€(12:19:21 27/12/2007)
joa
bildungszentrum mit arbeit verbunden

kuschelhasi (12:21:02 27/12/2007)
biss dud as auf dem pic?

€€OlPatschino€€(12:21:11 27/12/2007)
ja wer sonst :-D

kuschelhasi (12:21:22 27/12/2007)
du biss süß!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
blonde haare ja mal der hammer

€€OlPatschino€€(12:21:36 27/12/2007)
ahja du siehst mich dich nur in klein
hoffe du siehst auch gut aus

kuschelhasi (12:21:52 27/12/2007)
wieso?

€€OlPatschino€€(12:22:35 27/12/2007)
ja n
ur so ne

kuschelhasi (12:22:42 27/12/2007)
jah jha
wie alt nochmal?(ehrlich)

€€OlPatschino€€(12:22:56 27/12/2007)
und siehst du-..?
schick mal bitte ein bild pls..

kuschelhasi (12:23:03 27/12/2007)
nein
ich mein nich ned
jetz
du biss inner schule?
!!!

€€OlPatschino€€(12:24:01 27/12/2007)
wieso nein
hallo::??

kuschelhasi (12:24:03 27/12/2007)
das kann cih jetz ned machen..

€€OlPatschino€€(12:24:07 27/12/2007)
wieso

kuschelhasi (12:24:11 27/12/2007)
wie nein=??????????ß

€€OlPatschino€€(12:24:21 27/12/2007)
wieso kansnt du es jetzt net machen
sitze hiuer allene m pc

kuschelhasi (12:24:29 27/12/2007)
du biss inner schule?

€€OlPatschino€€(12:24:32 27/12/2007)
keinr weit und breit

kuschelhasi (12:24:59 27/12/2007)
biss du denn inner schule?
is das dein pc wo du grad sitzut?
sitzt

€€OlPatschino€€(12:25:14 27/12/2007)
jooa
also eigener account

kuschelhasi (12:25:25 27/12/2007)
sicher=?

€€OlPatschino€€(12:25:27 27/12/2007)
kann keiner drauf zu greifen

kuschelhasi (12:25:38 27/12/2007)
hmm wnen du meins
aber mit einer voraussetzung

€€OlPatschino€€(12:25:45 27/12/2007)
joa
joa
und die wäre,?

kuschelhasi (12:26:07 27/12/2007)
settz das ned ins inet

€€OlPatschino€€(12:26:15 27/12/2007)
was sollte ich davon ahebn

kuschelhasi (12:26:30 27/12/2007)
jah kp ich mein jah nur

€€OlPatschino€€(12:26:35 27/12/2007)
jaaa

kuschelhasi (12:26:35 27/12/2007)
soll cih shciken?=

€€OlPatschino€€(12:26:39 27/12/2007)
schick mal

kuschelhasi (12:26:48 27/12/2007)
kansn du mit ned jetz uch eisns chiekn=

€€OlPatschino€€(12:27:11 27/12/2007)
hab ja keins hier aufn pc ber gleich versprochen
schick mal bite jetzt

kuschelhasi (12:27:24 27/12/2007)
kay du aber lgivha uch kay?

€€OlPatschino€€(12:27:28 27/12/2007)
k

kuschelhasi (12:27:42 27/12/2007)
lach dich end kaputt

€€OlPatschino€€(12:27:48 27/12/2007)
sry geht net
geht hier irgendwie net

kuschelhasi (12:27:56 27/12/2007)
wat?

€€OlPatschino€€(12:28:02 27/12/2007)
schicken gleich zuhasue dann okay

kuschelhasi (12:28:09 27/12/2007)
kay

€€OlPatschino€€(12:28:13 27/12/2007)
warum soltle ich mich kaputt lachen ...``?

kuschelhasi (12:28:19 27/12/2007)
weiß ich aj ne
kannse nochmal psl sagen wie alt ud biss?

€€OlPatschino€€(12:35:03 27/12/2007)
18 why

kuschelhasi (12:35:10 27/12/2007)
hmm kay
hmm .. hast du noch geschwister?

€€OlPatschino€€(12:36:01 27/12/2007)
nee
du

kuschelhasi (12:36:05 27/12/2007)
jap

€€OlPatschino€€(12:36:28 27/12/2007)
wieviele 8..??

kuschelhasi (12:36:35 27/12/2007)
neh
eine

€€OlPatschino€€(12:37:23 27/12/2007)
aha
wie alt ist die..?

kuschelhasi (12:37:25 27/12/2007)
schwester
11

€€OlPatschino€€(12:37:32 27/12/2007)
ohhh
zu jung
:-D

kuschelhasi (12:37:39 27/12/2007)
job
genau wie ich ebstimmt neh=?

€€OlPatschino€€(12:37:52 27/12/2007)
hmmm nö

kuschelhasi (12:38:01 27/12/2007)
sagt man dann so ode?

€€OlPatschino€€(12:38:03 27/12/2007)
genau mein lieblingsalter...:-D

kuschelhasi (12:38:22 27/12/2007)
is klaa bestimmt ned

€€OlPatschino€€(12:38:35 27/12/2007)
doch doch genau mein lieblingsalter:-D

kuschelhasi (12:38:40 27/12/2007)
laber ned

€€OlPatschino€€(12:38:52 27/12/2007)
ne wirklich

kuschelhasi (12:38:55 27/12/2007)
aso

Geburtsdatum?
Knapp daneben.
Kuschelhasi wurde am 28.12.1993 geboren und ist in der 8a.
Nur um es sich noch einmal auf der Zunge zergehen zu lassen:

€€OlPatschino€€(12:25:27 27/12/2007)
kann keiner drauf zu greifen

Und hätten die beiden noch ein paar Sekunden länger gewartet, hätte auch der Datentransfer funktioniert. Das klappt hier grundsätzlich. Braucht halt nur etwas am Anfang.

Da einige Leute hier im EDV-Qualibaustein noch ziemlich weit hinten sind, haben nun wir drei, die wir unser Plansoll bisher erfüllt haben, die Möglichkeit, nachdem wir mit der aktuellen Aufgabe fertig sind und drei Bewerbungen ausgedruckt haben, auf Akquise/nach Hause zu gehen. Werde mich also nach der Pause mal dransetzen, dass ich den Kram fertig bekomme.

Freitag, 8. Februar 2008

Tag 63

Wenn ich schon von Menschen auf der Strasse auf den fehlenden Freitagartikel angesprochen werde, muss ich mich ja nun wohl mal hinsetzen und mein Geschreibsel dann zurückdatieren.

War ein recht chaotischer Freitag.
Die Zeiten in denen meine Nächte teilweise nur drei oder vier Stunden lang zu sein brauchten, bevor es wieder los ging zur Schule sind wohl vorbei. Von daher heute den ersten Block verpennt und mich per Mail und mieser Ausrede ("Ich muss noch meine Blutwerte vom Arzt holen.") bei meiner Bildungsbegleiterin abgemeldet. Da ich anscheinend echtes Glück mit ihr hatte, reichte dann auch eine noch miesere Ausrede ("Bescheinigung? Boah hab ich jetzt voll vergessen!"), die sie mir auch zu keinen Zeitpunkt abnahm, da bin ich mir sicher, um mein Fehlen zu entschuldigen.
In der Mittagspause von 13 Uhr bis 13.30 Uhr dachte ich dann ich würde es schaffen noch eine Besorgung zu erledigen. Dass der Weg tagsüber insgesamt eine Stunde dauert hatte ich nicht bedacht und kam so auch ordentlich zu spät. Die letzten beiden Blöcke hatte ich jedoch bei dem Lehrer, mit dem ich sonst immer so gut diskutiert habe und mit dem ich mich sehr gut verstehe. Es reichte also mal wieder ein "Entschuldigen Sie bitte meine Verspätung...". Weiter kam ich auch gar nicht, bevor er mich mit "Mach ich. Kein Problem." unterbrach. Der Rest der Klasse hat wohl in der ganzen Zeit nichts anderes getan, als sich die Anleitung für ein P.M. Logik-Trainer-Rätsel durchzulesen, welches wir dann gemeinsam begannen.
Ich mag diese Rätsel. Für dieses hier habe ich seinerzeit den halben Kleiderschrank mit Post-Its übersät. Dementsprechend war ich dann auch sehr schnell fertig. Die anderen gaben alle irgendwann auf. Nur einer versuchte es wirklich. Scheiterte zwar, aber versuchte es.
Im letzten Block sahen wir dann beim gleichen Lehrer eine typische 3.-Reich-Doku. Keine Diskussion, keine neuen Informationen, nur die Müdigkeit und ich.

Donnerstag, 7. Februar 2008

Tag 62

Wir hatten heute das erste mal nach unserem neuen Stundenplan Berufsschule.
Vorher herrschte etwas Verwirrtheit ob der ersten Stunde. Denn laut (ehemaligem) Klassenlehrer sollten wir nun um halb Acht und laut der Lehrerin die wir dann hätten um Viertel nach Acht anfangen. Gestern habe ich noch gross getönt, dass ich auf jeden Fall schon um halb da sein werde und so weiter. Naja manche Sachen kann mensch erst im Morgengrauen richtig beurteilen.
Meine Wahl war dann auch die richtige, denn selbst die Lehrerin kam erst zur zweiten Stunde.

In Rechnungswesen sah unsere Lehrerin ziemlich schnell ein, dass es keinen Sinn macht mit uns, die wir nur bis zum Sommer da sind und ihr Fach nur 45 Minuten pro Woche haben, dieses Fach ernsthaft zu betreiben. Werden daher einfach nur Mathe machen.
Wie sich herausstellte ist unser Gesellschaftslehrelehrer unser neuer Klassenlehrer. Der Textverarbeitungskurs den wir bei ihm in der fünften Stunde hätten haben sollen wurde laut dem noch neueren und noch aktuelleren Stundenplan den wir heute bekamen gegen "Mathe - oder irgendwas" ausgetauscht.
Wir überredeten ihn dann einfach zwei Stunden Gesellschaftslehre zu machen, da wir Mathe ja schon in Rechnungswesen machen werden.

Aber den Höhepunkt des Tages bildete wie erwartet die sechste und letzte Stunde mit Religion.
Entgegen der Informationen von letzter Woche, handelte es sich doch um eine Lehrerin.
Also um Frau Wiksa.
Frau Wiksa ist evangelische Pastorin und behauptet ihr Unterricht böte keinerlei Gründe um ihn aus "Gewissensgründen" abzuwählen.
Allein der Unterrichtsraum war mir schon unangenehm genug um da nie wieder hinzugehen:
Mensch nehme einen beliebigen Kellerraum aus irgendeinem öffentlichen Gebäude, hänge dort zwei überlebensgrosse leicht abstrakte Portraits des sterbenden Jesus an die Wände, stopfe den Rest mit Blechspinden voller christlicher Propaganda voll, hänge weisse Plastikgardinen mit gelben Punkten vor die Kellerfenster und zusammen mit der viel zu tiefen Decke voller Abwasserrohre lässt sich dann ganz gut die Athmosphäre dieses Raumes widergeben.
Und Frau Wiksa als solche sieht auch genauso aus, wie mensch sich die Bewohnerin eines solchen Raumes vorstellt.
Wir haben direkt begonnen die Feinheiten des Abmeldevorgangs aus ihr herauszufragen, was sie sichtlich persönlich nahm.
Irgendwann entwickelte sich zwischen den übrigen TeilnehmerInnen und ihr eine Stammtischdiskussion über, naja das Thema lässt sich nicht so genau bennenen, da meist einfach nur jedeR irgendwelche Plattitüden von sich gibt. Bei "Karikaturenstreit" und "Meinungsfreiheit" angelangt, sagte Frau Wiksa dann, dass sie ja "ein dickes Fell habe" und "viel abkönne", dass bei ihr aber "auch irgendwann Schluss" sei. Zum Beispiel bei "Das Leben des Brian". Weil Christen den ja doch schon irgendwie als auf Jesus gemünzt verstehen könnten. Ich musste mich dann kurz einklinken und ihr sagen wie sehr ich doch Monty Python generell und in diesem Zusammenhang auch diesen Film abfeiere. Sie war ein wenig beleidigt. Als ich danach dann noch etwas zu laut zu meiner Sitznachbarin "Erdolcht? Was? Das dauert nur 'ne Sekunde. Die Kreuzigung dauert Stunden. Das ist ein langsamer grauenvoller Tod! -Naja, aber wenigstens ist man dabei an der frischen Luft." zitierte, war es wohl um Frau Wiksas Sympathien für mich geschehen. Dann war es auch egal, dass ich sagte, dass ich das Cover der Titanic zum Thema "Religionen im Vergleich" sogar noch lustiger fand als das von ihr angegriffene des "linken Blättchens" Konkret auf dem angeblich unter der Überschrift "Welche Rolle spielt Jesus heute?" eine Toilettenpapierrolle am Kreuz gehangen haben soll.
Nächste Woche reiche ich ihr meine Abmeldung ein.
Ich habe mich lange nicht mehr so unwohl gefühlt.

Tja und das Mädchen, das ich mal mit meinem Stift bewarf, erging sich heute in Tiraden gegen jede Form der "Beleidigung von Religionen" und zeigte sich bis aufs Blut gekränkt davon, dass in der Stunde zuvor der Mensch der im Raum hinter ihr sass, sie bat sich einmal umzudrehen, um ihr dann irgendein Gekrakel dass er mit einen Pfeil und der Bildunterschrift "Mohammed" gekennzeichnet hatte vor die Nase zu halten und sie dann auszulachen, weil sie ihr Bilderverbot missachtet hätte.
Ach und in einem Nebensatz erwähnte sie noch, dass sie bei den letzten türkischen Wahlen die MHP gewählt hätte.
Meine Stifte treffen nur die Richtigen.

Mittwoch, 6. Februar 2008

Tag 61

Das Interessanteste des heutigen Tages waren die ungläubigen Blicke, gepaart mit ehrfurchtsvollen Kommentaren ("Mutig!"), die ich durch meinen Regenschirm auf mich zog:
Rosa.
Abstehende Öhrchen.
Bemalt wie ein Kaninchen.

Sonst war nichts los.

Gestern sollte ich eigentlich in Deutsch einen Roman vorstellen. Ich lese zwar kaum Belletristik aber konnte mich dann doch für „Stolz und Vorurteil“ entscheiden. Der Lehrer hatte direkt nach meiner Meldung dass ich mich bereit erklären würden ein Buch vorzustellen gemahnt: „Aber nicht dass Sie mir hier mit Karl Marx ankommen!“.
Nachdem ich dann festgestellt hatte dass ich "Stolz und Vorurteil" vergessen und darauf dann "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch" vorgestellt hatte, zog unser Lehrer irgendwann einige Parallelen zwischen dem dort beschriebenen Lagerleben und unserem Aufenthalt in dieser Massnahme. Er schloss dann mit:

"Da könnte man ja auch einen Roman drüber schreiben! Das wäre dann wahrscheinlich eine Satire. Ich meine, hier kann man sich ja über alles Mögliche lustig machen."
Kenne ich, den Gedanken.

Dienstag, 5. Februar 2008

Tag 60

Es ist amtlich. Jetzt halten mich hier alle für verrückt. Und das nur, weil ich bisher den gesamten ersten Block hier im EDV-Raum sitze und in periodischen Abständen laut vor mich hinlache. Ich muss ja schliesslich die 130 Comics aufholen, die mir noch fehlen, seit ich gestern Abend angefangen habe mich durch das Archiv meines neuen Lieblingscomics (Tut mir leid Zwarwald, aber in letzter Zeit war nicht viel los…) zu wühlen.
Jetzt habe ich alle durch.
Und bin frustriert dass noch kein Neuer online ist.
Und ja, etwa 30% davon verstehe ich nicht. Und die ganz alten Sachen sind auch nicht so der Knaller. Aber wenn mensch sich da einmal eingelesen hat ist es grossartig. Allein die ganze Velociraptor-Serie…


So. Pause.

Da ja die Toiletten wieder abgeschlossen sind, muss ich nun jedes Mal ins Büro um mir den Schlüssel zu holen. Das führt zum einen dazu, dass meine Unterschriften in dem Toilettenschlüssellogbuch immer ausufernder werden und den Anderen den Platz rauben. Meine Einträge sind allerdings gar nicht auf den Namen angewiesen, da ich als Einziger es nicht für nötig erachte die exakte Uhrzeit hinter meinen Namen zu schreiben und einfach mit zwei Anführungsstrichen die jeweils vorherig eingetragene übernehme. Ja, was wollte ich eigentlich schreiben? Ach ja, ausserdem laufe ich jetzt regelmässig den diversen BildungsbegleiterInnen über den Weg im Büro.
Grad eben sogar meiner eigenen. Da ich ohnehin noch mit ihr reden wollte, über Alternativen zu meiner Berufswahl, unterhielten wir uns kurz und sie schlug mir Bauzeichner vor. Ich versuchte noch einzubringen, dass ich auch gern Kindergärtner wäre.

„Ich würde ihnen mein Kind sogar anvertrauen. Naja nur wenn Sie mir versprechen es nicht politisch zu beeinflussen.“

„Was? Wozu sammele ich denn all die coolen Kinderbücher: das Marx-Kinderbuch, „Als die Tiere den Zoo verliessen“, „Kein Küsschen auf Kommando“…“

„Ach das haben Sie? Bringen Sie mir das doch bitte einmal mit. Ich überlege ja ob ich es mir kaufen soll.“

Habe ihr dann die Geschichte erzählt, wie ich am Wochenende in einem Laden, den ich bisher für recht cool hielt – seit er nun seine Kinderbuchsektion unterteilt hat in „Prinzessinnen“ und „Ritter“* jedoch nicht mehr so ganz – ein ziemlich ähnliches Buch fand.
Gleiche Aussage, gleiche Story: Kind wird von Verwandtschaft geknutscht, findets eklig, sagt „Nein!“, alles ist gut.
Und dann kommt das letzte Bild.
Erst von sexueller Selbstbestimmung faseln und dann die Katze vergewaltigen...

Gleich verlassen mich die beiden letzten Mitglieder meiner Gestern erwähnten Clique um Bewerbungen nicht wegzubringen. Ich werde dann noch drei Blöcke haben: "Aktuelle Themen", Deutsch und WiSo. Etwas seltsam ist, dass der Lehrer für "Aktuelle Themen" vorhin an uns vorbeiging, sich verabschiedete und in sein Auto stieg. Er war allerdings auch immer der, der uns mit dem Hinweis, er würde explizit keine Nachweise sehen wollen auf Akquise schickte. Mit etwas Glück habe ich also gleich einige freie Zeit. Und die beiden Lehrer danach sind auch ziemlich in Ordnung. Den Tag werde ich also wohl irgendwie rumkriegen.

Ich muss aufhören halbleise "...und nun sitze ich wieder im Kinderkino bei H&M in Berlin..." vor mich hinzusingen. Nach meinem Lachen im ersten Block wirke ich schon seltsam genug.

Ich weiss nicht recht, was mich mehr beunruhigen sollte:
Das jemand über den Suchbegriff „hintergrundbilder für verstorbene“ oder über „schlag auf den kopf pferd“ hier hergefunden hat.
Da freue ich mich ja direkt über die eine Person die via „schwanz lutschen“ kam.
Super finde ich allerdings, dass ich Treffer Nummer Sieben bei „scheiss bildungsmassnahme“ bei Google bin. Allerdings lässt Platz Sieben ja nun auch noch Luft nach Oben.


*Ich muss die Schilder austauschen zu "Hausfrauen" und "Soldaten"...

Montag, 4. Februar 2008

Tag 59

„In the world of primate research, scientists are strongly discouraged from establishing a personal relationship with the creatures they study.“1

Ich bin die Jane Goodall des Bildungszentrums. Eigentlich wollte ich ja die Affen (Oha! Speziesistische Beleidigung. -1 Szenepunkt) hier um mich herum distanziert studieren. Aber wie das halt so ist, habe ich angefangen ihnen Namen zu geben und nun bin ich soweit in diesen emotionalen Sumpf gerutscht, dass ich einige der Leute hier sogar mag.

“Most research centers number their monkeys and apes rather than naming them, often tattooing numbers into the animals' skin for easy identification.“1

Gut, dass mit den tätowierten Nummern klingt schon ziemlich zynisch und schreit geradezu nach reaktionären SzeneveganerInnen die „holocaust on your plate“ schreien. Übergehen wir das einfach.
Ich habe meine Studienobjekte mittlerweile in meiner InstantMessenger-Liste, wurde sogar von einem schon mal – wenn auch weniger aus privaten Gründen – angerufen und habe hier eine mehr oder minder feste Clique in der ich mich bewege. Aufmerksame LeserInnen mögen schon geahnt haben, dass es sich um die Gruppe um die bereits erwähnten Gefühlslinken handelt. Dazu kommen dann noch ein zwei trendige, mit Playboyinsignien im Übermaß behängte, R’n’B-Menschen, ein Emo-Mensch und ich. Insgesamt also eine ganz gute Mischung. Die gemeinsamen Nenner sind einmal, dass die Anderen alle hin und wieder hier gern kiffen, aber ausschlaggebend dürfte wohl tatsächlich sein, dass diese Gruppe hier die intelligenteste und zivilisierteste darstellt.
Ja klar ist immer die Gruppe, in der ich mich bewege, per definitionem die intelligenteste und zivilisierteste und so weiter, aber ich behaupte, dass es in diesem Fall auch objektiv messbar wäre. Falls es eine wissenschaftliche Skala für solche Kategorien gäbe. Es reicht wohl für eine grobe Unterscheidung in „Leute die direkt vorm Eingang stehend beim Rauchen auf den Boden spucken“ und „Rest“ zu differenzieren. Dann bleiben eben nur noch die genannten übrig.
Naja, worum es geht, ist wohl einfach nur, dass es hier doch einige Leute gibt, in deren Umfeld ich mich wohl fühle. Und teilweise ist das sogar über den Zweckgemeinschaftscharakter hinaus, der sich wohl zwangsläufig einstellt, wenn Menschen mit Umgangsformen (Okay zugegeben, der eine rennt hier heute in Jogginghose rum und sieht aus als trüge er noch seinen Schlafanzug, aber er entschuldigt es wenigstens mit dem letztnächtlichem Superbowl, der ihn vom Schlafen abhielt und seinen morgendlichen Autokorso noch in einen Polizeieinsatz münden liess.) auf solche treffen, die ihr Brusthaar aus dem Hemd kämmen und den übelsten Auswurf spucken, sobald sie auch nur ahnen, sie seien im Freien. Immerhin im Freien.

“Even those who admired her style worried about her lack of objectivity.”1

Aber nun zu viel Schlimmeren:
Heute wird hier in dieser Stadt Karneval gefeiert. Das läuft traditionell so ab, dass sich von 13 Jahren an aufwärts, alles was sich für lustig hält in der Innenstadt trifft um sich ab 9 Uhr morgens zu betrinken. Ich weiss wie das aussieht: Ich war vor etlichen Jahren mit dabei und glaubt mir, es ist ein trauriger Anblick.
Leider muss ich nach den zwei Blöcken die wir heute karnevalsbedingt nur haben noch in die Innenstadt. Im Moment befinden wir uns hier in dem Gebäude ausserhalb des Walles und somit durch einen Bahndamm von den trinkenden Massen getrennt. Ich habe verzweifelt drauf geachtet heute sogar Kopfhörer und portables Musikgerät mitzunehmen, damit ich das Elend wenigstens akustisch ausblenden kann. Ich will da nicht hin.

Die zwei Blöcke bis dahin verbringen wir mit unserem EDV-Qualifikationsbaustein. Bedeutet, wir bauen mit Word Dokumente und Tabellen nach. Ist nicht so blöd wie es sich jetzt anhört, da ich bisher tatsächlich einige Kniffe lernen konnte.
Auf mein Nachfragen, ob sich denn schon alle aus dem Religionskurs an der Berufsschule abgemeldet hatten, entwickelte sich eine kurze theologische Diskussion mit meiner Banknachbarin. Denn ich hatte klargemacht, dass es sehr wohl eine grundsätzliche Frage sei und dass ich keine Lust hätte da zu sitzen und mir von irgendwelchen ChristInnen was erzählen zu lassen. Habe dann natürlich noch „oder Muslems, Juden, Buddhisten oder sonst wen“ hinterhergeschickt, nachdem von meiner Nachbarin, die in einigen Diskussionen ob ihres Kopftuches bisher beunruhigend überzeugt argumentieren konnte, eine enthusiastische Zustimmung kam. Als ich dann erklärte, dass ich von Religion und Gott und so nicht wirklich viel halte wurde ich mit dem mitleidigsten Blick seit Jahren bedacht.

So die einzige Pause heute ist rum. Mit den wenigen Menschen meiner Crew die heute den Weg hierhin fanden einen rauchen gewesen. Beziehungsweise dabei zugesehen, wie sie sich komplett lächerlich machten beim Versuch unauffällig auszusehen.


1. “The Primatologist”, Deborah Blum, The New York Times, 26.11.2006

Freitag, 1. Februar 2008

Tag 58

Da kann noch so oft die Kritik kommen, dass hier im Moment nichts los sei:
Ich habe einen Krankenschein! Da passiert nunmal nichts.
Bin heute nur kurz vorbeigefahren um meine AU abzugeben. Habe dabei zwischen Tür und Angel erfahren, dass Montag ja Rosenmontag ist und ich daher nur zwei Blöcke habe. Es sei denn ich hätte mir Urlaub genommen. Soweit kommt das noch, dass ich für sowas Urlaub vergeude.

Donnerstag, 31. Januar 2008

Tag 57

Donnerstag, also Berufsschule.
Was mir ganz gut in den Kram passte, da ich in der Gruppe bin, die heute nur drei Stunden hat und ich immernoch alles andere als frisch und gesund durchs Leben gehe. Werde also gleich die sorgfältg geplante Tour durch die diversen Praxen antreten, um mir eine Überweisung zu holen um nicht schon zum dritten mal dieses Quartal die Praxisgebühr zahlen zu dürfen.

War mal wieder ein recht ambivalenter Schultag.
Die Freude darüber, dass wir heute die letzte Stunde mit Herrn Heßling hatten wurde durch den neuen Stundenplan schnell wieder getrübt. Denn anscheinend ist der Winter vorbei und daher ist es uns nun zuzumuten, bereits um halb Acht den Dienst anzutreten.
Sehr amusant fanden die Meisten im Raum die Tatsache, dass wir von nun an in der sechsten Stunde Religion haben sollen.
Der Packen mit den Abmeldungen wurde noch in dieser Stunde dem Klassenlehrer eingereicht.
Bei der Menge ist davon auszugehen, dass wir ein Ersatzfach - sowas wie Ethik oder Philosophie - bekommen werden. Ist mir nur recht. Der Rest wollte grösstenteils aber wohl einfach frei haben.
Beim Schreiben meiner Ameldung musste ich ob der Anrede herzlich lachen:
"Sehr geehrter Herr Wiksa,"
Nein, das habe ich mir nicht ausgedacht. Der arme Herr Religionslehrer heisst tatsächlich so.

Alles richtig gemacht:
Heut morgen hiess es noch von anderen Schülern, es sei völlig unmöglich, dass ich mir eine Arbeitsunfähigskeitsbescheinigung für den gestrigen Tag ausstellen lasse.
Aber hin und wieder habe selbst ich Glück, und so hing grad eben an der Arztpraxis eine Notiz, die darauf hinwies, dass an einigen Tagen - Gestern eingeschlossen - die Praxis ganztägig geschlossen sei. Habe dann also dem Arzt meine Story erzählt und als er fragte, ob es nötig sei, dass ich krankgeschrieben würde mit "Ja eigentlich sogar noch rückwirkend für gestern, da war ich hier aber da hatten Sie ja den ganzen Tag geschlossen...".
Ich war so stolz auf meine Raffinesse, dass ich schon etwas enttäuscht war, als er es einfach überging, mich fragte ob ich morgen ausschlafen will und mir dann eine AU von gestern bis morgen ausstellte. Super Typ. Und direkt hintendran noch Blut abgenommen für ein grosses Blutbild. Muss auch mal wieder sein.

Mittwoch, 30. Januar 2008

Tag 56

Ich bin krank.
Und sowas heisst bei mir nicht einfach nur dass es mir nicht so gut geht. Sowas heisst bei mir, dass meine Welt untergeht und ich eigentlich zu gar nichts mehr zu gebrauchen bin.
Und das sogar schon bei diesem - wohl verhältnissmässig leichtem - grippalen Anflug von Hals- und Kopfschmerz. Aber sobald ich solche Symptome bemerke, schaltet der restliche Organismus automatisch in den Nahtod-Modus und ich fühle mich schlapp, fasele etwas davon dass meine Haut weh tut und brauche Menschen die mir Flaschendeckel aufschrauben, weil das meiner Hand schmerzt. Kurzgefasst: ich bin wohl ein recht erbärmlicher Anblick.

Daher ist es ja wohl auch verständlich, dass ich heut morgen nicht, wie eigentlich vorgesehen, im Bildungszentrum anrufen konnte um mich abzumelden, da ich mir eingebildet habe, ich könne vor Halsschmerz nicht sprechen. Obwohl ich die ganze Nacht einen Schal trug.
Profi-Strassencafé-Blogger der ich bin, bediente ich mich dann jedoch neuer Medien und mailte meiner Bildungsbegleiterin den Stand der Dinge.
Eigentlich wollte ich heute im BZ Bewerbungen ausdrucken lassen. "Lassen", weil der Farbdrucker kaputt ist und nur noch der im Büro funktioniert und dazu jede Bewerbung an eineN BildungsbegleiterIn geschickt werden muss, der/die diese dann dort ausdruckt.
Dachte mir nun, dass es ja nicht so dramatisch sei und ich die Bewerbungen ja auch von hier aus mailen kann. Doch alles was schiefgehen kann geht ja auch schief und nach nun mehr als einer Stunde Ringen mit Microsoft Word sah jetzt mein Mailprogramm seine Chance gekommen und zickt rum.
Wenn ich krank bin, dann richtig. Dann geht gar nix mehr. Nichtmal ne dämliche Mail versenden.

Die gute Nachricht:
Die Toiletten werden wieder unter Verschluss gehalten. Endlich habe ich meinen panic room zurück.

Dienstag, 29. Januar 2008

Tag 55

Heute war irgendwie alles ein wenig zu durcheinander.
Wir bekamen erst ganz viele Menschen aus der Ori-Gruppe 2 zu uns gesteckt - es wurde anscheinend nach "nervige WichserInnen" und "erträgliche Menschen" sortiert, wovon wir natürlich Erstere bekamen - dann waren die Räume überbelegt. Das hätten wir eigentlich gar nicht gemerkt, da wir ab dem dritten Block in einem anderen Gebäude gehabt hätten. Allerdings wurde ebendieser dritte Block dann in EDV umgewandelt und zwar erst nachdem beide EDV-Räume mehr als vollständig besetzt waren.
Es war heute also rein gar nichts los und auch rein gar nichts möglich um sich die Zeit zu vertreiben.

Montag, 28. Januar 2008

Tag 54

Der letzte Montag hatte seine Vor- und Nachteile.
Ein Nachteil war, dass wir nichts zu tun hatten und uns zu Tode langweilten. Allerdings war genau das auch sein Vorteil.
Denn heute haben wir wieder eine Aufsicht und sollen sogar wirklich arbeiten. Leider sind wir derart stark dezimiert, dass es ein Leichtes ist, uns ständig im Auge zu behalten. Und dafür habe ich mir morgens noch diverse Spielfilme und Serien auf den USB-Stick gezogen. Nur kann ich jetzt die Kopfhörer nicht hinten am Rechner anschliessen, ohne dass es auffällt. Wenn ich die so verlege, dass sie nicht sofort ins Auge fallen, dann reicht das Kabel nicht, um mich aus einer lächerlich unbequemen Sitzhaltung zu befreien.

Es plagen mich immer noch Gewissensbisse wegen des Todes meines Knautschbuddys. Allerdings fand ich nun ein neues Objekt meiner Zuneigung:
Ich habe mir gerade einen Cyborg gebastelt.
Der ist total cool und kann alles! Er hört gern Gangsta-Rap von der WestCoast (Beachtet seine rechte Hand!)und ist unter seiner Hartplastikschale ein herzensguter Typ. Ausserdem hat er meine Hände. Und Mütze. Und seine coole Roboter-BlingBling-Kette ist ja wohl der Kracher! Ich sag euch, in einem halben Jahr laufen ALLE damit rum!

Freitag, 25. Januar 2008

Tag 53

Sehr, sehr schlecht geschlafen heute Nacht und dementsprechend auch 20 Minuten zu spät gekommen. War aber insofern kein Problem, als dass wir bei einem Lehrer hatten, der mich mag und er, wie sich dann herausstellte, ebenfalls erst wenige Minuten vor mir in den Raum kam.

Heute bekam ich in der Mittagspause einen sehr netten Besuch, der mich dann völlig entgeistert an der nächsten Strassenecke empfing mit den Worten:
"Oh Mann! Da kannst du doch nicht wieder reingehen! Das sah ja aus wie der offene Vollzug im Jugendknast als die hier grad alle vorbeikamen!"

Recht hat er/sie.

Genug gebloggt. Jetzt ist Wochenende.


Donnerstag, 24. Januar 2008

Tag 52

Ich lag richtig mit meiner Vermutung.
Herr Heßling war heute sooo klein mit Hut. Hat kein einziges fachfremdes Wort verloren.
Ich habe mich konsequent aus jeder Unterrichtsbeteiligung herausgehalten.
Gut, mit der Ausnahme, dass ich alles von Steinbeck aufzählte, was mir einfiel. Aber das zählt nicht wirklich, denn da sass ich gruppenarbeitsbedingt mit dem Rücken zu ihm - Heßling, nicht Steinbeck - und sprach meine Antwort gegen die Wand. Voll respektlos und so.
Gut, darüber hinaus habe ich noch ein wenig rumgeprollt (Stalingrad43-Polo unterm Cardigan) und ihm auf sein im Gehen zurückgerufenes "Arrividerci!" ein "Deutsch reden!" entgegnet.

Obwohl Winter und heute sehr unterbesetzt, zählte ich doch sechs Menschen in Jogginghosen auf dem Schulhof. Wenn das so weitergeht, habe ich Angst vor dem Sommer.

Mittwoch, 23. Januar 2008

Tag 51

Das Frühstück der Champions:
Gestern Abend extra eine Pizza (Knoblauch, Pilze)zuviel bestellt, um sie heute Morgen noch vor dem Aufstehen kalt zur Lektüre einer alten Titanic (Juni 2007) schlemmen zu können.
Das Knoblauchstigmata nehme ich dafür gern in Kauf.

Heute ist mein Stammtag und ich habe - mal wieder - meinen Stundenplan nicht gefunden. Sollte ich den nicht wiederfinden, wird mir mindestens ein Urlaubstag abgezogen. Aber dahingehend mache ich mir weniger Sorgen. Das Ding taucht schon auf. Problematischer wird es, den heutigen Tag rumzubringen. Ich habe ja jetzt schon den dringenden Verdacht, im falschen Raum zu sitzen. Und das nachdem ich aus dem offensichtlich falschen Raum schon in diesen hier umgezogen bin.
Aber über die stümperhaft manuell erstellten Stundenpläne auf Schmierzettelrückseiten bin ich natürlich hinaus. Wozu sitze ich denn hier im EDV-Raum? Habe mir also nun meinen Stundenplan originalgetreu nachgebaut. Mal sehen ob es jemandem auffällt.
Naja, es wird defintiv jemandem auffallen, da ich keine Ahnung habe, wie die neue Englischlehrerin heisst und wie genau sich ihr Fach nennt. Werde dies also stümperhaft manuell eintragen müssen.

Dienstag, 22. Januar 2008

Tag 50

Das muss mensch erstmal schaffen:
Um vom Bahnhof zu den Räumen zu kommen, in denen ich meinen nächsten Block hatte, muss ich sechs Fahrspuren überqueren. Unterstützt durch eine FussgängerInnenampel versteht sich. Mit allem was dazu gehört: Knöpfe, Signalgeber für Sehbehinderte und einer Insel in der Mitte der Strasse.
Nun stand ich also auf dieser Insel und stellte fest, dass die eben erwähnten Knöpfe nicht da waren. Stattdessen so ein neumodischen "Bitte berühren"-Dingen. Ich habe noch nie kapiert, wie die funktionieren. War mir aber immer recht sicher, das das was mit Wärme zu tun hat. Hab allerdings ersteinmal eine komplette Ampelphase nicht daran gedacht diesem Gerät irgendeinen Input zu geben. Dann fiel mir auf, dass es wohl doch nicht, wie erhofft, auch ohne mein Zutun Grün werden würde. Habe also versucht diesen Trigger auszulösen. Erst durch Handauflegen. Dann durch Reiben. Dann durch Schlagen. Dann durch Fluchen.
Das Problem dabei war, dass ich versuchen musste, die Peinlichkeit meiner Performance so zu verteilen, dass die Personen in den Autos, die in den diversen Ampelphasen vor mir standen, nicht zuviel mitbekommen konnten, um mich für völlig daneben zu halten.
Irgendwann hat es mir dann gereicht und ich bin rüber. Kurz bevor ich wieder fussgängerisches Terrain erreichte, kam eine alte Frau zu meiner Zielampel, berührte sie ganz sacht und es wurde sofort Grün.
Wie es sich gehört, find ich natürlich noch auf der Strasse stehend an, die Ampel aufs Schärfste zu beschimpfen. Ich nannte sie Körperteile und was sie mit sich zu tun habe. Als ich so meinen rosanen Regenschirm in Richtung grünes Menschchen wedelte, fiel mir auf, dass ich offensichtlich in meinen Tiraden etwas zu laut war.
Ein gemäss dem Szenecode verkleideter HipHop-Gangster, der an der kreuzend gelegenen Ampel wartete, fühlte sich angesprochen und ich musste ihm beschwichtigend erklären, dass nicht er gemeint sei, sondern die Ampel.
Er hat mir kein einziges Wort geglaubt.
Zum Glück muss ich echauffiert genug auf ihn gewirkt haben, um wenn schon nicht glaubhaft, so doch zumindest ausreichend verrückt zu erscheinen.

Tja der Rest des Tages bestand aus "Warten bis ich zum Arzttermin gehen kann", exakt zehn Minuten Arzt, ungefähr 40 Minuten Bibliothek und danach noch rumhängen in Block 4 und 5.

Montag, 21. Januar 2008

Tag 49

Ich sterbe hier vor Langeweile.
Wie gewöhnlich haben wir den ganzen Tag EDV. Mittlerweile ist es ein "Quali-Baustein" - beduetet das lässt sich irgendwie auf die Ausbildung anrechnen - mehr Sinn macht es trotzdem nicht. Sitzen seit zwei Blöcken ohne Aufsicht oder Auftrag. Kämpfen uns also seit acht Uhr durch die Weiten des Flashgame-Universums.
Da ich mir in weiser Vorraussicht gestern noch eine Handvoll auf meinen USB-Stick gezogen habe, brauchten wir uns nicht einmal einloggen, um den halben Tag spielen zu können.
Mittlerweile haben auch Flashgames ihren Zauber verloren und ich fange an die Menschen um mich herum zu nerven weil mir so schrecklich langweilig ist.
Andererseits möchte ich auch nicht, dass meine Bildungsbegleiterin, wie angedroht, reinkommt und mich zum Vorstellungsgespräch schickt.
Ha! Jetzt habe ich mir Kopfhörer besorgt und versuche mal Family Guy zu gucken. Leider braucht der Rechner wohl ewig um eine Folge zu laden. Verdammt. Und bis gestern hatte ich noch irgendeinen Film aufm Stick.
Oh mein Gott ist das langsam: 27% und ich sitze da jetzt schon eine Stunde vor und warte. Zum Glück ist jetzt Pause. Ich kriege hier einen Lagerkoller. Ich habe aus lauter Langeweile die Unterschiede zwischen einer Pizza im Chicago-Style und einer im NewYork-Style gelernt.
Na klasse, jetzt heisst es, wir könnten die Pause auch im Raum verbringen. Und ich dachte schon mit ein bisschen Frischluft könnte ich die Ladezeit überbrücken. Und jetzt Darf ich mir weiterhin ansehen wie der Balken da vorwärts kriecht: 49%.
Wohoo! Auf einmal sind es 100%.
Endlich habe ich hier mal was zu lachen.

Freitag, 18. Januar 2008

Tag 48

Nach einem Tag voller Tortenbackerei und ähnlich stressiger Unternehmungen und einer Nacht die erst am Morgen anfing, ist es ja wohl kein Wunder, dass ich den ersten Block verschlafen habe. War zum Glück kein Problem. Habe meiner Bildungsbegleiterin erklärt, dass ich nächtlich noch Torte zu essen hatte. Sie hatte volles Verständnis. Der zweite Block bestand dann aus einer Stadt-Land-Fluss-Tabelle, bei der die fehlenden Elemente zu ergänzen waren mittels eines Atlanten. War halt nur blättern. Da ich der einzige war, der tatsächlich gearbeitet hat, durfte ich danach noch Inseln anhand ihres Umrisses benennen. Ja. Spannend.
Lustiger war da schon das Mädchen, das mich völlig entgeistert anstarrte, als ich, da die Herrentoilette abgeschlossen war, kurzerhand in die gegengeschlechtliche ging. Als ich wieder rauskam, stand dieses kleine Mädchen vor mir und lispelte (Normalerweise kann sie gut sprechen. Scheint ziemlich aufgebracht gewesen zu sein.) mich an:

"He! Sie sind falsch!"

"Äh ja. Ich weiss. Steht ja da."
"Aber... aber..."
Lehrerin kommt auf den Flur:
"Das ist die Damentoilette!"
"Ja. Ich weiss. Steht ja da. Aber die andere ist abgeschlossen."
"Ja dann müssen sie sich aus dem Büro den Schlüssel holen."
"Äh ja. Ist ja nix passiert."

Unspektakulär, ich weiss. Aber wenn das schon das Mitreissendste des Tages ist, könnt ihr euch denken, wie der Rest lief.
Zum Glück konnte ich heute abkürzen.
Lieber Zahnarzt als Bildungszentrum.

Heut kam Post vom Arbeitsamt:
"Ihnen wurde wegen der Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme laufend Berufsausbildungsbeihilfe gezahlt. Sie hatten jedoch am Unterricht bzw. an der Unterweisung ohne Vorliegen eines wichtigen Grundes an nachstehenden Tagen nicht an der Maßnahme teilgenommen:

07.12.2007.
[...]
Insoweit ist eine Überzahlung in Höhe von 8,37€ eingetreten. Dieser Betrag ist von Ihnen nach § 50 Abs. 1 SGB X zu erstatten.

Dieser Betrag wird gegen Ihre Ansprüche auf Geldleistungen nach § 51 Abs. 2 des Ersten Buches Sozialgesetzbuch in Höhe von 8,37€ aufgerechnet. Das bedeutet, dass Sie den Betrag zunächst nicht zu überweisen brauchen. Die Aufrechnung stand in meinem Ermessen, es waren jedoch keine Umstände ersichtlich, die zu einem anderen Ergebnis hätten führen können."
Tja, was soll ich da sagen. Abstreiten ist unsinnig. Was mich stört, ist nur die Tatsache, dass "die Aufrechnung in [seinem/ihrem] Ermessen" stand, da jedoch nirgends ein anderer Name als meiner auftaucht und die Unterschrift ein einzelner Kringel ist.
Habe also nun versucht da anzurufen, damit ich wenigstens weiß, wer mich da abzockt. Kam ja nichtmal als Einschreiben das Ding. Hätte also auch keine rechtliche Relevanz. Gut, die 8,37€ sind mir herzlich egal - allerdings nimmt es mir so die Arbeit ab endlich mal auszurechnen, wieviel ich an einem Tag da verdiene - aber da könnt ja jedeR kommen! Ha!
Schonmal versucht mit dem Arbeitsamt zu telephonieren?
Macht es!
Nach fünf Minuten Player VS CPU gab ich es auf. Hab ja noch andres zu tun. Montag versuch ich es nochmal.

Donnerstag, 17. Januar 2008

Tag 47

1.Akt
Exposition

2.Akt
Das erste, weder von Ernst Busch noch der Nachrichtenfrau, gesprochene Wort des Tages war „Kameradschaft“. Und zwar auch so wie mensch „Kameradschaft!“ auszusprechen hat. Kam von irgendeinem Mädchen am Eingang zur Berufsschule. Im Treppenhaus hatte ich dann drei so Nerds hinter mir, die über irgendein Computerspiel geredet haben:
„Ja, ich spiel jetzt nur noch Österreich. Das sind wenigstens Deutsche!“
Nach der ersten Stunde lief ich erst einmal einer gut gefüllten Thor-Steinar-Jacke in die Ärmel.
Die nächste Stunde wird „Deutsch“ sein. Bei so vielen Vorzeichen hätte ich ahnen müssen, was folgte.

3.Akt
HERR HEßLING*. Deutsch reden! Deutsch denken! Deutsch handeln! (die türkischen TeilnehmerInnen meinend)
RALF NASE. Was soll das denn heissen? „Deutsch reden“ ist ja noch sinnvoll, aber solche Sprüche können sie sich wirklich sparen!
HERR HEßLING. Nein warum denn? Wir sind hier in Deutschland und hier wird deutsch geredet!
RALF NASE. Und was soll das mit “Deutsch denken! Deutsch handeln!“? „Deutschland denken, heißt Auschwitz denken“!
HERR HEßLING. Was soll das denn jetzt? Das ist doch Unsinn.
RALF NASE. Das haben Leute gesagt, die sehr viel mehr auf dem Kasten hatten als sie!
HERR HEßLING. Ich muss mich hier doch nicht rechtfertigen vor ihnen! Hier wird deutsch geredet und ich brauche mit ihnen hier auch über gar nichts diskutieren!
RALF NASE. And what do you mean with „Think german! Act german!“? What is it?
HERR HEßLING. Warum reden sie denn jetzt englisch? Was soll denn das bringen?
RALF NASE. I just don’t want to do what you tell me! Tell me what you mean with “Act german!”?
HERR HEßLNG. Jetzt reden sie aber mal wieder Deutsch! Und ich brauche ihnen gar nichts erklären!
RALF NASE. Tell me what you mean with it! Now!
HERR HEßLING. Ach kommen sie! Was soll das denn jetzt? Jetzt reden sie doch mal wieder so, dass man sie auch versteht!
RALF NASE. Was sollen ihre Sprüche von „Deutsch denken! Deutsch handeln!“? Erklären sie das mal! Los!
HERR HEßLING. Ach das war doch eher ääh als Witz gemeint…
RALF NASE. Das findet niemand hier lustig. Also sagen sie jetzt endlich, was „deutsches Handeln“ ist!
HERR HEßLING. Ich brauche mich nicht verteidigen! Ausserdem war das ja eh nur ein Witz…
RAL NASE. Das war schon das zweite Mal, dass sie diesen Spruch gebracht haben, also muss das ja irgendwas bedeuten. Nun erklären sie schon!
HERR HEßLING. Ich erkläre hier gar nichts! Ich kann ihnen das nachher erklären…
RALF NASE. Nein! Das geht ja nicht nur mich etwas an! Sie erklären jetzt der ganzen Klasse, wie „deutsches Denken“ und „deutsches Handeln“ aussehen! Jetzt und hier! Los!
HERR HEßLING. Seien sie doch ruhig! Wir fangen jetzt an.
RALF NASE. Tragen sie mich als fehlend ein! (steht auf, zieht seine Jacke an, nimmt seinen Rucksack und geht zur Tür)
HERR HEßLING. (flehend) Ach nun bleiben sie doch bitte sitzen!
(Ralf Nase ab.)


4.Akt
Ich ging davon aus, dass die nächste Stunde mit einer Standpauke beginnen und in eine hitzige Diskussion münden würde. Habe schliesslich schon einmal mit unserem Klassenlehrer einen Streit vom Zaun gebrochen. Nach 30 Minuten Frühstück im Auto konnte ich jedoch noch einen Blick auf die Anwesenheitsliste und ins Klassenbuch werfen, bevor er ankam.


5.Akt
Ich wurde als anwesend geführt und Herr Heßling hat keinerlei Anmerkung im dafür vorgesehenen Feld im Klassenbuch hinterlassen.
Da er gegen Ende der Diskussion immer kleinlauter wurde und alles daran gesetzt hat der Situation zu entfliehen, jedoch anscheinend zu stolz war, um zurück zu rudern, scheint es mir plausibel, dass er den ganzen Vorfall unter den Tisch fallen lassen will. Jetzt ist die Frage, wie ich mich nächste Woche verhalte:
Wenn an meiner Theorie etwas dran ist, wird er buckeln und jede Konfrontation vermeiden wollen, damit wir die Sache nicht doch noch mit Klassenlehrer und/oder Schulleitung besprechen.
Wenn ich falsch liege, wird er so weitermachen wie bisher oder sogar noch eins draufsetzen wollen.
Für Fall zwei werde ich vorher noch einmal mit den linkeren Menschen der Klasse und der Klassensprecherin reden und vorschlagen, dass wir, sollte es wieder so etwas bringen, geschlossen den Unterricht verlassen. Gut, bei der NPD im sächsischen Parlament hat diese Strategie auch nicht geholfen, aber da gab es ja keine Schulleitung, bei der mensch hätte petzen können.
„Häufig ist jedoch der äußere Untergang, der Tod, mit einem inneren Sieg und der Verklärung des Helden/der Heldin verbunden.“**
Das mit dem Tod lassen wir mal lieber. Aus Sicht der Berufsschule, denke ich, kann mein Feierabend als „äußerer Untergang“ gewertet werden. Das mit dem inneren Sieg stimmt natürlich. Plus der äussere Sieg, den mir der Applaus beim Verlassen der Klasse bescherte.
Damit wären ja wohl alle Kriterien des Herrn Freytag erfüllt, und ich bin jetzt offiziell ein Held.
Na gut, aber wenigstens Protagonist will ich sein!

Der dramatische Tag reicht als Inhalt für heute aus. Die Schilderungen des Menschen, der sich sein Brusthaar fein säuberlich aus seinem extra dafür geöffneten Polo-Shirt kämmt, die ich schon gestern bringen wollte, fällt daher aus. Freut euch. Ich kann seit zwei Tagen nirgends andes mehr hinschauen wenn er im Raum ist. Es ist wie bei einem Autounfall:
Es ist schrecklich aber trotzdem werden alle langsamer wenn sie vorbeifahren.


* Name von der Redaktion geändert.
** „Texte, Themen und Strukturen“ 1999 Cornelsen Verlag, Berlin, S.165

Mittwoch, 16. Januar 2008

Tag 46

Da bei mir zu Haus die Internetverbindung nach maximal zwei Minuten abreisst, versuche ich mal, das Meiste für heute schon hier fertig zu machen. Ist nur blöd, da es grad der erste Block von fünfen ist und daher noch eine Menge kommen kann.
Da ich allerdings mal wieder an einem anderen Rechner sitze, ergibt sich aus den ICQ-Protokollen der anderen User hier eigentlich schon genug Material. Held des Tages ist "StReEtWeArGaNgStEr 16".
Um ihn meinen geneigten LeserInnen erst einmal vorzustellen, hier eine repräsentative Diskussion zwischen ihm und "paradiseOF gangsters":

StReEtWeArGaNgStEr 16 (10:50:43 12/09/2007)
du gay^^

StReEtWeArGaNgStEr 16 (10:51:33 12/09/2007)
pussy

StReEtWeArGaNgStEr 16 (12:10:41 12/09/2007)
du bist voll der gay eh :P

StReEtWeArGaNgStEr 16 (12:11:28 12/09/2007)
und höhr auf zu pennen du fotze sonst muss ich dir mein pillemann in die fresse klatschen

paradiseOFgangsters (12:11:30 12/09/2007)
du schäbbigen

Ich denke, wir können uns nun alle ein Bild von ihm machen. Es geht weiter mit ihm und seiner Freundin "Schatz":

Schatz (14:25:42 7/09/2007)
hay schatz

StReEtWeArGaNgStEr 16 (14:25:43 7/09/2007)
hey schaaaatz =)

StReEtWeArGaNgStEr 16 (14:30:59 7/09/2007)
und gehst du heute zum frauenartzt inne mumu schauen lassen?xD

Schatz
ne schatz ich muss zu meiner oma..

StReEtWeArGaNgStEr 16 (14:32:20 7/09/2007)
darf ich dir dann heute in die mumu schauen ?:D

StReEtWeArGaNgStEr 16 (14:33:16 7/09/2007)
schatz antworte auf meine frage :P

Schatz
kanns du machen schatz :D

StReEtWeArGaNgStEr 16 (14:33:49 7/09/2007)
schwör ?x)

Schatz
loL

Schatz
kanns mit was anderen da rein schatz :p

StReEtWeArGaNgStEr 16 (14:35:03 7/09/2007)
was den stifft flasche ?:D

Schatz
moha

Naja gut, ist halt das, was Leute die kichern, wenn jemand "Titten" sagt, unter Cybersex verstehen. Bis auf die Dämlichkeit der beiden gar nicht so spektakulär.
Es folgt eine Unterhaltung zwischen ihm und "bebhii". Die Herzchen hinter "Schatz" und "bebhii" bringen leider den HTML-Code durcheinander. Denkt sie euch dazu.

StReEtWeArGaNgStEr 16 (15:03:58 7/09/2007)
ich bin wieder single :D und du hast geagt du bläst mir dann ein xD

bebhii
voll nich xD

bebhii
wenne single bis warum steht dann da schatz ich leibe dich ...

StReEtWeArGaNgStEr 16 (15:05:39 7/09/2007)
ja ich hab grad schluß gemacht :P

StReEtWeArGaNgStEr 16 (15:06:08 7/09/2007)
ist echt so und jetzt bläst du mir kein ?:(

bebhii
neh loel xD

StReEtWeArGaNgStEr 16 (15:06:41 7/09/2007)
:(

bebhii
mein freund findet dat bestimmt nich doll ;-)

StReEtWeArGaNgStEr 16 (15:06:49 7/09/2007)
mir doch ladde ^^

bebhii
yah is kla

StReEtWeArGaNgStEr 16 (15:07:21 7/09/2007)
nein ich bin auch noch mit meiner freundin zusammen ;)

bebhii
wusst ich :-)

StReEtWeArGaNgStEr 16 (15:07:32 7/09/2007)
aber du hast gesagt wenn ich single bin bläst du mir ein :P

bebhii
was sagt deine freundin dazu das du imma sowas schreibst?

StReEtWeArGaNgStEr 16 (15:09:34 7/09/2007)
nixs 1. mal die weiß das nit und 2 mal ist mir auch ladde was die sagt ^^

Ich hoffe - Ich bete! - dass "Schatz" das hier liest. Überlege ja sogar schon, ob ich sie nicht mal anschreiben soll. Ihre ICQ-Nummer steht ja hier... Aber das macht nur Sinn, wenn ich sicher sein kann, dass "StReEtWeArGaNgStEr 16" hier am Rechner sitzt, wenn sie darüber reden. Sonst lohnts ja nicht.

Mittlerweile ist rausgekommen, warum die heimische Netzconnection nur zwei Minuten hält:
In einem Kabel, das ins Haus führt, sei wohl Wasser. Wie auch immer so etwas gehen soll. Wird morgen ausgebessert.
Darum schreibe ich den Rest zu heute erst morgen.

Dienstag, 15. Januar 2008

Tag 45

Haben heute in "Aktuelle Themen" - mal wieder - über die aktuelle Wahlkampfdiskussion betreffend Jugendkriminalität gesprochen.
Diesmal jedoch haben wir zuerst grundsätzlich darüber geredet, bevor wir in die Stammtischdiskussion eingestiegen sind. Wir sollten dazu auf einen Zettel all unsere begangenen Straftaten notieren. Anonym versteht sich. Diese wurden dann zum Grossteil vorgelesen, um zu verdeutlichen, wie viele Jugendliche straffällig werden.
Zu meiner Überraschung gab es keinerlei Gewaltdelikte - ausser bei dem Fussball-Ultra, aber da ist das ja mehr eine Art Hobby, wie ich mittlerweile aus verschiedenen Gesprächen zum Thema herausbekommen habe. Das Beste war der Zettel mit:
"-Ich ziehe jeden Tag einen durch (im Moment bin ich auch drauf!)"

Für die Diskussion haben wir dann zwei Gruppen gebildet:
A - FÜR härtere Jugendstrafen und FÜR mehr Abschiebungen
B - GEGEN härtere Jugendstrafen GEGEN mehr Abschiebungen

Ich war in Gruppe B. Unterstützt von den Menschen, die politisch zumindest so in meine Richtung gehen und bisher dafür gesorgt haben, dass wir im Unterricht immer eine gemütlich-linke Hegemonie hinkriegen konnten. Gruppe A liess dann durch den Lehrer ausrichten, wir sollten uns doch bitte zurückhalten, da sie "Angst vor der Diskussionsfähigkeit von Gruppe A" hätten. Aus unserer Position wurde dann ein GRUNDSÄTZLICH GEGEN autoritäre Bestrafung und ein FÜR "kein mensch ist illegal".
Nach diesem Block kamen erstmal zwei Menschen aus Gruppe A zu uns und bekräftigten, dass sie diese Meinungen nur vertreten hätten, weil sie halt in der Gruppe waren und dass sie persönlich völlig anderer Meinung seien. Das zog dann natürlich auch den Typen nach sich, der meinte mitteilen zu müssen, dass er das schon so gemeint hat, das mit den Abschiebungen da und den kriminellen Ausländern!
Er wurde kollektiv ignoriert.

Montag, 14. Januar 2008

Tag 44

"Ich bin und das werden mir meine Eltern bestätigen, [...] sehr freundlich."
Wer sowas in ihre/seine Bewerbung schreibt, kann doch nur verlieren.

Die Rechner waren heute mal wieder down, so dass ich keinen neuen Stundenplan für diese Woche bekommen konnte. Mittlerweile geht es wieder und ich durfte feststellen, dass ich seit Anbeginn des Tages im falschen Raum sitze. Aber ist jetzt auch egal. Ich soll das hier jetzt fertig machen. Und EDV macht auch mehr Sinn für jemanden die/der MediengestalterIn werden will, als "WiSo-Projekt".
Habe gerade - zwischen Tür und Angel auf der Toilette - erfahren, dass der Leader der Gang, in der ich am Anfang war, aus der Massnahme geworfen wurde. Zu oft unentschuldigt gefehlt.
Macht natürlich nun ein wenig Bauchschmerzen, da meine Bildungsbegleiterin mir Freitag sagte, ich solle meine AU* spätestens Heute abgeben. Da ich jedoch wenig Lust hatte 10€-Praxisgebühr dafür zu bezahlen, dass mein Arzt mir sowas sagt wie "Ja, Sie haben schon ganz Recht: Magen-Darm. Besser Sie bleiben im Bett. Schliesslich ist es ja auch für Sie unangenehm, mit Darmproblemen Auto zu fahren und im Warezimmer zu sitzen, oder? Viel machen kann man da nicht. Ruhen Sie sich einfach mal aus.".
Und bei meinen vorherigen Fehltagen lief das immer so ab, dass meine Bildungsbegleiterin mir sagte, als ich irgendwas von "AU vergessen" stammelte, mich unterbrach mit "Ist egal. Glaub ich Ihnen auch so.".
Okay, um jetzt mal die Dramatik aus der Story zu nehmen: seit heute Morgen** habe ich schon zwei längere Gespräche mit ihr geführt und dabei auch so Sachen angesprochen, wie den noch fehlenden Laufzettel, den ich einreichen muss, da mir sonst ein Urlaubstag gestrichen wird und der natürlich - wie es in der Natur solcher Zettel liegt - momentan unauffindbar ist. Der Satz war viel zu lang, daher weiss ich nicht ob der schon Sinn gemacht hat, oder nicht. Es sollte auf jeden Fall darauf hinauslaufen, dass Sie meine fehlende AU einfach übergangen hat.
Hatte gerade noch ein Gespräch mit ihr:

"Sie müssen mir noch sagen mit welchen Programmen Sie umgehen können, damit ich damit angeben kann, wenn ich jetzt für Sie die ganzen Betriebe anrufe!"

"Ach da fällt mir ein, können Sie mir Illustrator CS3 besorgen?"***

"Ja, aber nur für Mac. Würde Ihnen also wahrscheinlich nichts bringen."

"Könnten Sie mir noch einen Mac dazu besorgen?"

"Hm... kann ich tatsächlich, aber der ist zu alt, da läuft CS3 nicht drauf..."

Da ich wesentlich schneller meine EDV-Aufgaben erledige als der Rest, sitze ich nun hier seit zwei Blöcken mit der offiziellen Anweisung, mir die Zeit zu vertreiben, damit der Rest des Kurses aufholen kann, da ich im Moment zwei Aufgaben vorn liege.
Da, wie erwähnt, Heut morgen die Rechner nicht liefen, und daher niemand ins Netz kam, versorgte ich via USB-Stick alle Interessierten mit einem Steckenpferd von mir: Zombie-Spielen.
Während der Lehrer also vorne stand und versuchte uns etwas über das Erstellen von Ordnern unter Microsoft Windows beizubringen, kam von der Hälfte der Rechner wildes Klicken mit zwischengeschobenem "Boah! Kettensäge!".
Sie waren nicht sehr konspirativ. Genaugenommen waren sie zu blöd, um das Fenster zu minimieren, als der Lehrer auf sie zukam.

Na grossartig. Jetzt heisst es, wenn alle die aktuelle Aufgabe - also die, die ich schon seit drei Blöcken fertig habe - erledigt haben, können wir Schicht machen. Ob das nun heisst, dass wir nach Hause können oder einfach nur weiter rumsitzen sollen, werde ich dann sehen. Aber es kommt mir schon arg zynisch vor, mich hier 180 Minuten warten zu lassen, um mir dann zu sagen, dass, wenn alle anderen das fertig haben, was ich schon lange fertig habe, wir gehen können. Schweinesystem.

Ich muss mir einen anderen Parkplatz suchen.
Bisher habe ich immer in einer grossen Schlammpfütze auf der rückwärtigen Seite des Bahnhofs geparkt. Das brachte zwei bisher unschlagbare Vorteile mit sich:
Erstens ist hier immer etwas frei und zweitens kostet es nichts.
Der einzige Nachteil bisher, war die Tatsache, dass meine Fussmatten nun aussehen wie aus dem Morast gezogen.
Doch damit ist es nun wohl vorbei.
Nachdem ich es unter Aufwendung all meiner Überredungskunst geschafft hatte, einen Deal auszuhandeln, dass ich eine Bewerbung erst zu Hause ausdrucken und danach wegbringen darf, da der BZ-Drucker streikt, durfte ich nun früher gehen.
Schon beim Einsteigen fiel mir der Typ auf, der etwa 15 Meter hinter meinem Wagen irgendetwas an diesem komischen Ziegelsteinhäufchen, dass wohl mal eine Art Wartungshäuschen oder gemauerter Sicherungskasten, was weiss denn ich was das sein sollte, war und in irgendeiner Relation zu den daneben liegenden Bahnschienen steht, zu schaffen hatte. Ich hielt ihn für einen Bahnangestellten oder sonstigen Handwerker.
Gerad eingestiegen und angeschnallt, klopft er auf einmal an meine Heckscheibe.
Menschenfreund der ich bin, mache ich sofort das BeifahrerInnenfenster herunter.
Und drücke auf die Zenralverriegelung.
Er beugt sich also durchs Fenster und fängt an mir matschiges Laub auf den BeifahrerInnensitz abzuzählen, als hielte er Geldbündel in Händen und lallt dabei "Einmal vollmachen!".
Nicht zu vergessen die benutzte Spritze samt Kanüle, mit der er dabei unkontrolliert im Wageninneren herumfuchtelte.
Hab ihm also gesagt es sei alles klar, er müsse nur kurz den Arm aus dem Fenster nehmen, damit ich die Tür aufmachen könne. Fenster hoch und weggefahren. Da ich nicht sofort auf die Strasse ziehen konnte und nach einer Wagenlänge wieder halten musste, kam er hintergerannt und trommelte auf die hintere Seitenscheibe.

Er wird wohl von den Junkies von der anderen Seite der Gleise gekommen sein, bei denen heute auch die Mobile Drogenberatung ihren regelmässigen Besuch hatte. Wenn jemand aus freiem Willen Junkie wird, so respektiere ich dies vollkommen und unterstütze auch sonst jeden reflektierten Drogengebrauch. Wenn jemand unabsichtlich Junkie wird, so muss ihm/ihr geholfen und nicht mit Ablehnung und Isolation begegnet werden, denke ich.
Wenn mir jedoch jemand, dessen Krankenakte ich nicht kenne eine frischbenutzte Nadel vors Gesicht hält, gewinnen meine theoretischen Überlegungen in Sachen Drogenpolitik doch auf einmal eine ganz andere Nuance. Im Nachhinein war ich doch schon sehr froh, dass ich aus der Chose so schnell rauskam. Ich weiss nicht, ob meine Ängste unbegründet sind, da ich mich damit nicht so gut auskenne, bin mir jedoch ziemlich sicher, dass es gesünderes gibt, als sich von Bahnhofsjunkies mit verseuchten Spritzen anfixen zu lassen.


*ArbeitsUnfähigkeitsbescheinigung
**Ich habe übrigens ein Problem mit der richtigen Schreibweise der ganzen Variationen von "Heute" oder "Morgen" oder so. Wann schreibe ich was gross? Kann mir das mal bitte jemand erklären?
***Also, falls hier irgendjemand einen vernünftigen Keygenerator oder Crack für Illustrator CS3 hat: Her damit!

Freitag, 11. Januar 2008

Tag 43

Lehrer: "Machen sie doch mal das Fenster auf!"
Ich: "Nix da! Es ist irrsinnig kalt da draussen!"
Lehrer: "Ach es ist doch nicht kalt draussen!"
Ich: "Es ist doch auch ohne offenes Fenster schon kalt genug hier drinnen!"
Lehrer: "Sie müssen mal mehr Sport machen! Sie machen immer nur Politik, oder?"
Mädchen: "Und mehr Fette essen!"

Aber die Stunde als solche war cool. Auch wenn es sehr erschreckend - und gleichzeitig zu erwarten - war, dass niemand im Kurs "1984" von Orwell kannte. Gut, dass sie, was eigentlich der Witz an der Aufgabe war, den Anfang des Buches erkennen und zuordnen können, hatte wohl niemand erwartet. Aber da hatte wirklich nicht einE EinzigeR jemals von solch einem Buch oder Autor gehört.

Der Knaller war allerdings EDV im dritten Block:
Arbeitsauftrag
Brief nach DIN 5008 mit folgenden Formaten schreiben:

Inhalt:
Am Wochenende hat Ihr Superstar (wer auch immer das sein mag) im Fernsehen gesagt, dass er sich aus allen Einsendern denjenigen aussucht, mit dem er einen netten Abend in einem noblen Restaurant verbringen wird.
Sie formulieren jetzt bitte einen Form vollendeten Brief, dass dieser Mensch natürlich nur SIE kennenlernen und einladen wird!

Bitte beachten Sie dabei auf folgende formale Punkte:
1. Schriftgrösse 12
2. Schriftart: "Bodoni MT Black"
3. Blocksatz
4. Betreffzeile zentriert, fett und Schriftgrösse 14
5. Im Anschriftenfeld Symbole (z.B. für Telefon verwenden)
6. Hintergrundbild aussuchen
7. Aus dem Internet 1 DIN A4-Seite in den Breif einfügen und kennzeichnen, in dem über diesen von Ihnen ausgesuchten Star berichtet wird (Zeitungsartikel, berichte, Chatroom o.ä.)

Viel Spass bei der Arbeit

Die Aufgabenstellung an sich ist ja schon ein grammatikalischer Witz, aber inhaltlich kommts ja noch dicker: "Im Anschriftenfeld Symbole (z.B. für Telefon verwenden)" oder "Hintergrundbild aussuchen" und allein die Schriftart!
Das ist doch stilistische Schwerstkriminalität!
Wenn die alle in Zukunft ihre Bewerbungen mit Symbolen (z.B. für Telefon verwenden) und Hintergrundbildern (kein Witz: die Hälfte hatte Treffer Nummer 5 der Google-Bildersuche Stichwort "Hintergrundbild") anreichern, dann sitzen die doch noch in zehn Jahren da und wundern sich, dass sie nicht genommen werden. Und das obwohl die Bewerbung doch so gut aussieht! Keine Ahnung warum die mich nich nehmen! Ne! Datt is, weil, ne, da wo ich herkomm, die Strasse, die hat ja auch gleich nen schlechten Ruf!
Jaja und so werden sie dann zetern gegen die Bonzen und PersonalmanagerInnen...
Ach und solch Gejammere gibts da wirklich an jeder zweiten Ecke zu hören.

Ach und mir fiel übrigens wirklich niemand ein, an den/die ich meine Arbeitsaufgabe hätte richten sollen. So blieb mir dann ja wohl nichts anderes übrig:



Lehrer dazu:
"Hahaha! Nen Kollege von mir, der is der letzte aufrechte Kommunist hier in der Gegend! Den nennen wir immer den "roten Reinhardt"!"
Und fängt schallend an zu lachen.


Donnerstag, 10. Januar 2008

Tag 42

In der Berufsschule blieb ich heute nur die ersten drei Stunden. Danach gings für mich ab zum Arzt. Gelohnt hat sich der Tag natürlich mal wieder in keinster Weise. Denn einen Durchschnitt errechnen konnte ich schon vorher und die Schlüsselwörter aus einem 26zeiligen Lexikontext unterstreichen ebenfalls. Da ich die ganze Zeit über Schmerzen hatte, reichte es mir dann nach der dritten Stunde.

Mittwoch, 9. Januar 2008

Tag 41

Ich bin heut krank. Und das stimmt sogar. So fieses Magen-Darm-Zeugs, dass mich dazu zwingt den ganzen Tag im Bett zu verbringen. Hab aber heute morgen pflichtbewusst da angerufen und mich entschuldigt.

Ich blogge übrigens ständig in der Angst, jemand vom BZ könnte es irgendwie entdecken und dann dort publik machen. Es würde wohl nicht lange dauern, bis klar wäre, von wem es kommt. Gefährlich wird es mittlerweile, da ich einige der Leute in diversen Myspace-FreundInnenlisten habe und das hier ja nun mal keine Grossstadt ist und über maximal drei Ecken jedeR jedeN kennt. Da braucht nur mal eineR der Leute aus meinem FreundInnenkreis einen Link über ICQ an die falsche Person schicken und schon isses vorbei.
"Es liegt übrigens im Schicksal der meisten Satiren - und vielleicht auch im Geheimnis ihres Erfolges -, daß der Leser niemals glaubt, selbst die Rolle der Zielscheibe gespielt zu haben. Nicht einmal dann, wenn er bereits von drei Pfeilen durchlöchert ist..." *
Ich hoffe Herr Kishon hat recht.

*Ephraim Kishon, "Beinahe die Wahrheit", S.15f

Dienstag, 8. Januar 2008

Tag 40

Anscheinend sind die Leute in solchen Massnahmen überall die gleichen.
Angeblich musste heut in eine nachbarstadtliche Dependance die Polizei einrücken, um randalierende TeilnehmerInnen zu stoppen.

Bei uns war dafür heute nicht soviel los.
Wir haben einen Typen in der Klasse, der mich wirklich wahnsinnig macht.
Ich lehne die Verwendung als Beschimpfung zwar völlig ab, aber er ist die Person, die das Wort "Opfer" in manchen Kreisen zu solcher werden liess. Für ihn wurde das Mobbing erfunden. Und nein, es ist mir einfach völlig unmöglich mich mit ihm zu solidarisieren.
Er geht wie eine Ente. Lässt immer völlig unkontrolliert seine Füsse geräuschvoll auf den Boden platschen, während sich sein Oberkörper mit seinem Schwerpunkt etwa einen halben Meter zu weit vorne befindet, so daß mensch jederzeit erwartet, er würde gleich einfach nach vorne umfallen.
Heute hat er die Tür zum Flur und die Kabinentür offengelassen, als er zur Toilette ging.
Und das Schlimmste:
Er hat keinerlei - nennen wir es - "Sicherung" zwischen dem Gedanken und seiner Äusserung.
Ich kenne das von kleinen Kindern, die völlig zusammenhangslos und ohne gefragt zu werden plötzlich die verrücktesten Sachen aus ihrem Leben erzählen. Er ist genauso. Ständig, wirklich zu JEDER Gelegenheit, haut der irgendeinen Scheiss raus. Niemand redet direkt mit ihm, aber jedeR kennt mittlerweile seine halbe Vita.
Und noch dazu ist er auch einfach nur dämlich.

Heute, "Aktuelle Themen", Thema: Energiegewinnung
"Was ist denn nun an Atomenergie negativ?"
"Weil Atom ist doch giftig!"

Heute, "Deutsch", Thema: Stevie Wonder "Cash in your face"
"Das... das... äääh... ist ein ziemlich rassistischer Text und ich würde den am liebsten ääh nicht weiterlesen."

Soweit so gut. Er kann halt wohl zu wenig Englisch um den Text zu verstehen und es ist doch grundsätzlich ersteinmal begrüssenswert, dass er einen vermeintlichen Rassismus ablehnt. Blöd nur, dass er der wohl obligatorische Naziidiot dieser Klasse war, als sich dort in Erdkunde für ihn mal die Möglichkeit ergab das Lied der Deutschen auszupacken.

Ich kann das hier auch nicht so rüberbringen, dass er nicht als Opfer dasteht, aber es ist einfach unmöglich diese Person zu ertragen. Und abgesehen davon, wird er auch gar nicht wirklich gemobbt. Ihm wird halt hin und wieder nur gesagt er soll endlich ruhig sein wenn er zum zehnten Mal erzählt, er sei "froh, wenigstens wieder an der Tischtennisplatte stehen zu können" oder dem Lehrer aufzählt, was genau er alles getrunken hat beim letzten Flatratesaufen.
Er tut mir ja auch ernsthaft leid für all die Scheisse, die er ständig verursacht, aber es geht einfach nicht anders. Und falls ich es in Zukunft schaffe, ihn hier besser rüberzubringen, werdet ihr mir zustimmen müssen. Nennen wir ihn Napoleon. Ich bleibe dran.
Er IST "Napoleon Dynamite". Und zwar in unsympathisch.

Montag, 7. Januar 2008

Tag 39

Nein, mir war von Anfang an klar, dass er sich falsch entscheiden würde.
Zielstrebig steuerte er den Mülleimer an, während sein in der linken Hand gehaltenes Handy irgendeinen R'n'B in den Aufenthaltsraum schepperte und er rechterhands Luftpolsterfolie platzen liess. Leider warf er jedoch die Folie weg, statt des lärmenden Handys. Abgesehen davon, dass Luftpolsterfolie ohnehin grossartig ist, so ist sie in der schon beschriebenen Klangkulisse in den Pausen schlicht eine Wohltat.


Der erste Tag in diesem Jahr und es ist schrecklich.
Den ganzen verdammten Tag sitze ich nun hier schon vorm Rechner und mache einfach nichts. Nichts. Literally! Meine Augen tun mittlerweile sehr weh und fangen an zu tränen. All die Rechnerluft und Todesstrahlung hier um mich rum, macht mich mürbe und zurichtungsbereit für den Rest der Arbeitswoche.
Grossartig. Voll auf die Tastatur geniesst.


Das Sinnvollste, was ich heute zustande gebracht habe, war der Versuch eine Wette zu gewinnen.
Da ich Teil 2 ohne grössere Probleme zur Hälfte durchspielte, bevor meine Zeit in der realen Welt zur Neige ging, dachte ich, ich könne auch Teil 1 schaffen (Ganz klar: Je höher die Zahl, desto schwerer.) und ging eine folgenschwere Wette ein. Da ich es jedoch bisher nur bis zum Level 29 schaffte, sind meine Erfolgsaussichten wohl recht dürftig.
Versucht euch!